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Studentenleben live

Abgelehnt

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

22.10.2012

Es ist eigentlich egal, in welche WG man in Freiburg kommt, im Geschirrschrank wird sich sicher eine rote Tasse mit einem weißen Blutstropfen drauf finden. Ein Geschenk des Uniklinikums, wenn man zweimal Blut gespendet hat. Blutspenden ist eigentlich eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, direkt einem anderen Menschen zu helfen und womöglich sogar Leben zu retten. Trotzdem suchen die Krankenhäuser händeringend nach Spendern. In Freiburg werden sie mit Freigetränken, Essen und 25 Euro Aufwandsentschädigung angelockt. Das klingt gut. Ist es auch. Nur wer spenden darf, und wer nicht, ist streng geregelt. Sowohl Spender als auch Empfänger möchten ja gesund bleiben beziehungsweise werden. Dass man gesund sein muss, versteht sich von selbst. Dass man aber zum Beispiel nicht spenden darf, wenn man irgendwann zwischen 1980 und 1996 in Großbritannien oder Nordirland gelebt hat, klingt zunächst nicht gerade überzeugend. Ich denke, dass der Grund die Maul- und Klauenseuche ist. Aber vielleicht ist es auch etwas anderes.

Was mich bei der ersten Blutspende aber wirklich erstaunt hat, war, dass man angeben muss, ob man als Mann jemals Intimkontakt mit einem anderen Mann hatte, beziehungsweise als Frau mit einem bisexuellen Mann. Wenn dem so sein sollte, darf man zwar spenden, das Blut wird aber nur für Forschungszwecke verwendet. Anscheinend ist trotz der guten Aufklärung das Risiko noch zu hoch, dass man sich mit Aids infiziert haben könnte. Oder die Sicherheitsregeln stammen noch aus einer etwas anderen Zeit. Wer ebenfalls nicht regulär spenden darf, sind Menschen, die in den letzten vier Monaten Intimkontakt zu einem Menschen hatten, der mehr als sechs Monate im außereuropäischen Ausland gelebt hat. Wer also zum Beispiel in einer Beziehung mit einem Südamerikaner lebt, darf dauerhaft kein Blut spenden.

Heute wurde ich leider auch abgelehnt, weil ich erst vor einer Woche aus Israel wiedergekommen bin, und das anscheinend als Gefahrengebiet gilt. Letztes Mal war es mein Zahnarztbesuch, der mich ungeeignet machte. Aber in vier Wochen könnte ich es nochmal probieren, wenn ich dann nicht erkältet bin, oder ähnliches.

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