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Studentenleben live

Mitfahrgelegenheitschaos

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

12.11.2012

Da es ja nicht so einfach war, ein billiges Bahnticket nach Rom zu bekommen (wie ich in meinen Eintrag „Europa-Spezial" ja schon berichtet hatte), hatte ich mich entscheiden mit einer Mitfahrgelegenheit zu fahren. Nicht das ganze Stück natürlich. Aber bis nach Mailand, dachte ich mir, kann ja eigentlich nichts schief gehen. Das ist eine kürzere Strecke als zu mir nach Hause. Wie schön ist es doch, dass Freiburg so weit südlich liegt! Ich war also pünktlich um sechs Uhr früh in Freiburg Haid (für alle, die es nicht kennen: ein Industriegebiet aus dem Bilderbuch). Als das Auto kam, war ich erstmal verwundert. Ein Kleintransporter mit einem Schild „Im Auftrag von Hermes". Das muss ja wirklich ein armer Schlucker sein, wenn er auf seine Paketausfahrtour noch Mitfahrer mitnimmt. Oder ein ganz schlauer Fuchs. Als ich im Auto saß, bemerkte ich den weder kleinen noch feinen Riss in der Frontscheibe. Nach circa zehn Minuten fragte mich mein Fahrer, ob ich mal gucken könnte, ob die Bremslichter gehen. Sie gingen nicht. Auch nach dem Glühbirnenwechsel nicht. Ich hatte ein Ticket für den Zug von Mailand nach Rom um 13 Uhr und ich sah die Zeit förmlich vor meinen Augen verrinnen. Gott sei Dank hatte er den Schaden schon kurz nach Freiburg gemerkt und so viel Mitleid mit mir, dass er mich noch zum Hauptbahnhof fuhr. Dass diese Fahrt für mich ein teurer Spaß wurde, kann man sich denken. Wer Lust hat, kann ja mal bei der Deutschen Bahn gucken, was es kostet auf direktem Weg nach Rom zu fahren. Den Zug in Mailand hatte ich um drei Stunden verpasst. Aber die Strecke durch die gesamte Schweiz, vorbei an den Bergen, am Lago di Lugano und Como (hier wurde Plinius der Jüngere geboren, zu dem ich letztes Semester ein Seminar hatte!) war die Strapazen wert. Der Ausblick war wirklich wunderschön! Und wie mir eine Frau versicherte, die am Freiburger Hauptbahnhof meine Tragödie mitbekam – materieller Verlust ist doch der geringste Verlust, den man haben kann. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn wir mit dem Schrottauto auf der Autobahn einen Unfall gehabt hätten.

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