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Studentenleben live

SMS — Wir kommunizieren uns zu Tode

Vor ein paar Tagen las ich in der Zeitung, dass die Deutschen im vergangenen Jahr 58 Milliarden SMS verschickten. Auf der ganzen Welt waren es 7,8 Billionen waren. Dabei sind das noch nicht einmal alle verschickten Nachrichten, über verschiedene Apps verschicken wir inzwischen täglich zusätzlich zehn Millionen Nachrichten. Die erste SMS wurde vor genau 20 Jahren, Anfang Dezember 1992 verschickt, wurde aber erst populär, als auf der Handytastatur zu den Zahlen auch das Alphabet kam. Das viele SMS schreiben brachte so manchem einen schmerzenden „SMS-Daumen“ oder auch die „Quervain-Krankheit“ ein – eine Sehnenscheidentzündung. Die Not zur Kürze und unsere Schreibfaulheit haben uns erfinderisch gemacht und uns auf lauter neue Abkürzungen gebracht. Und um die Worte etwas aufzupeppen fügen wir Emoticons hinzu.

Ich meine aber, dass bei dieser Form der Kommunikation oft das Wesentliche auf der Strecke bleibt: das Gesicht und die Stimme, die Gestik und die Berührung – und damit das, was die nährende Substanz unseres Austauschs ist. Kann mich einer, wenn ich todtraurig bin, per SMS trösten? Kann er mir die Hand auf die Schulter legen, kann er mich in den Arm nehmen? Kann mir jemand gewissenhaft eine traurige Nachricht beibringen? Wir sind doch eigentlich, wenn wir mit einem Gegenüber reden, halbe Schauspieler – kann ich mit einer SMS schauspielern? Das Repertoire von etwa 20 verschiedenen Emoticons kann nicht einmal im Ansatz die tausend Variationen meiner über 50 Gesichtsmuskeln widerspiegeln. Keinen echten Mensch gegenüber zu haben, enthemmt uns aber auch. Wir können Dinge sagen, die wir uns sonst nicht trauen würden – aber eher zerstörerisch – können Beziehungen beenden, grob beleidigen... Aber wagen wir auch mehr? – etwa jemandem zu schreiben: „Ich liebe dich!“ – ich glaube nicht. Natürlich ist es praktisch, wenn ich einem Freund schreiben kann: „Der Zug ist eine halbe Stunde verspätet.“ Falls er mich am Bahnhof abholen will, kann er später von zu Hause aufbrechen oder sich zumindest noch in ein warmes Café setzen.

Auch wenn wir uns nur nüchterne Informationen mitteilen und nicht versuchen, den anderen etwa fröhlich zu stimmen, kommen diese Informationen immer wieder in unpassenden Momenten und bringen mich aus dem Konzept. Es ist, wie wenn jemand an meiner Zimmertür dreimal laut anklopft und dann einen Zettel unten durchschiebt. Ich weiß nun, dass er mir was sagen will und kann entweder versuchen den Zettel zu ignorieren oder ich unterbreche mich in dem, was ich gerade eigentlich tue und lese die Nachricht, die vielleicht gar nicht so dringlich ist. Nein, eigentlich ist es noch schlimmer. Es ist, wie wenn – egal wo ich gerade bin – ein Bote auf mich zukommt und sagt: „Ich habe eine Nachricht für dich.“ und folgt mir dann auf Schritt und Tritt und geht erst weg, wenn ich ihm das Ding abgenommen habe, wobei er erst richtig weg geht, wenn ich ihm noch eine Antwort mitgegeben habe.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 7, 2012
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Rubrik: studium
Dec 7, 2012

Studentenleben live

Unverhofft kommt oft

Dieses Semester hatte ich mich endlich dazu aufgerafft mal wieder etwas Sport zu treiben. Das Fahrradfahren morgens und abends von und zur Uni hatte als Sportalibi ausgedient. Neben übersetzen, Vokabeln lernen, übersetzen, Texte zusammenfassen, übersetzen und viel lesen brauchte ich eine Abwechslung. In meiner Jugend (damals!) hatte ich von der E- bis zur A-Jugend Fußball gespielt (das sind fast zehn Jahre!). Irgendwie fehlte mir der Ball schon. An einem Mittwochabend gurkte ich also eine halbe Stunde mit der Straßenbahn zu meinem ersten Fußball-Training seit bestimmt vier Jahren.

Nach zehn Minuten war ich knallrot im Gesicht und richtig kaputt. Das war ziemlich peinlich, aber ich war selber schuld. Ich hatte vier Jahre lang Bewegung jeglicher Art konsequent vermieden und badete die Früchte meiner Faulheit nun in mächtig viel Schweiß aus. Aber es war klasse. Hinterher tat mir alles weh, ich spürte Muskeln und Knochen, die ich nie zu besitzen geglaubt hatte, aber es waren gute Schmerzen. Aber irgendwie hatte ich mich erkältet und so kam ich erst zwei Wochen später zu meinem zweiten Training. Und dort wartete eine Überraschung auf mich: Ich trat in die Halle und sah lauter Mädels in Trikots! Ein fragender Blick später, ein kurzes Gedränge und man hatte mir ebenfalls ein weißes Trikot übergestreift mit dem kurzen Kommando: Warmlaufen! Schockschwerenot. Ich erhob Einspruch, hatte ich doch keinen gültigen Spielpass! Keine Widerrede, es ist ein Freundschaftsspiel! Und so debütierte ich schon nach einem Training bei meinem neuen Verein. Das Spiel verloren wir. Aber das kannte ich ja schon aus meiner Jugend!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Dec 6, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Dec 6, 2012

Studentenleben live

Ohrringe, Blusen, Anzug und TV-Spot

Mein Praktikum ist definitiv mindestens genauso vielseitig wie meine Schuhsammlung: Man entdeckt ständig neue Seiten und wächst in konstanten Schritten. Doch ich will euch hier natürlich nicht von meiner Schuhkollektion erzählen (obwohl diese auch genügend Gesprächsstoff bieten würde).

Ich arbeite nun seit anderthalb Monaten als Praktikantin im Bereich E-Mail-Marketing / Customer Relationship Management bei einer bekannten Partnervermittlungsbörse. Ein Freund aus Taiwan hat es einmal sehr schön formuliert, als er sagte: „I am very proud to have a friend who is working in the name of love to make two people happy!“ Er hat mit dieser Aussage genau ins Schwarze getroffen, denn genau das ist es, was mich jeden Tag mit einem Lächeln nach Hause kommen lässt: Der Gedanke, dass ich Menschen dabei helfe, ihren Partner fürs Leben zu finden. Das ist für mich als märchenvernarrte Romantikern natürlich die Erfüllung schlechthin. Und wenn ich all die Nachrichten lese und Bilder sehe, die uns die Pärchen, die sich auf diese Weise kennen und lieben gelernt haben, zukommen lassen, dann geht mir einfach das Herz auf – wie war das noch mit den guten Taten?

Wie jeder Praktikant habe ich anfangs selbstverständlich erst einmal gewisse Eingewöhnungsarbeiten erledigen müssen, die noch nicht von allzu großem Freiraum geprägt waren. Doch meine Vorgesetzte überzeugte sich schnell von meinen Fähigkeiten und Talenten und erweiterte mein Aufgabengebiet immer mehr. Kurz gesagt: Während ich anfangs feststehende Ideen umsetzte, sind es heute meine eigenen kreativen Einfälle, die ich einbringe. Schließlich hieß es eines Tages: „Jacqueline, möchtest du uns zum Actor Fitting für den neuen TV-Spot begleiten?“ Meine Antwort erfahrt ihr im nächsten Teil…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Dec 4, 2012
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Dec 4, 2012