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Studentenleben live

Ohrringe, Blusen, Anzug und TV-Spot (3)

Die Räumlichkeiten des TV-Produktionsteams waren wirklich sehr stilvoll und modern eingerichtet. Alles war aufeinander abgestimmt, nichts wirkte fehl am Platz – nicht einmal das plötzliche Klingeln. Langsam öffnete sich die schwere Tür. Ein Mann und eine Frau betraten den Raum. Beide sahen sehr gut aus und passten perfekt zusammen: Das erste Pärchen für den TV-Spot war da – und ich durfte sie live kennenlernen! Ich fand das alles so wahnsinnig aufregend: Gemeinsam mit den Managern legten wir die Outfits und natürlich auch die Accessoires und das Styling für den Dreh und das Shooting fest. Neben zahlreichen Frisuren wurden bei den Frauen auch jede Menge Varianten von Ohrringen, Armbändern und Ketten ausprobiert. Oft war auch ein schnelles Umziehen gefordert. Bei so vielen verschiedenen Möglichkeiten ist Entscheidungsfreude wirklich unerlässlich. „Gefällt’s?“ – „Ja/nein“ lässt sich der typische Ablauf beschreiben. Alles, was überzeugte, wurde kurz per Probeshoot digital festgehalten, um am Ende schließlich die beste Kombination auszuwählen. Auch wenn sich vielleicht gar nicht so rüberkommen mag: Es hat echt eine ganze Weile gedauert, bis die Outfits, das Styling und die Accessoires feststanden!

Zwei Tage später hieß es dann „Ab zum Dreh und auf geht’s zum Shooting“ – tja, und das Ergebnis lässt sich schon sehr bald im TV bestaunen…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Dec 19, 2012
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Dec 19, 2012

Studentenleben live

Schicksal Leipzig

Leipzig, das ist das neue Berlin – bunt, lebendig, alternativ, kulturell und wohnlich. Überall klagen befreundete Studenten, dass sie keine Wohnung finden. Hier haben wir die Qual der Wahl –Zimmer mit 20 Quadratmetern in einer 5er-WG mit Holzdielen, Wohnküche und Stuck an der Decke kostet beispielsweise etwa 220 Euro warm.

Ich kam nach Leipzig, weil mir die Stadt gefiel, nicht, weil ich von einem tollen Professor dort gehört hatte. Und während mich die Stadt tatsächlich nicht enttäuschte, taten dies die Professoren und Kommilitonen in der Geschichte und Philosophie. Mir schien das ganze ziemlich altbacken beziehungsweise lebensfern und meine Kommilitonen – so mein Eindruck – studierten Geschichte oder Philosophie, weil ihnen halt sonst nichts eingefallen war, und nicht aus Überzeugung oder Begeisterung.

Dann wollte ich wissen, ob es an anderen Unis in Deutschland auch so ist, und habe mich umgeschaut, in Frankfurt am Main, in Köln, Bonn, Berlin, Jena und so weiter und gemerkt, dass es da häufig nicht viel besser ist.

Dann stellte ich mir die Frage, ob ich denn die richtigen Fächer studiere, schaute mich an anderen Instituten um und wurde fündig. Die Kulturwissenschaften. Hier kommen Geschichte, Philosophie und Soziologie zusammen und fragen nach den Bedingungen, Möglichkeiten und Formen des Mit- oder Gegeneinander der Menschen in der Gesellschaft. Das ist viel mehr mein Ding. Jetzt noch vor Weihnachten werde ich mich um einen Masterstudienplatz in den Kulturwissenschaften bewerben und im April hoffentlich anfangen. Dann würde Leipzig nun doch zu meinem Schicksal. Entgegen allen Forderungen nach unendlicher Mobilität habe ich nichts dagegen, mich hier in dieser Stadt voller ungewöhnlicher Leute noch heimischer zu machen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2012
Autor:
Rubrik: studium
Dec 18, 2012

Studentenleben live

Unter Pudeln auf der Fanmeile

Wir erinnern uns. Vage. Damals, im Sommer 2012, bescherte uns die Fußball-Europameisterschaft der Männer in Polen und der Ukraine Wochen der Glückseligkeit. Und dort, wo diese Glückseligkeit wohl am Ausgiebigsten in Erscheinung trat, gab auch ich mir ein „Stell-dich-ein“. Auf der Berliner Fanmeile – biergetränkter Straßenzug zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Nicht etwa aus Jux und Dollerei. Nee, nee. Im Auftrag des investigativen Journalismus‘ setzte ich meine Füße auf die heiligen Kilometer der Fan-Ekstase.

Am Tag des Halbfinal-Spiels gegen den deutschen Angstgegner Italien bekam ich den Auftrag, die Stimmung der deutschen Fans in den Stunden vor dem Anpfiff aufzufangen und per Schalte ins Studio und damit an die Hörer weiterzugeben. Schon am frühen Nachmittag sammelten sich die ersten Verrückten vor den Leinwänden und stimmten (bereits leicht angesäuselt) altbekannte Fan-Lieder an. Selbst tierische Fans gaben sich die Ehre. Ein Pudelclub aus dem wunderschönen Castrop-Rauxel flanierte durch die Menschenmenge. Eine Selbstverständlichkeit, dass ich diese kuriose Truppe interviewte.

Vier Aufsager für die Nachrichten und unzählige Interviews mit angeheiterten Fußballfans aus Ilmenau oder Berchtesgaden später, war es Zeit für mich zu gehen. Der nächste Auftrag (Reporter auf der hauseigenen Spreeradio-Fanmeile) wartete und so ließ ich Pudel und Fans knappe zwei Stunden vor dem Anpfiff zurück. Glücklicherweise also, bevor die Tore der Italiener die Meile der Begeisterung in eine Meile der Tränen verwandelten.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Dec 17, 2012
Autor: Leon
Rubrik: studium
Dec 17, 2012