Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Rhythmuswechsel angesagt

Nur ein Modul hatte ich aufgrund meines Praktikums im letzten Semester geschafft. Ärgerlicherweise war nämlich ein Blockseminar, das ich am Ende des Sommersemesters eingeplant hatte, ausgefallen. So hatte ich meinem Credit-Point-Konto lediglich 22 (das Praktikum wurde löblicherweise mit 12 LP bewertet) statt den avisierten 29 Zählern hinzufügen können. Die ohnehin utopische Regelstudienzeit von sechs Semestern war damit passé. Ein Preis, den ich angesichts des tollen Praktikums aber gerne bereit war zu zahlen.

Trotzdem: Nach der relativ studienfreien Zeit war ein harter Rhythmuswechsel angesagt. Die Redaktionsräume wurden wieder mit dem Vorlesungssaal getauscht und Texte über Cäsar und das Antike Rom lösten Pressemitteilungen von Flughafendebakeln oder Bundesligaergebnissen ab. Sich wieder in den Uni-Alltag einzufinden war anfangs gar nicht so leicht, auch weil meine Freunde, die jetzt ja quasi ein Semester weiter waren, komplett andere Kurse belegt hatten als ich.

Doch mit der Auswahl meiner Seminare bin ich nach den ersten Wochen sehr zufrieden. Zwar wird dieses Semester fast ausschließlich von meinem Zweitfach Geschichte dominiert, was zu eher mäßig spannenden Vorlesungen über das Mittelalter und langen Anfahrtswegen führt. Aber zumindest letzteres ist demnächst erst mal wieder, Achtung Kalauer, Geschichte. Bald fährt nämlich endlich wieder der Regionalzug von Berlin nach Potsdam durch und man muss sich nicht mehr in die volle S-Bahn quetschen. Das wird übrigens einen weiteren Rhythmuswechsel nach sich ziehen: den Schlafrhythmus. Eine satte halbe Stunde länger darf ich mich dann der Nachtruhe hingeben. Welch ein schönes Geschenk!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jan 24, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jan 24, 2013

Studentenleben live

Einführungswoche

Die erste Woche an der Uni ist super. Man sollte echt alles mitmachen, was angeboten wird, um möglichst schnell Anschluss zu finden, Spaß zu haben (auch wenn manche Spiele sehr albern sind) und natürlich auch ausreichend informiert zu sein.

In Koblenz lief es so: Zuerst wurden alle Erstsemester von den Fachschaften und dem Direktor der Uni im großen Hörsaal begrüßt. Wir saßen auf dem Boden, was ja noch ok ist, wenn alle Erstsemester zusammen in einem Raum sind, aber leider setzte sich dieses Phänomen auch in den nächsten Monaten fort. Zum Glück gehört mein Studienfach „Kulturwissenschaft“ nicht zu den ganz großen Studiengängen wie BWL oder Medizin und so herrscht eher selten Platzmangel (vor allem da gegen Ende des Semesters immer weniger Studenten zu den Veranstaltungen erscheinen). Eine befreundete Medizinstudentin hat mir aber erzählt, dass sie die Vorlesung von einem anderen Raum aus via Live-Übertragung anschauen muss. Nach der Begrüßung wurden alle Erstsemester in kleine Gruppen eingeteilt und bekamen einen „Teamer“ (Studenten aus höheren Semestern), der ihnen die Uni zeigte.

Ich habe gehört, dass die Einführungswoche nicht an jeder Uni angeboten wird, was ich sehr schade finde, denn zum einen hilft es bei der Orientierung und zum anderen lernt man sofort ein paar Leute kennen. Ich konnte die ersten Freundschaften schon bei der abendlichen Kneipenrallye schließen.

Als die Einführungswoche vorbei war, war ich echt froh, bei allem dabei gewesen zu sein, weil ich somit schon feste Bezugspersonen gefunden hatte und mich auch auf dem Campus schon ziemlich gut zurechtfand.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jan 22, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jan 22, 2013

Studentenleben live

Schummeln, tricksen, plagiieren

Es ging viel durch die Presse, dass es an Hochschulen gang und gäbe sei, bei Arbeiten aller Art zu schummeln. Natürlich kenne ich die Berichte über Guttenberg, Schavan und Co., habe mich aber immer gefragt, ob es denn wirklich so schlimm ist. Warum muss zumindest an meinem Institut an jede Arbeit eine Selbsterklärung mit folgendem Text angehängt werden?:

„Hiermit versichere ich, […]

dass ich die vorliegende Hausarbeit selbstständig angefertigt habe und keine anderen als die im Literaturverzeichnis angegebenen gedruckten und elektronischen Quellen benutzt habe. Alle Stellen, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach diesen Quellen entnommen sind, habe ich in jedem einzelnen Falle unter genauer Angabe der Quelle deutlich als Entlehnung kenntlich gemacht.“

Korrekterweise müsste ich natürlich noch eine Fußnote setzen, von welcher Internetseite ich dieses Dokument heruntergeladen habe. Aber zum Glück tippe ich ja gerade nicht an meiner Hausarbeit. Werden wir jetzt alle unter Generalverdacht gestellt?

Letzte Woche Dienstag, 14 Uhr. Ich sitze in meinem Seminar zu einem Satyrspiel (eine Gattung des antiken Dramas) reihum werden Übersetzungsvorschläge vorgetragen. Dann liest ein Student eine sehr, sehr altmodische, man könnte auch sagen schwülstige, Übersetzung vor. Dass die vermutlich nicht ganz in Eigenarbeit entstanden ist liegt nahe, aber vielleicht hat er ja einen Hang zur Sprache des 19. Jahrhunderts, wer weiß das schon so genau? Immerhin ist er Altphilologe. Mein Dozent sagte allerdings nur ganz nüchtern: „Schön, dass Sie Ihre Übersetzung auch in jambischen Trimetern vortragen“. Tja, schade eigentlich, dass der Schummler nicht gemerkt hat, dass der Text ebenfalls gedichtet war. Sonst wäre seine Schummelei vielleicht sogar durchgegangen. Aber spätestens, wenn er Minister geworden wäre, wäre es ihm aufs Bein gefallen und er hätte abdanken müssen.

Dann doch lieber jetzt auffliegen als später, ohne den ganzen Presserummel. Oder vielleicht einfach ehrlich sein.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jan 21, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jan 21, 2013