Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Assessment-Center

Anfang Januar war es so weit: Ich bekam einen Anruf, dass ich zum Assessment-Center der Deutschen Bahn eingeladen bin. Da ich schon fast nicht mehr damit gerechnet hatte, war ich wirklich überrascht, vor allem, weil da es schon drei Wochen später stattfinden sollte. Ich fing also an, mich vorzubereiten: Im Internet recherchierte ich, welche Übungen dran kommen könnten und auf welche Kompetenzen dort geachtet werden würde. Ich fand auch Blogs, in denen ehemalige Teilnehmer berichten, allerdings natürlich nicht speziell von der DB.

Und dann kam der große Tag: Ich musste ganz früh aufstehen, warf mich in mein schwarzes Kostüm und fuhr nach Frankfurt. In der Eingangshalle des Gebäudes am Bahnhof trafen wir zwölf Teilnehmer das erste Mal aufeinander und unterhielten uns auch schon ein wenig, was die Stimmung etwas lockerte. Wir verstanden uns auf Anhieb, obwohl wir zum Teil um denselben Platz im Studiengang „Logistik, Transport & Spedition" kämpften.

Wir wurden dann abgeholt und in einen großen Besprechungsraum gebracht mit einer tollen Aussicht über Frankfurt. Außerdem bekamen wir Kaffee, Snacks, Säfte und später auch ein Mittagessen. Beobachtet werden sollten wir von drei Psychologen und einer Dame der Deutschen Bahn. Und dann ging es auch schon los. Zuerst durften wir eine Logistikübung machen, bei der Flugzeuge in einer vorgegebenen Zeit Dinge zwischen verschiedenen Stationen hin und her bringen mussten. Dann ging es mit einer Gruppendiskussion weiter, bei der wir uns zu sechst als „Stadträte“ zwischen verschiedenen Projekten entscheiden und diese in eine Reihenfolge bringen mussten. Wir schafften es in der vorgegebenen Zeit und ich konnte meine Standpunkte gut vertreten. Nach der Mittagspause, in der das Eis zwischen uns Teilnehmern endgültig gebrochen war und wir uns untereinander gut unterhalten konnten, kam dann die Selbstpräsentation an die Reihe. Wir sollten dabei etwas über uns und unseren Werdegang erzählen und darüber, warum wir uns speziell für die Bahn und genau diesen Studiengang entschieden hatten. Ich hatte mich eigentlich gut darauf vorbereitet und meine Argumente parat. Danach stellten die Beobachter jedoch noch einige Fragen zu bestimmte Zahlen der DB, die ich schon im Telefoninterview beantwortet hatte und von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie noch einmal gestellt würden. Leider wusste ich nichts mehr davon, was mir auch sehr peinlich war.

Zuletzt hatten wir dann noch ein paar Tests zu Dreisatz und Prozentrechnung, die ich so mittelmäßig bearbeiten konnte und zwei Deutschtests, bei denen wir beispielsweise Buchstaben-Reihenfolgen weiterführen mussten. Das fiel mir wieder leicht. Während die Beobachter sich dann berieten, bekamen wir einen kurzen Vortrag von einem dualen Studenten, dem wir dann auch Fragen über Gehalt, Wohnsituation usw. stellen konnten.

Und dann bekamen wir unsere Bewertung. Ich ging mit einem schlechten Gefühl in das Gespräch und dies bestätigte sich leider auch. Sie erklärten mir, dass ich in den Mathetests in Ordnung gewesen war, in der Gruppendiskussion recht gut und in Deutsch und vor allem dem Logistiktest überragend, was mich sehr freute. Aber in der Selbstpräsentation hätte ich zu wenig verdeutlicht, warum ich gerade zur Bahn wollte. Dies war so ausschlaggebend, dass ich trotz guter Leistungen im Fachlichen nicht genommen wurde. Zuerst war ich sehr enttäuscht, gerade auch, weil ich ihre Begründung nicht ganz nachvollziehen konnte, aber trotzdem war es ein schöner Tag aus dem ich viel mitnehmen konnte.

Von uns zwölf wurden am Ende des Tages übrigens nur vier genommen. Aber ich habe ja noch ein Eisen im Feuer und warte jetzt auf die Antworten der Fachhochschulen.

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Jan 30, 2013
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Jan 30, 2013

Studentenleben live

Angst vor dem Rauswurf

In den Studentenwerken in Heidelberg ist die reguläre Wohnzeit aufgrund des Andrangs auf vier Semester beschränkt. Damit aber keiner einfach so hinausgeschmissen wird, gibt es die Möglichkeit, sich im und für das Wohnheim zu engagieren und sich so eine Verlängerung der Wohnzeit zu erarbeiten. Ich halte das für eine sehr gute Sache. Man überarbeitet sich nämlich nicht gerade, entlastet trotzdem die Hausmeister und kann länger in seiner coolen WG wohnen.

Da gibt es Waschtutoren, die sich um die Waschmaschinen kümmern, Bartutoren, die Donnerstagabends die Bar schmeißen, Internettutoren, die sich um das World Wide Web im Wohnheim kümmern, Fahrradtutoren, die bei der Reparatur eines platten Reifens helfen, und Recyclingtutoren, die Müll wegzaubern; zumindest sollten sie das. In Wirklichkeit muss man dann aber doch feststellen, nicht zaubern zu können und das ist eine harte Erfahrung. Ich weiß das, ich bin selber Recyclingtutor, ich stehe jeden Donnerstag um acht auf und springe in der Mülltonne herum. Na gut, das ist übertrieben, man muss lediglich ein bisschen die Müllplätze aufräumen…

Man arbeitet also das ganze Semester vor sich hin und in der Klausurenphase kommt der Schock: Wohnzeitverlängerung gibt’s nicht mehr. Was?!?! Nach langwierigen Kommunikationsprozessen, sehr viel Stress und Zeit bin ich schlauer: Es geht nicht darum, dass der Job nicht ordentlich erledigt worden wäre; vielmehr hat in der Verwaltung des Studentenwerks jemand Mist gebaut und nun stehen die Hausmeister da und müssen herausfinden, wer in den letzten drei Semestern welchen Job wie lange gemacht hat und für anderthalb Jahre nachträglich Job-Bescheinigungen für Wohnzeitverlängerungen ausstellen!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jan 29, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jan 29, 2013

Studentenleben live

Da bin ich also

Nach langem Überlegen, wie man an die Premiere seiner Blog-Artikel am Besten herangehen sollte, fange ich nun doch ganz plump an.

„Ich“ – das sagt sich immer so leicht, aber ganz ehrlich: Wer bin ich eigentlich? Vielleicht eher eine Frage für die Philosophievorlesung, aber ich werde im Folgenden versuchen euch zumindest ein paar Bilder, eine Leseprobe, ein „Was bisher geschah“, einen kurzen Schwarzweiß-Stummfilm von mir und meinem Leben zu zeigen.

Take one, action! Mein Name ist Hannah, ich bin 17 Jahre alt, nun schon vor zweieinhalb Monaten von zu Hause ausgezogen und seit ziemlich genau zwei Monaten offiziell dazu berechtigt, mich als Studentin auszuweisen. Momentan befinde ich mich in einem überschaubaren Chaos aus Wasserflaschen und Geschirr an meinem Schreibtisch und mental irgendwo zwischen Verwirrung, täglichem Wahnsinn und der allmählichen Ankunft in meinem neuen Zuhause (Man sollte hier vielleicht erwähnen, dass ich aus dem hochdeutschen Niedersachsen ins „Schwobeländle“ gezogen bin und hier nun Tag für Tag lernen darf, was der Schwabe unter „Fleischküchle“, „aufstuhlen“ oder „Breschdlingsgsälz“ versteht, und dass man auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt keinen Schmalzkuchen kennt).

Wie ich hierhin geraten bin? Berechtigte Frage.

Angefangen hat mein persönliches Chaos mit dem Abi 2011. Ich war gerade einmal 16 – wurde mit fünf Jahren eingeschult, habe die siebte Klasse übersprungen und war ein G8-„Opfer“ – und hatte weniger als überhaupt keinen Plan vom Leben, mich jedoch (Mama sei Dank!) schon frühzeitig um einen FSJ-Platz in einem Kindergarten in meinem Wohnort gekümmert. Von diesem wurde mir dann ganz klischeehaft einen Tag vor der Entlassung aus der Schule mitgeteilt, dass sie doch keinen Platz für mich hätten. Und so lernte ich gleich die erste wichtige Lektion: Selbst im „Land der Bürokraten“ gibt es keine Garantie, keine Sicherheit, selbst hier ist ein Vertrag am Ende auch nichts weiter als ein Stück Papier. Was mir blieb war ein lächerliches Entschuldigungsschreiben des CJD, in dem mir versprochen wurde, dass sicherlich eine viel größere Tür für mich aufgehen werde.

Die nächsten Wochen bestanden also darin, Stellenanzeigen zu studieren, Bewerbungen zu schreiben, in verschiedenen Einrichtungen zu hospitieren und dem konsequenten Versuch, nicht zu verzweifeln. Letztendlich habe ich kurzfristig noch einen Platz in einem evangelischen Kindergarten in der Nähe bekommen, wo ich eines der schönsten und aufregendsten Jahre meines Lebens verbrachte. In den letzten Monaten im Kindergarten war ich dann natürlich fleißig am Bewerbungen schreiben. Meine Absage aus Hildesheim für „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ hatte ich bereits verdauen müssen, nun ging es an die Studiengänge „Grundschullehramt“ und „Sonderpädagogik“ – das Jahr im Kindergarten hatte mich in dem Wunsch bestärkt, irgendetwas Soziales machen zu wollen und Lehramt hatte ich mir ohnehin schon das ein oder andere Mal in den Kopf gesetzt. Meine Bewerbungen gingen letztendlich in zehn Städte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Mir wurde jedoch relativ schnell klar, dass es Baden-Württemberg sein sollte, weil mich die Studienform dort viel mehr ansprach. Pädagogische Hochschulen gibt es in anderen Bundesländer leider nicht (mehr) und ein Lehramtsstudium an einer Universität klang für mich wesentlich weniger attraktiv. Von meinem Bruder, der erst an der Uni in Göttingen studiert hatte und nun an die PH Freiburg gewechselt ist, wusste ich auch, dass der Unterschied wirklich erheblich ist und die Lernatmosphäre viel schöner sein kann, wenn nicht alles so unpersönlich-vorlesungsmäßig abläuft und die Dozenten selbst Pädagogen sind.

Schließlich hatte ich dann die Qual der Wahl: Freiburg, Heidelberg oder Ludwigsburg? Eine Woche lang war ich „hier unten“, um mir alles einmal genauer anzusehen und kurz bevor ich mich endgültig für Heidelberg entschieden hatte, sah ich sie: die unscheinbare, von Baugerüsten gezierte PH Ludwigsburg, an der ich ab Oktober Sonderpädagogik mit dem Hauptfach Ethik studieren könnte, unmittelbar neben der Bahnhaltestelle und einem Neubau-Studentenwohnheim, in dem ich einen Platz in einer Vierer-WG bekommen hatte.

Eine Weile habe ich noch mit mir hadern müssen, bis ich mir Heidelberg aus dem Kopf schlagen konnte, aber ich muss sagen: Ich bin froh darum! Nicht zuletzt, weil ich in einer wirklich netten WG gelandet bin, an einer praxisnahen Hochschule studiere (ich habe einmal in der Woche Praktikum in einer Schule und darf dort auch schon unterrichten!), immer wieder interessante Menschen kennenlerne und (fast) jeden Tag in den Hörsälen und Seminarräumen sitze und und mir denke: „Du hast die richtige Entscheidung getroffen, Hannah.“

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 25, 2013