interaktiv

Studentenleben live

Angst vor dem Rauswurf

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

29.01.2013

In den Studentenwerken in Heidelberg ist die reguläre Wohnzeit aufgrund des Andrangs auf vier Semester beschränkt. Damit aber keiner einfach so hinausgeschmissen wird, gibt es die Möglichkeit, sich im und für das Wohnheim zu engagieren und sich so eine Verlängerung der Wohnzeit zu erarbeiten. Ich halte das für eine sehr gute Sache. Man überarbeitet sich nämlich nicht gerade, entlastet trotzdem die Hausmeister und kann länger in seiner coolen WG wohnen.

Da gibt es Waschtutoren, die sich um die Waschmaschinen kümmern, Bartutoren, die Donnerstagabends die Bar schmeißen, Internettutoren, die sich um das World Wide Web im Wohnheim kümmern, Fahrradtutoren, die bei der Reparatur eines platten Reifens helfen, und Recyclingtutoren, die Müll wegzaubern; zumindest sollten sie das. In Wirklichkeit muss man dann aber doch feststellen, nicht zaubern zu können und das ist eine harte Erfahrung. Ich weiß das, ich bin selber Recyclingtutor, ich stehe jeden Donnerstag um acht auf und springe in der Mülltonne herum. Na gut, das ist übertrieben, man muss lediglich ein bisschen die Müllplätze aufräumen…

Man arbeitet also das ganze Semester vor sich hin und in der Klausurenphase kommt der Schock: Wohnzeitverlängerung gibt’s nicht mehr. Was?!?! Nach langwierigen Kommunikationsprozessen, sehr viel Stress und Zeit bin ich schlauer: Es geht nicht darum, dass der Job nicht ordentlich erledigt worden wäre; vielmehr hat in der Verwaltung des Studentenwerks jemand Mist gebaut und nun stehen die Hausmeister da und müssen herausfinden, wer in den letzten drei Semestern welchen Job wie lange gemacht hat und für anderthalb Jahre nachträglich Job-Bescheinigungen für Wohnzeitverlängerungen ausstellen!

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