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Studentenleben live

Kurzschlussbewerbung

Erasmus, ja oder nein? Die Frage peinigt mich schon seit zwei Semestern und ich bin noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Am Freitag läuft die Bewerbungsfrist ab, noch zwei Tage, um zu entscheiden, ob ich einen Teil meiner Studienzeit im Ausland verbringen soll. Erasmus-Studenten selbst raten mir dazu – ich habe Zweifel. Sprachkenntnisse vertiefen, Uni und Leben in einem anderen Land kennenlernen, gucken, ob das Land für einen Master in Frage kommt, vielleicht ein paar coole Leute kennenlernen: Reichen diese Gründe für einen Auslandsaufenthalt? Für Erasmus ja, für jedes andere Programm wahrscheinlich nicht. „Erasmus-Orgasmus“ nannte DIE ZEIT das Austauschprogramm der europäischen Kommission und beschrieb faule Studenten, Partyzeit und „länderübergreifend[es] Knutschen“.

Meine Erfahrung mit Erasmus-Studenten ist nicht sonderlich positiv. In Tschechien waren viele nur wegen des Biers da, die Partys arteten oft aus. Ein Jahr lang waren zwei französische Freundinnen mit Erasmus in Deutschland, hinterher haben sie nicht unbedingt besser Deutsch gesprochen, dafür hatten sie beide jeweils einen neuen Freund.

„Es kommt darauf an, was du daraus machst.“ Korrekt, aber soll ich alleine in Mailand, Paris, Brüssel oder sonst wo in Europa auf meinem überteuerten Zimmer hocken, nur weil ich keine Lust habe, mich schon wieder zu betrinken?! Und am Ende steht im Lebenslauf „Erasmus“ und das kommt mir vor wie ein Synonym für Party-Semester, egal, was ich daraus mache. Die Entscheidung ist schwierig, die Bewerbung aber abgegeben. Hinterher kann ich immer noch absagen.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 7, 2013

Studentenleben live

Master Kulturwissenschaften

Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen?! Wahrscheinlich, weil es in der Schule kein Fach Kulturwissenschaften gab. So studierte ich zunächst Philosophie und Geschichte und merkte dann im Laufe des Studiums, dass es eine andere Geschichte ist, die mich interessiert, und dass es eine andere Philosophie ist, die mich begeistert. Für den Master sah ich eine zweite Chance und habe sie ergriffen. Ich bin jetzt im letzten Bachelorsemester und habe die Bewerbungen für Kulturwissenschaften abgeschickt, ein Fach, das man an gar nicht so vielen Universitäten in Deutschland studieren kann und das an jeder Uni ein völlig anderes Profil hat. Die einen sind mehr an Kulturmanagement, die anderen mehr an Kulturgeschichte interessiert, die einen untersuchen ein Konzept von der Antike bis zur Gegenwart, die anderen eher nur den Geist einer Epoche, und so weiter.

Für die Bewerbung brauchte ich ein sogenanntes „Transcript of Records“ – also eine Liste meiner bisherigen Studienleistungen, ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf.

Heute bekam ich die Zusage der Uni Leipzig! Eine Erleichterung, denn nicht jeder, der mit dem Bachelor abschließt, kann mit einem Masterstudienplatz rechnen. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, die Hürden sind recht hoch. Wie auch immer, es kann also weiter gehen. Was hätte ich sonst gemacht? Einen Plan B hatte ich nicht. Aber irgendwas hätte ich dann schon machen oder zumindest probieren können. Notfalls kann man noch immer durch die Weltgeschichte reisen und sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob hangeln, das sind auch gute Erfahrungen, die man da macht.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 5, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Feb 5, 2013

Studentenleben live

Das Mittelalter — eine Annäherung

Es gab kein entweichen. Dieses Semester war es soweit. Als ich mir anschaute, welche Module ich noch absolvieren musste, kam ich nicht dran vorbei. Die Rede ist vom Mittelalter – uaaaahh. Einer Zeit, der ich nun wirklich gar nichts abgewinnen konnte, zumindest bis dato. Eine Mischung aus „die schreiben alles auf Latein“ und „dat war doch alles so finster da“ beherrschte mein vorverurteiltes Denken. Aber auch dieser Zeitabschnitt gehört zu unserer Vergangenheit und, wie ich jetzt erstaunt feststellen muss, sogar teilweise zur interessanten Vergangenheit.

Alles fing kurz nach Weihnachten an. Ich sollte im Januar ein Referat über eine Reformschrift halten und wagte mich das erste Mal an die Textvorlage. Autor dieses wundervollen Werkes war Johann Eberlin von Günzburg. Gerne hätte ich ein „Ach na-türlich, der alte Haudegen schon wieder“ von mir gegeben, aber ich will ehrlich sein: Ich kannte Eberlin nicht ansatzweise. Gut, dachte ich mir, gibste ihm ne Chance und liest mal rein. Das Deckblatt war in schöner altdeutscher Schrift gehalten, ganz schmuck also. Doch als ich umblätterte verstand ich. Nicht nur das Deckblatt, nee nee, der komplette Text war in altdeutscher Schrift. Herrlich!

Wohl oder über quälte ich mich durch die ersten Zeilen und verstand absolut nichts. Natürlich: ein zwei Worte jedes Satzes konnte man sich erschließen, aber der Zusammenhang zum Rest blieb mir schleierhaft. Im Internet fand ich zwar eine „Übersetzung“ in eine annähernd normale Schrift, trotzdem waren große Teile immer noch unverständlich. Das konnte ja was werden...

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Feb 4, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Feb 4, 2013