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Studentenleben live

Kurzschlussbewerbung

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

07.02.2013

Erasmus, ja oder nein? Die Frage peinigt mich schon seit zwei Semestern und ich bin noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Am Freitag läuft die Bewerbungsfrist ab, noch zwei Tage, um zu entscheiden, ob ich einen Teil meiner Studienzeit im Ausland verbringen soll. Erasmus-Studenten selbst raten mir dazu – ich habe Zweifel. Sprachkenntnisse vertiefen, Uni und Leben in einem anderen Land kennenlernen, gucken, ob das Land für einen Master in Frage kommt, vielleicht ein paar coole Leute kennenlernen: Reichen diese Gründe für einen Auslandsaufenthalt? Für Erasmus ja, für jedes andere Programm wahrscheinlich nicht. „Erasmus-Orgasmus“ nannte DIE ZEIT das Austauschprogramm der europäischen Kommission und beschrieb faule Studenten, Partyzeit und „länderübergreifend[es] Knutschen“.

Meine Erfahrung mit Erasmus-Studenten ist nicht sonderlich positiv. In Tschechien waren viele nur wegen des Biers da, die Partys arteten oft aus. Ein Jahr lang waren zwei französische Freundinnen mit Erasmus in Deutschland, hinterher haben sie nicht unbedingt besser Deutsch gesprochen, dafür hatten sie beide jeweils einen neuen Freund.

„Es kommt darauf an, was du daraus machst.“ Korrekt, aber soll ich alleine in Mailand, Paris, Brüssel oder sonst wo in Europa auf meinem überteuerten Zimmer hocken, nur weil ich keine Lust habe, mich schon wieder zu betrinken?! Und am Ende steht im Lebenslauf „Erasmus“ und das kommt mir vor wie ein Synonym für Party-Semester, egal, was ich daraus mache. Die Entscheidung ist schwierig, die Bewerbung aber abgegeben. Hinterher kann ich immer noch absagen.

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