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Studentenleben live

Ich hätte da noch eine Frage — oder warum ich keine Vorträge an der Uni mehr besuche

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

08.02.2013

Was ist passiert? Das mögen sich einige bei dem Titel fragen. Ist mir nach so kurzer Studienzeit schon die Lust an der Wissenschaft vergangen? Oder kann ich einfach nach einem langen Unitag keinem mündlichen Vortrag mehr folgen? Letzteres manchmal schon. Auch dass die Themen oft sehr speziell sind und tief in die Materie gehen, macht es nicht immer ganz einfach, von einem Vortrag etwas mitzunehmen.

Das weitaus schlimmste an Vorträgen an der Uni ist jedoch die Fragerunde. Die, wie der Name schon sagt, der Klärung von Fragen dienen sollte. Eigentlich. Meistens sieht sie aber so aus:

Kein junger Mensch (sofern welche da sein sollten) traut sich den Arm zu heben. Diese peinliche Stille wird gewitzt von einem der Senioren genutzt. „Ich hätte da noch eine Frage..." fangen sie manchmal ihren nicht endenden Monolog an, wobei sie beim letzten Wort ein wenig die Stimme heben, um dem ganzen dann doch den Anstrich einer Frage zu geben. Manchmal beginnen sie auch „Mein Name ist ... und was ich dazu sagen wollte" und dann folgt der unendliche Monolog über ein Thema ihrer Wahl. Das ist zwar etwas ehrlicher als der erste Versuch, aber sie könnten doch auch ohne Umschweife sagen: „Guten Abend, mein Name ist ... und ich habe sonst nirgendwo so ein großes Publikum, daher wollte ich das, was ich immer schon mal sagen wollte, und worüber ich glaube gut Bescheid zu wissen, hier erzählen, egal ob es etwas mit dem Vortrag zu tun hat und egal, ob ihr alle hier das hören wollt." Dann wüsste man wenigstens, woran man ist.

Eine auch sehr clevere Methode ist es, den oder die Vortragende direkt zu fragen: „Wissen Sie eigentlich auch etwas zu dem und dem Thema?" Was wie bei allen anderen Methoden nichts mit dem Vortragsthema zu tun haben muss. Wenn die Vortragenden dann zu diesem Thema nichts zu sagen haben, springen die Senioren in die Bresche und halten ihre –genau, die nicht enden wollenden Monologe.

Natürlich sind 99 Prozent der Zuhörerschaft wirklich am Thema interessiert und haben auch nicht das Bedürfnis sich zu präsentieren. Also liebe Selbstdarsteller, bleibt doch bitte zu Hause. Dann könnte man auch wieder zu wissenschaftlichen Vorträgen gehen.

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