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Studentenleben live

Ich hätte da noch eine Frage — oder warum ich keine Vorträge an der Uni mehr besuche

Was ist passiert? Das mögen sich einige bei dem Titel fragen. Ist mir nach so kurzer Studienzeit schon die Lust an der Wissenschaft vergangen? Oder kann ich einfach nach einem langen Unitag keinem mündlichen Vortrag mehr folgen? Letzteres manchmal schon. Auch dass die Themen oft sehr speziell sind und tief in die Materie gehen, macht es nicht immer ganz einfach, von einem Vortrag etwas mitzunehmen.

Das weitaus schlimmste an Vorträgen an der Uni ist jedoch die Fragerunde. Die, wie der Name schon sagt, der Klärung von Fragen dienen sollte. Eigentlich. Meistens sieht sie aber so aus:

Kein junger Mensch (sofern welche da sein sollten) traut sich den Arm zu heben. Diese peinliche Stille wird gewitzt von einem der Senioren genutzt. „Ich hätte da noch eine Frage..." fangen sie manchmal ihren nicht endenden Monolog an, wobei sie beim letzten Wort ein wenig die Stimme heben, um dem ganzen dann doch den Anstrich einer Frage zu geben. Manchmal beginnen sie auch „Mein Name ist ... und was ich dazu sagen wollte" und dann folgt der unendliche Monolog über ein Thema ihrer Wahl. Das ist zwar etwas ehrlicher als der erste Versuch, aber sie könnten doch auch ohne Umschweife sagen: „Guten Abend, mein Name ist ... und ich habe sonst nirgendwo so ein großes Publikum, daher wollte ich das, was ich immer schon mal sagen wollte, und worüber ich glaube gut Bescheid zu wissen, hier erzählen, egal ob es etwas mit dem Vortrag zu tun hat und egal, ob ihr alle hier das hören wollt." Dann wüsste man wenigstens, woran man ist.

Eine auch sehr clevere Methode ist es, den oder die Vortragende direkt zu fragen: „Wissen Sie eigentlich auch etwas zu dem und dem Thema?" Was wie bei allen anderen Methoden nichts mit dem Vortragsthema zu tun haben muss. Wenn die Vortragenden dann zu diesem Thema nichts zu sagen haben, springen die Senioren in die Bresche und halten ihre –genau, die nicht enden wollenden Monologe.

Natürlich sind 99 Prozent der Zuhörerschaft wirklich am Thema interessiert und haben auch nicht das Bedürfnis sich zu präsentieren. Also liebe Selbstdarsteller, bleibt doch bitte zu Hause. Dann könnte man auch wieder zu wissenschaftlichen Vorträgen gehen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 8, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 8, 2013

Studentenleben live

Kurzschlussbewerbung

Erasmus, ja oder nein? Die Frage peinigt mich schon seit zwei Semestern und ich bin noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Am Freitag läuft die Bewerbungsfrist ab, noch zwei Tage, um zu entscheiden, ob ich einen Teil meiner Studienzeit im Ausland verbringen soll. Erasmus-Studenten selbst raten mir dazu – ich habe Zweifel. Sprachkenntnisse vertiefen, Uni und Leben in einem anderen Land kennenlernen, gucken, ob das Land für einen Master in Frage kommt, vielleicht ein paar coole Leute kennenlernen: Reichen diese Gründe für einen Auslandsaufenthalt? Für Erasmus ja, für jedes andere Programm wahrscheinlich nicht. „Erasmus-Orgasmus“ nannte DIE ZEIT das Austauschprogramm der europäischen Kommission und beschrieb faule Studenten, Partyzeit und „länderübergreifend[es] Knutschen“.

Meine Erfahrung mit Erasmus-Studenten ist nicht sonderlich positiv. In Tschechien waren viele nur wegen des Biers da, die Partys arteten oft aus. Ein Jahr lang waren zwei französische Freundinnen mit Erasmus in Deutschland, hinterher haben sie nicht unbedingt besser Deutsch gesprochen, dafür hatten sie beide jeweils einen neuen Freund.

„Es kommt darauf an, was du daraus machst.“ Korrekt, aber soll ich alleine in Mailand, Paris, Brüssel oder sonst wo in Europa auf meinem überteuerten Zimmer hocken, nur weil ich keine Lust habe, mich schon wieder zu betrinken?! Und am Ende steht im Lebenslauf „Erasmus“ und das kommt mir vor wie ein Synonym für Party-Semester, egal, was ich daraus mache. Die Entscheidung ist schwierig, die Bewerbung aber abgegeben. Hinterher kann ich immer noch absagen.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 7, 2013

Studentenleben live

Master Kulturwissenschaften

Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen?! Wahrscheinlich, weil es in der Schule kein Fach Kulturwissenschaften gab. So studierte ich zunächst Philosophie und Geschichte und merkte dann im Laufe des Studiums, dass es eine andere Geschichte ist, die mich interessiert, und dass es eine andere Philosophie ist, die mich begeistert. Für den Master sah ich eine zweite Chance und habe sie ergriffen. Ich bin jetzt im letzten Bachelorsemester und habe die Bewerbungen für Kulturwissenschaften abgeschickt, ein Fach, das man an gar nicht so vielen Universitäten in Deutschland studieren kann und das an jeder Uni ein völlig anderes Profil hat. Die einen sind mehr an Kulturmanagement, die anderen mehr an Kulturgeschichte interessiert, die einen untersuchen ein Konzept von der Antike bis zur Gegenwart, die anderen eher nur den Geist einer Epoche, und so weiter.

Für die Bewerbung brauchte ich ein sogenanntes „Transcript of Records“ – also eine Liste meiner bisherigen Studienleistungen, ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf.

Heute bekam ich die Zusage der Uni Leipzig! Eine Erleichterung, denn nicht jeder, der mit dem Bachelor abschließt, kann mit einem Masterstudienplatz rechnen. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, die Hürden sind recht hoch. Wie auch immer, es kann also weiter gehen. Was hätte ich sonst gemacht? Einen Plan B hatte ich nicht. Aber irgendwas hätte ich dann schon machen oder zumindest probieren können. Notfalls kann man noch immer durch die Weltgeschichte reisen und sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob hangeln, das sind auch gute Erfahrungen, die man da macht.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 5, 2013
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Rubrik: studium
Feb 5, 2013