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Studentenleben live

Alte Welt - neue Welt

Ziemlich schwer fand ich das Verbinden meiner alten Welt, also allem, was daheim geblieben war, mit meiner neuen Welt in Koblenz. Wenn ich heim kam, kam mir alles so seltsam vor. Natürlich kannte ich die Dinge noch, die alltäglichen Handgriffe in unserem Haus liefen so automatisch wie immer ab und doch fühlte es sich fremd an. Ich fühlte mich manchmal eher wie ein Gast. Koblenz war mein zweites Zuhause – oder schon mein erstes?

Mit der Zeit wird es aber besser und man gewöhnt sich an das ständige Abschiednehmen. Am Anfang dachte ich noch, dass es vermutlich leichter sei, gar nicht nach Hause zu fahren, denn dann würde der Abschied nicht immer so weh tun, aber mittlerweile ist es okay. Außerdem bekomme ich immer, wenn ich lange nicht daheim war, so ein dumpfes Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Heimweh in dem Sinn ist das aber nicht.

Schön ist, dass mich immer wieder Freunde oder Familienmitglieder besuchen kommen. Dann kann ich ihnen ein bisschen von meinem neuen Leben zeigen. Allerdings ist die Hochschulwelt nichts für alle von ihnen, das führt manchmal zu Missverständnissen. Sie sind eben entweder in unserer alten Welt geblieben oder haben eine ganz andere als ich kennengelernt. Aber das gehört eben auch zum Erwachsenwerden. Zu lernen, dass jeder jetzt seinen eigenen Weg geht. Dass es weiterhin Schnittstellen gibt, aber dass manche Bereiche nun eben in die eine Welt und andere in die andere gehören. Nur ich kann zwischen meinen beiden Welten hin und her gehen und ab und zu jemanden mitnehmen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Feb 25, 2013

Studentenleben live

Das Phänomen Multiple Choice

Ich befinde mich nun endlich in den wohlverdienten Semesterferien, die sich irgendwie nicht ganz wie Ferien anfühlen – aber das ist ein anderes Thema. Die letzten drei Tage an der Hochschule habe ich jeweils eine Klausur geschrieben, was mich ziemlich gestresst hat. Aber damit hatte ich es noch ganz gut getroffen. Andere hatten samstags Klausuren oder drei an einem Tag. Mit denen wollte ich nun wirklich nicht tauschen und meine Klausuren waren ja auch gar nicht so schlimm. Dachte ich...

Am Donnerstag stand Pädagogik an: Multiple Choice, 24 Fragen mit jeweils fünf Auswahlmöglichkeiten und der ausdrückliche Hinweis des Dozenten: „Ich habe die Klausur sehr human, wirklich einfach gestaltet. Sie brauchen keine Angst haben, das schaffen Sie alle!“ Wir hatten uns also keinen Stress gemacht, die Texte im Reader alle noch einmal zusammengefasst und schließlich die Hauptaussagen der Autoren sowie ein paar interessante Fakten aus deren Biografien gelernt. Ich muss zugeben – wir haben damit sehr spät begonnen und ich habe auch kurz vor der Klausur immer noch ein paar Autoren verwechselt, habe aber immer schnell wieder reingefunden, wenn mir jemand eine Aussage als Ausgangspunkt gegeben hat.

Vorlesungssaal 1.301, deutlich überfüllt. Wir haben das unwahrscheinliche Glück in der ersten Reihe zu sitzen, direkt vor dem Dozenten mit seinem dicken Stapel Blätter in der Hand. Diese werden verteilt, Vorhang auf für... das Desaster! Es sind schätzungsweise zwei oder drei Fragen, bei denen ich mir sicher bin, bei den restlichen muss ich immer wieder raten. „Hier noch ein Kreuzchen! Und hey, da sieht es auch noch so leer aus!“ Kein gutes Motto für eine akademische Prüfung.

Ich kann nicht sagen, zu wieviel Prozent ich mir das selbst zuzuschreiben habe. Natürlich hätte ich besser vorbereitet sein können, aber ich lerne eben nicht auswendig, wo Comenius studiert hat, Buber geboren wurde und wieviel Prozent der 20-Jährigen im Jahr 1994 zur Schule gingen. Und was das mit Pädagogik zu tun hat, weiß ich auch nicht wirklich.

Nachdem ich mich auf- und den Klausurbogen abgegeben habe, kommt der Dozent zu mir, sagt mir, ich könne ruhig über den Tisch klettern und schon nach Hause gehen, und fragt, wie ich die Klausur fand. Ich sage irgendetwas Neutrales, weil ich nicht darauf aufmerksam machen will, dass ich nicht so viel gelernt habe, und dass ich lieber noch warte – fürs Klettern war mir der Rock zu kurz und das Vertrauen in meine Eleganz zu gering.

Später fanden auf Facebook hitzige Diskussionen statt. Einige Leute aus dem Kurs schrieben sogar eine Mail an den Dozenten, in der sie ihn baten, nicht so viele Studenten durchfallen zu lassen. Ich bezweifle noch stark, dass man damit einen Hochschuldozenten erreichen kann, bin aber sehr gespannt auf seine Antwort. Und natürlich auf die Klausurergebnisse – dank Multiple Choice ist ja noch alles offen...

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Feb 22, 2013

Studentenleben live

Abschluss mit Schulden

Ich bin gerade in Philadelphia in den USA, um einen Freund zu besuchen. Als er vor einigen Jahren mit dem Studium fertig war, hatte er etwa 20.000 Dollar Schulden. Im Vergleich zu den Beträgen, die andere Freunde mit nannten, scheint das nicht besonders viel. Er fand eine gut bezahlte Anstellung und hatte die Schulden nach vier Jahren abbezahlt. Gestern traf ich ein paar College-Studenten im dritten Bachelorjahr. Einer hat jetzt schon 60.000 Dollar Schulden und eine andere sogar 80.000. Studienkredite sind hier normal – keinen Kredit aufzunehmen ist die eher Ausnahme. Sie erzählte mir aber, dass gerade in den letzten Jahren die Studiengebühren in den USA stark gestiegen sind. Der günstigste Studiengang in den Geisteswissenschaften kostet hier in Philadelphia an einer durchschnittlichen staatlichen Universität pro Jahr knapp 23.000 Dollar, einige andere kosten bis zu 30.000, Zahnmedizin sogar 54.000 und der Master in Business Administration 74.000 Dollar pro Jahr! Wenn ich ihnen erzähle, was ich in Deutschland an Studiengebühren bezahle, können sie nur lachen.

Dummerweise garantiert ein solches Studium einem noch lange keine Anstellung, und wer im zweiten oder dritten Studienjahr durch eine Prüfung fällt, krank wird, oder merkt, dass ihm das Fach doch nicht so liegt, hat ziemliche Probleme. Solche Studienkredite werden dann „sub-prime“ genannt (was so viel bedeutet wie „nicht-erstklassig“). So wie bei der Krise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt vor fünf Jahren – da wurden jene Hausbesitzer als „sub-prime“ eingestuft, von denen die Banken annahmen, dass sie ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können. Die Banken haben dann ihre Kredite an Unternehmen weiterverkauft und plötzlich standen die dann vor dieser Leute Haustüren. Die „sub-prime“-Studenten müssen nun entweder neu aushandeln, wie sie einen Teil ihrer Schulden zurückzahlen können, oder Privatinsolvenz anmelden...

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 21, 2013
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Rubrik: studium
Feb 21, 2013