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Studentenleben live

Das Mittelalter - Annäherung (3)

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

28.02.2013

Zur Erinnerung: Vor mir lag ein 300-Seiten-Schinken über das Leben von Eberlin von Günzburg, der mir die Augen über ebenjenen Gelehrten öffnen sollte. Zeitlich befinden wir uns in der Epoche des Spätmittelalters. Genauer: Wir schreiben den Anfang des 16. Jahrhunderts, Reformationszeit. Martin Luther hat in Wittenberg soeben seine 95 Thesen angeschlagen und löst damit einen Sturm der Begeisterung auf der einen und eine Welle der Empörung auf der anderen Seite aus. Und Eberlin, seines Zeichens Priester in Ulm? Er fällt mit ein in den Chor der Reformatoren, die grundlegende Neuerungen im kirchlichen Bereich und eine Abkehr von Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch fordern. Er nimmt Kontakt zu Luther auf und verbreitet in seinen Schriften und Predigten revolutionäre Gedanken. Schließlich muss er flüchten und landet über Wittenberg in Erfurt, wo er, konfrontiert mit den revoltierenden Bauern des nun einsetzenden Bauernkrieges, als Vermittler auftritt. Gleichzeitig publiziert er weiter und setzt sich für die (mittlerweile gemäßigte) Reformierung der Kirche ein. All dies liest sich sehr, sehr spannend und zum ersten Mal schlägt mein Missfallen gegenüber dem Mittelalter und Eberlin in ein ernst gemeintes Interesse um.

Da zeigt sich also: Vorurteile können sich zunächst scheinbar bestätigen, aber in der Folge auch durchaus abschwächen. Nun wird es nicht dazu kommen, dass ich ab sofort zum Mittelalter-Freak mutiere (keine Sorge), aber ich kann nun durchaus verstehen, warum sich Menschen für diese Epoche interessieren. Zumindest die späte Phase mit ihrem reformatorischen Umschwung scheint spannend zu sein. Komplett überzeugt bin ich aber noch nicht, denn ein Haken wäre da ja noch: diese „tolle“ altdeutsche Schrift...

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