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Studentenleben live

Semesterferien

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

11.03.2013

Irgendwie ist es ganz entspannt, Semesterferien zu haben, während andere für ihr Abitur pauken. Und doch fühle ich mich nicht richtig nach Ferien. Es gibt da diese Leute, die ihre Klausuren geschrieben und jetzt zwei Monate komplett frei haben. Meine Mitbewohnerin zum Beispiel ist die gesamten Semesterferien in Indien und auf den Philippinen unterwegs und kann damit ihrem liebsten Hobby nachgehen. Andere planen Skifreizeiten oder Städtereisen und wieder andere plagt schon die akute Langeweile.

Ich dagegen habe immer das Gefühl, dass ich irgendetwas zu tun hätte. Und auch wenn ich sagen muss, dass ich in letzter Zeit nicht wirklich produktiv war, stresst es mich allein zu wissen, dass ich es eigentlich sein müsste. Im Prinzip dieselbe Thematik wie vor den Klausuren...

Für meine Semesterferien standen drei Leistungsnachweise (Sonderpädagogik, Deutsch, Praktikum) und eine Hausarbeit (Ethik) an. Die Leistungsnachweise waren im Prinzip auch wie eine Hausarbeit – zum Beispiel musste ich einen ausführlichen Unterrichtsentwurf zu einer Stunde, die ich im Praktikum gehalten habe, schreiben. Das erschien mir irgendwie zu viel verlangt für eine Gruppe Erstsemester, die noch nie einen Bildungsplan von innen gesehen hatte geschweige denn über ausreichend didaktisches Wissen verfügte. Genau um so etwas zu lernen, studieren wir schließlich – und unsere ersten Unterrichtsstunden waren didaktisch und methodisch sicherlich nicht perfekt, sondern vielmehr „nach Gefühl“ und „so hat mein Lehrer das früher auch gemacht und ich fand's ganz gut“. Auch die anderen beiden Leistungsnachweise hatten zumindest den Umfang einer Hausarbeit, auch wenn die Aufgaben auf konkret vorgegebener Textarbeit basierten und ich mir dafür nicht noch selbst Literatur organisieren musste.

Mit der Sonderpädagogik-Aufgabe und dem Unterrichtsentwurf bin ich schon seit Längerem fertig – vielleicht liegt das daran, dass ich beide mit jeweils einer Kommilitonin zusammen schreiben musste. Bei der dritten Aufgabe und der Hausarbeit tut sich nämlich... nichts. Die Aufgabe für Deutsch habe ich schon aufgegeben, weil ich befürchtete es zeitlich nicht mehr zu schaffen. Das Seminar werde ich wohl im dritten Semester wiederholen müssen.

Bei meiner Hausarbeit für Ethik herrscht zurzeit auch Stillstand, dabei ist quasi alles gegeben: Das Thema ist spannend und gefällt auch meinem Dozenten, ich habe acht Bücher aus verschiedenen Bibliotheken ausgeliehen und mich um Formatierung, mögliche Gliederung und Titelblatt bereits gekümmert. Und nun? Nun sitze ich jeden Tag hier, das Dokument geöffnet, die Bücher neben mir, zähle die Sekunden und warte auf die Ankunft der Motivation. Ein gravierendes Problem hierbei – im Unterschied zum Lernen vor den Prüfungen – ist, dass ich momentan zwecks Fastenzeit auf Schokolade verzichte und mich so nicht einmal mehr mit Nervennahrung motivieren kann...

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