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Studentenleben live

"Die Mensa ist ein Murks!"

Achtzig Jahre ist er alt und er kommt immer noch zu uns in die Mensa. Als Professor für Chemie ist er 1990 emeritiert. Hier trifft er sich noch mit ein paar Kollegen zum gemeinsamen Mittagessen. Schon manche interessante Geschichte hat er mir erzählt, etwa, wie es war, als man ihm nach dem Abitur vorschreiben wollte Tiermedizin zu studieren, weil es hieß, in fünf Jahren würde für irgendeinen Bezirk ein neuer Tierarzt benötigt – Planwirtschaft eben. Nur mit Mühe und Not konnte er diesem Zwang entrinnen und etwas anderes studieren, was das Komitee auch für nützlich hielt.

Heute traf ich ihn im Innenhof des Campus‘ und wir kamen auf die neue Architektur des immer noch nicht ganz fertig gestellten Uni-Gebäudes zu sprechen. „Diese Mensa ist ein Murks!“ meinte er – eine große Halle, so laut, wie ein Großbahnhof, der Raum teilweise acht Meter hoch und alles nur glatte, harte Oberflächen, die jeden Schall nicht schlucken, sondern nur reflektieren würden. Wenn irgendwo ein Stuhl gerückt wird, hört es jeder im Raum so gut, als ob es direkt neben ihm geschähe. Da er nicht nur Chemie gelehrt hat, sondern auch Ingenieur war und zu Akustik geforscht hat, traue ich ihm eine kompetente Meinung zu.

Aber auch die Organisation der Bewegungsströme sei eine Katastrophe, meint er. Hinter den sechs Kassen wird der Weg hin zu den Tischen nicht breiter, sondern sehr eng. Das Essen auf dem Tablett balancierend prallen wir mit denen zusammen, die schon gegessen haben und nun ihre Tabletts abgeben und zum Ausgang strömen. Passend grinst mich von einem der Informations-Bildschirme eine Studentin an, Messer und Gabel angriffsbereit in den Händen, dazu der Text: „Wir wollen auch noch essen!“ – Wer fertig gegessen hat, soll doch bitte gleich seinen Platz räumen.

Früher habe es noch Garderoben gegeben – ob Mantel oder Jacke, die muss man heute irgendwie über den Stuhl hängen und darauf hoffen, dass sie nicht runterfallen. Deshalb gehe ich auch nur noch bei gutem Wetter und zu den Nebenzeiten in die Mensa, dann fühle ich mich nicht wie in der Massentierhaltung und kann auf der ruhigen Terrasse essen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2013
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Rubrik: studium
Mar 13, 2013

Studentenleben live

Die Energiewende hautnah

Dass der Studiengang Politikwissenschaften nicht immer nur theoretisch sein muss, sondern auch praktisch und wirklichkeitsnah, habe ich an dieser Stelle bereits mehrfach beschrieben. Mein Vertiefungsseminar „Einführung in die Energiepolitik“ in diesem Semester liefert einmal mehr den Beweis.

Konzipiert als Blockseminar, sollte es zunächst um die Grundlagen in der Energiepolitik gehen, sprich: Welche Befugnisse hat die EU und wie sieht die Situation in Deutschland aus? Welche fossilen Energieträger gibt es, welche erneuerbaren? Kernthema des Seminars sollte jedoch vor allem die „deutsche Energiewende“ sein – ein Thema also, das seit Fukushima und dem geplanten Ausstieg aus der Atomenergie die mediale und politische Landschaft beherrscht. Dementsprechend diskutieren wir auch über den Netzausbau, über Speicher und über Energieeffizienz. Den Abschluss bildete eine intensive Diskussion mit der Frage „Sind 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 möglich?“.

Fazit meinerseits: ein tolles, spannendes und lehrreiches Seminar, das mir erneut das Gefühl gegeben hat, das Richtige zu studieren. Schon jetzt steigt meine Vorfreude auf das nächste Semester.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 13, 2013

Studentenleben live

Semesterferien

Irgendwie ist es ganz entspannt, Semesterferien zu haben, während andere für ihr Abitur pauken. Und doch fühle ich mich nicht richtig nach Ferien. Es gibt da diese Leute, die ihre Klausuren geschrieben und jetzt zwei Monate komplett frei haben. Meine Mitbewohnerin zum Beispiel ist die gesamten Semesterferien in Indien und auf den Philippinen unterwegs und kann damit ihrem liebsten Hobby nachgehen. Andere planen Skifreizeiten oder Städtereisen und wieder andere plagt schon die akute Langeweile.

Ich dagegen habe immer das Gefühl, dass ich irgendetwas zu tun hätte. Und auch wenn ich sagen muss, dass ich in letzter Zeit nicht wirklich produktiv war, stresst es mich allein zu wissen, dass ich es eigentlich sein müsste. Im Prinzip dieselbe Thematik wie vor den Klausuren...

Für meine Semesterferien standen drei Leistungsnachweise (Sonderpädagogik, Deutsch, Praktikum) und eine Hausarbeit (Ethik) an. Die Leistungsnachweise waren im Prinzip auch wie eine Hausarbeit – zum Beispiel musste ich einen ausführlichen Unterrichtsentwurf zu einer Stunde, die ich im Praktikum gehalten habe, schreiben. Das erschien mir irgendwie zu viel verlangt für eine Gruppe Erstsemester, die noch nie einen Bildungsplan von innen gesehen hatte geschweige denn über ausreichend didaktisches Wissen verfügte. Genau um so etwas zu lernen, studieren wir schließlich – und unsere ersten Unterrichtsstunden waren didaktisch und methodisch sicherlich nicht perfekt, sondern vielmehr „nach Gefühl“ und „so hat mein Lehrer das früher auch gemacht und ich fand's ganz gut“. Auch die anderen beiden Leistungsnachweise hatten zumindest den Umfang einer Hausarbeit, auch wenn die Aufgaben auf konkret vorgegebener Textarbeit basierten und ich mir dafür nicht noch selbst Literatur organisieren musste.

Mit der Sonderpädagogik-Aufgabe und dem Unterrichtsentwurf bin ich schon seit Längerem fertig – vielleicht liegt das daran, dass ich beide mit jeweils einer Kommilitonin zusammen schreiben musste. Bei der dritten Aufgabe und der Hausarbeit tut sich nämlich... nichts. Die Aufgabe für Deutsch habe ich schon aufgegeben, weil ich befürchtete es zeitlich nicht mehr zu schaffen. Das Seminar werde ich wohl im dritten Semester wiederholen müssen.

Bei meiner Hausarbeit für Ethik herrscht zurzeit auch Stillstand, dabei ist quasi alles gegeben: Das Thema ist spannend und gefällt auch meinem Dozenten, ich habe acht Bücher aus verschiedenen Bibliotheken ausgeliehen und mich um Formatierung, mögliche Gliederung und Titelblatt bereits gekümmert. Und nun? Nun sitze ich jeden Tag hier, das Dokument geöffnet, die Bücher neben mir, zähle die Sekunden und warte auf die Ankunft der Motivation. Ein gravierendes Problem hierbei – im Unterschied zum Lernen vor den Prüfungen – ist, dass ich momentan zwecks Fastenzeit auf Schokolade verzichte und mich so nicht einmal mehr mit Nervennahrung motivieren kann...

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 11, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 11, 2013