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Studentenleben live

Pankow ist das neue Prenzlberg

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

18.03.2013

Meist nutze ich die Semesterferien dazu, meine alte Heimat zu besuchen. Schließlich lohnt sich der lange Weg für ein Wochenende einfach nicht.

Ich bin nicht – wie so viele meiner Freunde – Berlin-nostalgisch und möchte unbedingt wieder in die Stadt, die man in Deutschland vielleicht noch am ehesten als „die Stadt, die niemals schläft“ bezeichnen würde.

Trotzdem komme ich immer wieder gerne hierher zurück, vor allem nach Pankow, meinem Heimatdorf, oder auch Kiez in Berlin. Und jedes mal fällt es mir mehr auf: Pankow ist das neue Prenzlberg. Zwar haben die Schwaben hier noch nicht ihre Invasion begonnen (oder sie können sich einfach besser tarnen), aber die Familien mit Kind und Kegel, die sind schon längst aus dem vollen, lauten Prenzelberg nach Pankow rübergeschwappt. Ich freue mich, dass mein Bezirk nicht altert, bin aber trotzdem jedes mal verwirrt, wenn ich an die altbekannten Plätze komme, und sie kaum wiedererkenne. Wo kommen all diese Häuser her? War hier nicht früher...nichts? Jede Baulücke wird neuerdings gefüllt, meistens durch eine Kita oder neue Eigenheime, um die Bedürfnisse der neuen Pankowerinnen und Pankower zu stillen. Letztes Wochenende führte das zu der beschämenden Situation, dass ich mich hoffnungslos in den Kleingartenanlagen verlaufen habe. Plötzlich waren alle freien Flächen mit Einfamilienhäusern gefüllt und was früher noch ein öffentlicher Weg war, war jetzt ein Garten. Da half auch kein Navi mehr. Ohne genau zu wissen wie, war ich plötzlich im hässlichsten Teil Pankows (ich möchte jetzt keine Namen nennen, sonst habe ich den Bürgerverein am Hals). Alte, verlassene Industrieanlagen aus DDR-Zeiten, ein Aldi, der keiner mehr ist, und weit und breit kein Mensch auf der Straße. Manches ändert sich also doch nicht und bevor die Mamas und Papas hier hinziehen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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