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Studentenleben live

Pankow ist das neue Prenzlberg

Meist nutze ich die Semesterferien dazu, meine alte Heimat zu besuchen. Schließlich lohnt sich der lange Weg für ein Wochenende einfach nicht.

Ich bin nicht – wie so viele meiner Freunde – Berlin-nostalgisch und möchte unbedingt wieder in die Stadt, die man in Deutschland vielleicht noch am ehesten als „die Stadt, die niemals schläft“ bezeichnen würde.

Trotzdem komme ich immer wieder gerne hierher zurück, vor allem nach Pankow, meinem Heimatdorf, oder auch Kiez in Berlin. Und jedes mal fällt es mir mehr auf: Pankow ist das neue Prenzlberg. Zwar haben die Schwaben hier noch nicht ihre Invasion begonnen (oder sie können sich einfach besser tarnen), aber die Familien mit Kind und Kegel, die sind schon längst aus dem vollen, lauten Prenzelberg nach Pankow rübergeschwappt. Ich freue mich, dass mein Bezirk nicht altert, bin aber trotzdem jedes mal verwirrt, wenn ich an die altbekannten Plätze komme, und sie kaum wiedererkenne. Wo kommen all diese Häuser her? War hier nicht früher...nichts? Jede Baulücke wird neuerdings gefüllt, meistens durch eine Kita oder neue Eigenheime, um die Bedürfnisse der neuen Pankowerinnen und Pankower zu stillen. Letztes Wochenende führte das zu der beschämenden Situation, dass ich mich hoffnungslos in den Kleingartenanlagen verlaufen habe. Plötzlich waren alle freien Flächen mit Einfamilienhäusern gefüllt und was früher noch ein öffentlicher Weg war, war jetzt ein Garten. Da half auch kein Navi mehr. Ohne genau zu wissen wie, war ich plötzlich im hässlichsten Teil Pankows (ich möchte jetzt keine Namen nennen, sonst habe ich den Bürgerverein am Hals). Alte, verlassene Industrieanlagen aus DDR-Zeiten, ein Aldi, der keiner mehr ist, und weit und breit kein Mensch auf der Straße. Manches ändert sich also doch nicht und bevor die Mamas und Papas hier hinziehen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Mar 18, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Mar 18, 2013

Studentenleben live

"Die Mensa ist ein Murks!"

Achtzig Jahre ist er alt und er kommt immer noch zu uns in die Mensa. Als Professor für Chemie ist er 1990 emeritiert. Hier trifft er sich noch mit ein paar Kollegen zum gemeinsamen Mittagessen. Schon manche interessante Geschichte hat er mir erzählt, etwa, wie es war, als man ihm nach dem Abitur vorschreiben wollte Tiermedizin zu studieren, weil es hieß, in fünf Jahren würde für irgendeinen Bezirk ein neuer Tierarzt benötigt – Planwirtschaft eben. Nur mit Mühe und Not konnte er diesem Zwang entrinnen und etwas anderes studieren, was das Komitee auch für nützlich hielt.

Heute traf ich ihn im Innenhof des Campus‘ und wir kamen auf die neue Architektur des immer noch nicht ganz fertig gestellten Uni-Gebäudes zu sprechen. „Diese Mensa ist ein Murks!“ meinte er – eine große Halle, so laut, wie ein Großbahnhof, der Raum teilweise acht Meter hoch und alles nur glatte, harte Oberflächen, die jeden Schall nicht schlucken, sondern nur reflektieren würden. Wenn irgendwo ein Stuhl gerückt wird, hört es jeder im Raum so gut, als ob es direkt neben ihm geschähe. Da er nicht nur Chemie gelehrt hat, sondern auch Ingenieur war und zu Akustik geforscht hat, traue ich ihm eine kompetente Meinung zu.

Aber auch die Organisation der Bewegungsströme sei eine Katastrophe, meint er. Hinter den sechs Kassen wird der Weg hin zu den Tischen nicht breiter, sondern sehr eng. Das Essen auf dem Tablett balancierend prallen wir mit denen zusammen, die schon gegessen haben und nun ihre Tabletts abgeben und zum Ausgang strömen. Passend grinst mich von einem der Informations-Bildschirme eine Studentin an, Messer und Gabel angriffsbereit in den Händen, dazu der Text: „Wir wollen auch noch essen!“ – Wer fertig gegessen hat, soll doch bitte gleich seinen Platz räumen.

Früher habe es noch Garderoben gegeben – ob Mantel oder Jacke, die muss man heute irgendwie über den Stuhl hängen und darauf hoffen, dass sie nicht runterfallen. Deshalb gehe ich auch nur noch bei gutem Wetter und zu den Nebenzeiten in die Mensa, dann fühle ich mich nicht wie in der Massentierhaltung und kann auf der ruhigen Terrasse essen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Mar 13, 2013

Studentenleben live

Die Energiewende hautnah

Dass der Studiengang Politikwissenschaften nicht immer nur theoretisch sein muss, sondern auch praktisch und wirklichkeitsnah, habe ich an dieser Stelle bereits mehrfach beschrieben. Mein Vertiefungsseminar „Einführung in die Energiepolitik“ in diesem Semester liefert einmal mehr den Beweis.

Konzipiert als Blockseminar, sollte es zunächst um die Grundlagen in der Energiepolitik gehen, sprich: Welche Befugnisse hat die EU und wie sieht die Situation in Deutschland aus? Welche fossilen Energieträger gibt es, welche erneuerbaren? Kernthema des Seminars sollte jedoch vor allem die „deutsche Energiewende“ sein – ein Thema also, das seit Fukushima und dem geplanten Ausstieg aus der Atomenergie die mediale und politische Landschaft beherrscht. Dementsprechend diskutieren wir auch über den Netzausbau, über Speicher und über Energieeffizienz. Den Abschluss bildete eine intensive Diskussion mit der Frage „Sind 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 möglich?“.

Fazit meinerseits: ein tolles, spannendes und lehrreiches Seminar, das mir erneut das Gefühl gegeben hat, das Richtige zu studieren. Schon jetzt steigt meine Vorfreude auf das nächste Semester.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 13, 2013