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Studentenleben live

Flaschenmanie

Autor:

Rubrik:
studium

28.03.2013

Wir alle trinken es – Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser. Und jeder rennt mit so einer Flasche in der Hand herum. Das erste, was einige Studenten und auch Profs aus ihrer Tasche holen, wenn sie in die Vorlesung oder zum Seminar kommen: ihre Wasserflasche.

Ein halber Liter irgendeiner Standardmarke kostet je nach Ort 30 Cent bis drei Euro, bei uns in der Uni zahle ich für einen dreiviertel Liter 1,35 Euro. Es muss ja auch erst einmal in Plastik- oder Glasflaschen oder Tetrapacks gefüllt werden und dann mehrere hundert oder auch mehrere tausend Kilometer weit transportiert werden. Jeder will daran verdienen. Etwa zehn Prozent seines Umsatzes macht der weltgrößte Konzern für „Lebensmittel“ mit Flaschenwasser, allein in den USA etwa 10 Milliarden Dollar. Kaum eine große Wassermarke, die nicht in den Händen eines Weltkonzerns ist. Für Werbung geben die auch mal gerne zehn Millionen Euro aus, aber es rentiert sich trotzdem.

Dabei hat Stiftung Warentest bei einer Untersuchung von Flaschen- und Leitungswasser festgestellt, dass Leitungswasser hier in Deutschland weit weniger belastet ist, als einige Flaschenwasser, einmal abgesehen von zahlreichen Stoffen, die sich aus dem PET der Plastikflasche lösen können, wie beispielsweise Bisphenol A (BPA), das offenbar wie Östrogen wirkt. Das Flaschenwasser kostet fast tausendmal so viel wie Leitungswasser, dafür zahlt man in Deutschland nämlich etwa einen Cent für sechs Liter. Aber zu unserem Lebensstil „on the go“ passt es eben auch, sich das Wasser einfach in einem der vielen Läden unterwegs zu besorgen. Entspricht es einem natürlichen Bedürfnis, dass wir heute mit etwa 170 Litern pro Kopf und Jahr etwa 800 Prozent mehr Flaschenwasser trinken als noch unsere Eltern?

Ein paar besorgte Studenten haben sich inzwischen spezielle Plastikflaschen gekauft, auf denen extra „bpa-free“ drauf steht, andere füllen ihre Club-Mate-Flasche einfach mit Leitungswasser auf. Aus den USA kenne ich es, dass es in der Öffentlichkeit viele kostenlose Wasserspender gibt, das wäre auch mal eine Maßnahme für meine Uni. Ob die auf so einen Vorschlag eingehen?!

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