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Studentenleben live

Gastfahrräder, Fahrradautobahnen und die Polizei

Die erste Woche in Münster ist rum und was soll ich anderes sagen als: Ich bin begeistert!

Hier ist es total normal Gast-Fahrräder für Besucher im Keller stehen zu haben. Das ist allerdings auch echt nötig, denn ohne die Drahtesel ist man eben doch etwas länger unterwegs. Münster ist, wie viele Städte Deutschlands, radialkonzentrisch aufgebaut, das heißt, dass die Straßen um den Altstadt-Kern ringförmig verlaufen. Gleichzeitig führen allerdings auch Straßen direkt ins Zentrum.

Das Besondere hier in Münster ist jedoch, dass es einmal um die komplette City herum einen „Fahrrad-Ring“ gibt, auf dem man mit dem Drahtesel wie auf einer Autobahn vorankommt! Grundsätzlich bin ich für die gleichen Entfernungen wie in Nürnberg – wo Fahrradwege immer dort, wo es gerade gefährlich wird, im Nichts zu enden scheinen –bestimmt fünf bis zehn Minuten kürzer unterwegs!

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig: Um die Radfahrer-Massen in den Griff zu bekommen, greift die Polizei etwas härter durch als woanders, gerade zu Semesterbeginn. Fahren auf der falschen Straßenseite, Fahren ohne funktionstüchtige Beleuchtung oder das sichere Verstauen der eigenen Hände in wärmenden Hosen- bzw. Jackentaschen während der Fahrt (der April ist hier leider genauso kalt wie überall sonst) wird gerne geahndet. Bisher konnte ich mich dem glücklicherweise noch entziehen, aber ich bin mir relativ sicher, dass sich hinter Bäumen versteckende Polizisten noch den einen oder anderen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung bei mir entdecken werden.

Die Leute, die mit mir anfangen zu studieren, entpuppen sich als sehr nett, das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Studenten scheint echt ausgeprägt zu sein und auch die Uni bzw. Fachschaft macht nach den ersten Einführungsveranstaltungen einen echt guten Eindruck. Am Montag beginnen die ersten Veranstaltungen, in denen auch tatsächlich Inhalte vermittelt werden – ich bin gespannt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 12, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 12, 2013

Studentenleben live

Zweites Semester

Eine meiner liebsten Veranstaltungen im zweiten Semester war das Seminar „Die Selbstermächtigung des religiösen Subjekts, Religion als sozialer Tatbestand“. In meinem Studiengang schreiben wir nicht so viele Klausuren, arbeiten aber schriftlich Dinge aus, schreiben etwa Analysen, Essays oder Seminararbeiten. Dabei ist man relativ frei in der Wahl des Themas (solange es in den Rahmen des Seminars passt), was mir sehr gut gefällt, so kann man sich mit gründlicher Vorbereitung immer ein Thema suchen, für das man sich interessiert.

Ich habe im zweiten Semester beispielsweise untersucht, inwieweit sich die FJP (die Partei der Muslimbrüder in Ägypten) noch mit der ursprünglichen Ideologie der Muslimbrüder identifiziert. Meistens reproduziert man in den Seminararbeiten die Thesen gängiger Wissenschaftler und bringt sich selbst lediglich im Fazit ein. Für so eine Seminararbeit sollte man dann genügend Zeit einplanen, denn vor allem die Vorarbeit, wie das Finden einer geeigneten Fragestellung und die Literarturrecherche, dauern schon ziemlich lang. Ist das Gerüst erstellt und die Gliederung mit dem Dozenten abgesprochen, kann man zügig arbeiten. Gute Vorarbeit ist also alles.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Apr 11, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Apr 11, 2013

Studentenleben live

Letzte und erste Eindrücke

Nachdem ich mit zwei Freunden ein paar richtig gute Tage in den Hintertuxer Alpen verbracht hatte, holte mich die Realität recht schnell wieder ein: Angekommen in Nürnberg fing ich sofort an, meine Sachen für den nur noch zwei Tage entfernten Umzug zu packen. Klamotten, Möbel, Hausrat, eben alles, was so dazu gehört. Kaum war das Auto beladen war es auch schon 13 Uhr und damit hatte ich nur noch 20 Minuten bis Dienstbeginn. Da man als Pflegepraktikant – vermutlich aber als Praktikant grundsätzlich – keinen Urlaub hat, musste ich meine freien Tage rein- beziehungsweise nacharbeiten. Das Osterwochenende würde ich also im Spätdienst im Krankenhaus verbringen. Glücklicherweise waren die zwei Tage bis auf eine Ausnahme sehr ruhig, was vor allem daran lag, dass über die Feiertage keine planmäßigen Untersuchungen durchgeführt werden, für die man die Patienten vorbereiten muss.

Kaum war der erste Dienst vorbei, ging es weiter mit Umzugsvorbereitungen, es stand also eine kleine Nachtschicht an. Auch der Ostersonntag entpuppte sich schließlich als doch sehr ruhig, sodass ich sogar etwas früher gehen durfte.

Insgesamt würde ich das Praktikum als eine sehr gute und vor allem wichtige Erfahrung ansehen. Einblicke in den Krankenhausalltag, Einfühlungsvermögen für Patienten und Wissen über pflegerische Tätigkeiten sind eben Kenntnisse, die sich am besten vor Ort und nicht im Hörsaal vermitteln lassen.

Da ich mit Packen fertig war, traf ich mich noch mit drei meiner besten Kumpels, um meinen Abschied aus Nürnberg zu feiern. Lang wurde der Abend allerdings nicht, schließlich galt es, am Ostermontag um sechs Uhr aufzustehen und die 500 Kilometer nach Münster in Angriff zu nehmen.

Nachdem mein Zimmer fertig eingeräumt war, blieb noch ein bisschen Zeit, durch die Stadt zu schlendern. Hier ist einiges ist ganz anders als in Nürnberg: die Radfahrmentalität beispielsweise. Während man in Nürnberg als Radfahrer eher gefährlich lebt – jedenfalls ist das der Schluss, zu dem ich nach fast 15 Jahren als Nürnberger Fahrradfahrer gekommen bin – ist Münster die wohl fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz und die Tatsache, dass die Stadt sehr eben ist, bilden eine perfekte Grundlage.

Wie auch immer, die nächsten Tage über werde ich mir die Stadt genauer ansehen, zu den Einführungsveranstaltungen gehen und natürlich eine Bleibe suchen. Das Zimmer, in dem ich momentan lebe ist nämlich nur eine Zwischenlösung für die nächsten vier bis zwölf Wochen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 9, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 9, 2013