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Studentenleben live

Dampfturbinen II

Alte Blog-Einträge zu lesen fühlt sich so an, als würde ich in einer Art Tagebuch blättern. So werden Erinnerungen an längst vergessene Eindrücke, Gefühle und Ereignisse wieder wach. Schmunzeln musste ich hierbei besonders über einen alten Eintrag aus dem Jahr 2008: Damals besuchte ich mit meinem Physik-Leistungskurs eine Fachtagung über Dampfturbinen und Dampfturbinenantriebe. Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich von den vielen Fachvorträgen inhaltlich so gut wie gar nichts verstanden hatte; viel zu tief wurde in die relevanten technischen Vorgänge eingestiegen, als dass ich den Vorträgen ohne grundlegendes Vorwissen in diesen Themengebieten folgen hätte können. Mein damaliges Fazit war dementsprechend auch, dass ich hauptsächlich gelernt hatte, wie viel ich eigentlich noch nicht weiß.

Heute, fast fünf Jahre später, wäre ich begeistert, erneut die Chance zu haben, den entsprechenden Vorträgen zuzuhören: Die Kraftwerkstechnik hat sich definitiv zu einem meiner liebsten Themengebiete im Studium entwickelt und ich habe das Gefühl, dass mir diese Fachrichtung wirklich liegt.

Der alte Beitrag über Dampfturbinen zeigt mir insbesondere, wie viel Wissen man im Laufe einiger Jahre ansammeln kann. Dinge, von denen ich während meines Abiturs dachte, dass ich sie niemals verstehen würde, erscheinen mir heute absolut plausibel. An dieser Stelle daher auch ein Lob an den Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement für die vielfältigen Einblicke und eine ordentliche Portion Fachwissen, die uns vermittelt wurden.

Autor: Janine  |  Rubrik: studium  |  Apr 17, 2013
Autor: Janine
Rubrik: studium
Apr 17, 2013

Studentenleben live

Ein Arbeitstag in der Stadtverwaltung

Es ist halb neun. Der Himmel grau, ein bisschen Schneeregen, typisches Wetter im Département Nord an der französisch-belgischen Grenze. Die Sonne scheint hier im Herzen anstatt am Himmel. Na gut, wenn das so ist. Eine etwas heitere Wetterlage hätte meinem Gemüt auch nicht geschadet, aber die Leute sind wirklich herzlich zu mir, also nehme ich das kleine Übel des Regenwetters gern in Kauf.
Um viertel vor neun hat in der Regel jeder Franzose seinen Arbeitskollegen mit Küsschen und allem drum und dran begrüßt und es könnte eigentlich losgehen. Schnell noch einen Kaffee und dann an die Arbeit. Während der PC hochfährt, ist noch Gelegenheit, der Kollegin aus der Abteilung gegenüber vom Wochenende zu erzählen, aber dann wirklich an den Schreibtisch, schließlich klingelt das Telefon jetzt schon zum zehnten Mal. „Mairie de Ronchin, bonjour?“ Niemand sagt jemals seinen Namen am Telefon, aber das ist auch nicht schlimm, da der Anrufer fast immer an jemand anderen weitergeleitet wird – man ist schließlich nicht für alles zuständig. Jetzt aber schnell die ersten Anträge und Formulare bearbeitet! Obwohl? Da ist ja noch die Praktikantin, die hätte sicher gerne auch etwas zu tun. Wie war denn noch gleich das Passwort für den User „Praktikant“? Na, das wäre doch gelacht, wenn die Technik-Abteilung keinen Rat wüsste und nebenbei könnte man sich doch gleich bei dem Kollegen für das nette Feierabendbierchen (natürlich ein belgisches!) bedanken. Oh, der Vormittag ist schon vorbei? Super, dann gibt’s ja gleich Mittagessen!

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Apr 15, 2013

Studentenleben live

Frühlingserwachen

Die Sonne scheint, in unserem Hof spielen und toben lauter Kinder. Einige Studenten sitzen oder liegen auf der Sachsenbrücke im Clarapark. Als ich beim Radeln dort zufällig einen Freund wiedertreffe, geselle mich hinzu und strecke mich, es ihm gleich tuend, sonnen-durstig den schon wärmenden Strahlen entgegen. Sein Schnupfen ist plötzlich weg, als ob es nur am Sonnenmangel gelegen hätte. Wir unterhalten uns über den Semesterbeginn und die Stadt. Es scheint uns, als kämen immer mehr Studenten an die Uni –Hörsaalgebäude, Mensa und Bibliothek sind gerammelt voll.

Für die nächsten Wintersemesterferien planen wir, in den Süden zu trampen. Dabei denken wir gar nicht so sehr an Urlaub. Vielmehr wollen wir den Laptop und einige Bücher mitnehmen und einfach dort die Hausarbeiten schreiben. Das geht doch auch. Wie die Zugvögel eben.

Plötzlich kommen zwei lustige Studenten angerannt, ziehen sich, niemanden beachtend, aus und springen von der Brücke in den Fluss. Sie kreischen quietschfidel, das Wasser ist noch ziemlich kalt, schwimmen schnell ans Ufer, schlüpfen in ihre Sachen und sind gleich wieder auf und davon.

Jetzt habe ich wieder Energie, um meine letzte Hausarbeit, die ich eigentlich schon hätte abgeben müssen, in Angriff zu nehmen. Ich kann mich ja erst mal auf den Balkon in die Sonne setzen und dort mit dem Lesen anfangen. Auf dem Nachhauseweg fahre ich noch bei der Fahrradselbsthilfewerkstatt vorbei, um meinen Drahtesel sommertauglich zu machen. Doch ich bin nicht der einzige, bei dem gutem Wetter kommen alle auf diesen Gedanken. Naja, die Sonne scheint ja, da macht das Warten gar nichts aus. Und morgen ist hoffentlich wieder ein Sonnentag.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Apr 15, 2013