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Studentenleben live

Pauschal nach Malle

Ich weiß, das Semester hat schon begonnen, aber anstatt euch mit meinen Kursen und Prüfungen zu langweilen, schreibe ich doch lieber etwas über meine Ferien. Nach fünf Wochen zu Hause (und nicht daheim) im schönen, kalten Berlin hatte mein Freund die Idee, doch noch eine Woche ins Warme zu fliegen. Es tauchten Bilder von Strand, Meer und Cocktails mit Papierschirmchen in meinem Kopf auf, die sofort zerplatzten, als ich etwas länger darüber nachdachte. Wie sollte man denn im April eine Woche, bevor man losfahren könnte, noch eine Reise in den Süden buchen? So, wie viele Menschen Urlaub machen: pauschal eben. Ich weigerte mich heftig. Wie kann man, wenn man sich auch nur für ein ganz kleines bisschen alternativ hält, ein Schnäppchenangebot mit Flug, Hotel und am besten noch all-inclusive buchen?

Wir durchforsteten das Internet und fanden nach geschlagenen zwei Stunden auch ein Angebot, das mir halbwegs seriös vorkam. Auf Mallorca, oder liebevoll von vielen Deutschen auch Malle genannt. Nein, nicht am Ballermann, sondern auf der ruhigen Seite und nicht all-inclusive, sondern ohne Essen und Trinken.

Kann man das irgendwem erzählen? Meine Frende dachten auch, ich will sie vera***en, als ich von meinen Plänen erzählte. Nach der Buchung traute ich mich überhaupt nicht, mich zu freuen. Man liest ja ständig, wie Leute im Internet abgezockt werden. Und wer weiß, vielleicht würden sie ja den Flug streichen oder das Hotel gibt es noch gar nicht und man muss dann spontan in irgendein anderes mit horrenden Preisen. Das ist wohl alles schon passiert. Aber bei uns lief es genau so, wie es im Internet stand. Nur der Gratis-Reiseführer hat es nicht mehr pünktlich mit der Post zu mir nach Hause geschafft. Aber das war zu verkraften.

Vor Ort haben wir uns aber nicht mit unserer Reiseleitung in Verbindung gesetzt (Sorry Tina, nimm’s nicht persönlich), sondern auf eigene Faust – also doch ein bisschen alternativ – unsere Ausflüge geplant. Die Insel war so grün, dass ich jetzt verstehen kann, warum so viele Menschen verliebt in sie sind. Schade, dass sie so verrufen ist. Falls sich noch einmal die Gelegenheit bieten sollte, sag ich sicher nicht mehr nein zu einer Pauschalreise nach Malle.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Apr 29, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Apr 29, 2013

Studentenleben live

Semesterferien

Semesterferien sind toll. An meiner Hochschule gibt es die kurzen Ferien um Weihnachten, die großen nach dem Wintersemester, also von Februar bis April, die kurzen Pfingstferien und die großen Ferien nach dem Sommersemester. Die dauern ca. zweieinhalb Monate und können vielseitig gestaltet werden.

Viele der Studenten müssen über die Ferien Hausarbeiten schreiben, da ist dann nicht gerade viel mit Ferien und Urlaub, doch mancher Professor sieht das mit den Abgabeterminen auch nicht so eng. Dann ist es auch oft der Fall, dass in den Ferien Klausuren geschrieben werden. So manch ein Student ist an seiner Buchung für den Urlaub schon verzweifelt, weil man immer erst relativ spät erfährt, wann die Klausuren stattfinden. Eine weitere beliebte Möglichkeit, die Ferien zu nutzen, ist ein Praktikum. Manche gehen dazu auch in andere Städte und wohnen dort dann meistens zur Untermiete oder beziehen eine Wohnung. Wir Kulturwissenschaftler in Koblenz zum Beispiel müssen sechs Wochen Pflichtpraktikum machen. Es wird uns jedoch auch immer geraten, noch weitere zu absolvieren, um weitere Erfahrungen sammeln zu können. Ferienjobs sind natürlich auch eine beliebte Option, wobei ich der Meinung bin, dass das Studium – sofern das möglich ist – immer vorgehen sollte. Im Endeffekt denke ich, machen die meisten in ihren Ferien ein bisschen von allem: für die Uni arbeiten, jobben, Klausuren schreiben, Seele baumeln lassen, in den Urlaub fahren und vielleicht auch über den weiteren Werdegang nachdenken: Das Studentenleben von heute ist also keinesfalls einseitig.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Apr 26, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Apr 26, 2013

Studentenleben live

Stöhnen für Anfänger

Es war ein ganz gewöhnlicher Montag, abgesehen davon, dass die Sonne zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder auf unseren Betonklotz von Hochschule knallte, Menschen nach Eis verlangen ließ und noch ungebräunte Körper in Tops und kurze Hosen zwängte. Was war der Tag, an dem der Campus randvoll war, nachdem zwei Monate lang nur vereinzelt Gestalten die Bildungsstätte aufsuchten, etwa um Klausurergebnisse zu erfragen, ihren Studentenausweis zu validieren oder weil sie das Essen in der Kantine so sehr vermissten. Und es war der Tag, an dem sich „Hannah Handball“ und „Sarah Suppe“ von der Studentenbühne schlichen, als sie bemerkten, dass sie bei ihren Schauspielversuchen entweder lächerlich theatralisch oder zu sehr nach unterbelichteten Talkshowmoderatorinnen aussahen.

Es war also zunächst ein ganz gewöhnlicher Montag: Mathe-Vorlesung, Chinabox-Mittagessen, Deutsch-Vorlesung, obligatorischer Mensagang. Man hört seinen Namen, sieht die übliche Clique dort sitzen, gesellt sich dazu, redet. Wird vollgeredet und überredet. „Du brauchst doch auch ‚Grundlagen des Sprechens' und dein Stundenplan ist noch so leer. Komm doch mit zur Studentenbühne! Montags, 18 bis 21 Uhr. Da macht man Atem- und Stimmübungen und dreht einen Werbefilm oder so...“ Und dann geht man eben mal mit. Und erfährt, dass man für „Grundlagen des Sprechens“ auch weniger aufwendige Veranstaltungen wählen kann, in denen kein Theaterstück mit drei anschließenden Aufführungen geprobt wird, kein Wochenende zusätzlich zu den drei Stunden in der Woche zum Proben geopfert werden muss und so weiter. Vielleicht war das der Moment, in dem ich hätte gehen sollen, aber ich wollte nicht unhöflich sein und dachte mir, es könnte ja ganz lustig werden.

Es ging also los: Aufwärmübungen auf der Bühne, wir üben stöhnen („Das könnt ihr ja sicher alle!“) und seufzen und gurren und ich frage mich, ob Schwangerschaftsatemübungen ähnlich ablaufen. Es folgt die klischeehafte Namensspielrunde, in der jeder einen Begriff mit seinem Anfangsbuchstaben suchen muss. Dabei wird sich reihum ein Sockenpaar zugeworfen. Ich beneide „Tobi Tollpatsch“, weil er sich nicht so sehr beim Fangen bemühen muss wie ich als „Hannah Handball“ und bin froh, als es vorbei ist. Wie so oft frage ich mich, ob ich später auch solche Methoden in meiner Zeit als Lehrerin verwenden werde. Wie so oft komme ich zu keiner Antwort. Bis hierhin... merkwürdig, aber akzeptabel.

Als wir dann allerdings Zettel mit einem Text bekamen, den wir auswendig allein auf der Bühne zu einer bestimmten Gefühlslage darstellen sollten, war es wirklich vorbei. Ich habe nichts gegen Theater, ehrlich nicht. Aber es ist ein Unterschied, ob ich eine Rolle habe, ein Kostüm, weitere Rollen neben mir, die in dem geschriebenen Stück mitspielen, mit mir zusammen auf der Bühne interagieren, oder ob ich allein dort stehe, unverkleidet, mit einem Text, den ich seit fünf Minuten kenne und zu dem ich spontan mit meiner mickrigen schauspielerischen Fähigkeit eine Darstellung improvisiere, während alle anderen mich unentwegt anstarren. Nein, danke. Das musste dann echt nicht sein...

Und so blieb mein einziger filmreifer Auftritt letztlich das fluchtartige Verlassen der Aula mit der ebenfalls abgeschreckten Komplizin „Sarah Suppe“ und dem immer noch halbleeren Stundenplan.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 25, 2013