interaktiv

Studentenleben live

Aufnahme fertig — Nerven auch

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

10.05.2013

Für mein Modul „Kommunikation der Schriftlichkeit und Mündlichkeit“ gibt es definitiv die besten Veranstaltungen! So zum Beispiel mein Proseminar: Radio-Moderation. Das Besondere an diesem Seminar ist für mich vor allem, dass es ein Blockseminar ist. Normale Seminare finden einmal pro Woche im Anderthalb-Stunden-Block statt, Blockseminare dauern zwei oder drei Tage, an denen man dann von morgens bis abends in der Uni ist. Normalerweise sind Blockseminare am Wochenende, Radio-Moderation findet leider unter der Woche statt, sodass ich die ersten anderthalb Stunden am Mittwoch nicht mitmachen kann, weil ich zu meinem Mediävistik-Grundseminar muss, da ich dort sonst nicht zugelassen würde.

Als ich um halb zwölf statt um zehn Uhr dann in den Seminarraum des Medien-Labors platze, sind schon alle Stühle besetzt und ich muss auf dem Boden sitzen…kein guter Start. Nach einem bisschen Theorie über Moderatoren und die verschiedenen Beitragsarten, wie Nachricht und Kommentar, dürfen wir auch selbst produktiv werden. Wir sollen eine Nachricht und einen Kommentar verfassen und können diese dann professionell aufnehmen. Bei der Nachricht bin ich noch zu schüchtern, mich ins Studio zu trauen, aber meinen Kommentar will ich unbedingt aufnehmen. Das Schreiben ist nicht unbedingt das Problem, beim Üben im Flur vorm Studio habe ich auch kein Problem mit dem Sprechen, dann aber stehe ich vor dem Mikro im Studio. „So, wir müssen jetzt noch alles einstellen, fang einfach mal an mit deinem Text“, kommt die Ansage aus dem Kopfhörer.

„Okay“, krächze ich zurück. Alles noch nicht ernst, nicht schlimm, sich zu versprechen, sage ich mir immer wieder vor, als ich vollkommen nervös die ersten Sätze meines Kommentars vorlese.

„Gut, dann kannst du jetzt auch richtig anfangen.“

Ich stehe im Studio, lese meinen Text und hoffe einfach nur, weder umzukippen, noch mit dem zitternden Finger in der Zeile zu verrutschen und plötzlich nicht mehr zu wissen, wo ich weiter lesen muss…

Irgendwann ist die Aufnahme fertig – genau wie meine Nerven. „Keine Sorge, ich hab mich zweimal versprochen, also kann euer Auftritt nur besser werden“, ermuntere ich noch die anderen in der Schlange vor dem Studio, bevor ich zurück in den Seminarraum gehe. Nachdem auch noch ein paar andere ihre Kommentare aufgenommen haben, kommt der Moment der Wahrheit. „Wir hören uns jetzt ein paar der Kommentare an.“ Unter anderem auch meinen. Danach kommt die Frage der Dozentin: „Was fandest du an deinem Kommentar denn gut?“

„Dass man nicht gehört hat, wie furchtbar aufgeregt ich war!“ Eigentlich könnte ich mehr dazu sagen, was alles nicht so gut war. An ein paar Stellen finde ich meine Betonung komisch, die zwei Versprecher, die Tatsache, dass zumindest ich höre, wie abgelesen das Ganze ist… Aber komischerweise bekomme ich fast nur positives Feedback. „Ich fand, man hätte den Beitrag jetzt so schon im Radio spielen können. Eine total gute Betonung, du sprichst echt gut.“

Und auch die Dozentin ist zufrieden. „Gerade am Anfang ist es sehr gut, dass Sie mit der Stimme so weich wurden, als es um das Kind ging.“ – „Das war aber nicht mit Absicht…“ – „Na, dann ist es doch toll, dass Sie das von ganz alleine so machen. Andere Leute müssen dafür viel üben. Das Einzige, was ich Ihnen noch auf den Weg mitgeben könnte, sind die Sprechgeräusche, die zu hören sind. Versuchen Sie, bei der nächsten Aufnahme den Mund weiter zu öffnen.“

Ich verspreche, es zu behalten, und hoffe, dass ich beim nächsten Mal weniger aufgeregt bin, sodass ich mich auf meinen Mund konzentrieren kann. Und dann ist der erste Blockseminartag auch schon um. Ging schneller als erwartet! Und hat Spaß gemacht.

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