Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?

Ich frage mich, gibt es diese idealtyptischen Studierenden, die sich eine Woche vor dem Start des Semesters hinsetzen, sich ihren Stundenplan zurechtlegen und dann a) ohne Probleme alle Veranstaltungen bekommen, die sie wollen b) alle Veranstaltungen auch gut finden, die sie ausgewählt haben und c) keine anderen unvorhergesehen Ereignisse die Planung torpedieren? Es mag diese Studierenden geben, aber ich gehöre definitiv nicht dazu...

Zwar hatte auch ich mir einen Stundenplan gebastelt, der 1a gepasst hätte, wenn, ja wenn da nicht immer diese „unvorhergesehenen Ereignisse“ wären. Denn: Als erstes musste ich feststellen, dass das Politik-Vertiefungsseminar zum Thema Klimapolitik nicht die erhoffte Qualität hatte (sowohl von Seiten der Dozentin als auch von Seiten des Teilnehmerkreises); sprich: Es musste ein anderes Seminar her. Da aber alle Alternativen fast ausnahmslos mit anderen Veranstaltungen kollidierten oder schlichtweg nicht interessant waren, gestaltete sich dies mehr als schwierig. Außerdem, hier tauchte das zweite Problem auf, musste ich auch in Geschichte umdisponieren, da es mir als Zweitfach-Student nicht erlaubt war, das von mir auserkorene Seminar zu belegen. Und weil das alles noch nicht genug war, kam zu diesem Wirrwarr auch noch eine lustige kleine Mandelentzündung hinzu, die mich für den Rest der ersten Uni-Woche außer Gefecht setzte. Klasse!

Mittlerweile hat sich mein Stundenplan aber eingespielt und aus den „Alternativen“ sind sogar spannende Seminare geworden. Solch ein stressiges Chaos brauche ich trotzdem nicht so schnell wieder!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  May 16, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
May 16, 2013

Studentenleben live

Strauße in der Strauße?

Es ist, auch wenn es vom Wetter her nicht so aussieht, Spargelzeit. Und das ist nicht nur eine Freude für alle, die gerne Spargel essen, sondern auch für all diejenigen, die gerne Wein trinken. Warum? Die Straußenwirtschaften haben geöffnet. Leider gibt es dort keine großen Vögel, die ihren Kopf in den Sand stecken. Der Begriff Straußenwirtschaft leitet sich von einem Strauß Pflanzen ab. Der wird nämlich in allen Weinregionen Deutschlands – und zum Teil auch in Österreich und der Schweiz – vor die Tür von kleinen, urigen Lokalen gehängt, in denen die Winzer ihren eigenen Wein und ein paar einfache Gerichte und Brotzeiten verkaufen. In manchen Gegenden ist es auch ein (Hexen-)Besen, der das Lokal anzeigt, das dann natürlich Besenwirtschaft heißt. Leider haben diese traditionellen Schenken nur bis zu vier Monate im Jahr geöffnet, aber man kann sich umso mehr freuen, wenn sie dann endlich aufmachen. Damit eine Strauße nicht als Gastronomiebetrieb zählt, gibt es zahlreiche Auflagen. Wo kämen wir denn da sonst auch hin im gut geregelten Deutschland! Es dürfen von den Winzern zum Beispiel keine Räume angemietet werden. Das heißt also, die Straußen sind in Privaträumen (manchmal auch in einer ausgebauten Scheune) und es dürfen nur maximal 40 Gäste Platz haben.

Mit und traditionell auch ohne diese Regeln ist eine Strauße unbedingt einen Besuch wert, wenn man ein bisschen Weinbauertradition testen will. Auch für den kleinen Geldbeutel. Und für Nordlichter, bei denen es einfach keinen Weinanbau gibt, sogar ein richtiges Erlebnis!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  May 15, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
May 15, 2013

Studentenleben live

Spontaneität und Kultur

Gestern war wieder einer dieser Spontanaktion-Abende. Seit dem Studium bin ich das wirklich gewohnt – Anrufe um 23.30 Uhr, ob ich noch Lust auf feiern in der Stadt habe und die Bahn um 00.03 Uhr bekomme oder SMS, ob man mich nicht in fünf Minuten zu einem Spieleabend abholen könnte, sind schon längst keine Seltenheit mehr. Und obwohl es echt eine Herausforderung ist, sich noch einmal aufzuraffen, wenn man gerade in gemütlicher Jogginghose vor dem Fernseher hängt, mental schon mit dem Tag abgeschlossen und sich mit dem Gedanken angefreundet hatte, nur noch zum Zähneputzen das Bett zu verlassen, bin ich in den meisten Fällen für solche Aktionen zu haben.

So war es auch gestern, als meine Mitbewohnerin um viertel vor acht mit den Worten „Wusstest du eigentlich schon, dass wir heute 'nen WG-Abend machen?“ in mein Zimmer kam und mir vom abendlichen Programm an unserer Hochschule erzählte. „In einer Viertelstunde geht’s los mit Powerpoint-Karaoke, kommst du mit?“ Nachdem sie mir erklärte, was es damit genau auf sich hatte, war meine Entscheidung schnell gefallen. Es geht hier nämlich keineswegs um einen Karaoke-Abend oder Ähnliches, es ist vielmehr... sagen wir, eine Art Freestyle-Slam. Die Teilnehmer bekommen ihnen unbekannte Powerpoint-Präsentationen und müssen möglichst authentisch und unterhaltsam einen Vortrag dazu halten. Klang auf jeden Fall wesentlich attraktiver als meine Mathe-Übungen, mit denen ich gerade beschäftigt war.

Also, zehn Euro in die Tasche gesteckt, provisorische Frisur, ein bisschen Schminke in das allabendliche Ich-bin-fertig-mit-der-Welt-Gesicht – auf geht’s. Als ich an der Kasse mein Wechselgeld und den Stempel bekomme, will ich erst fragen, was ich mit dem Spielgeld soll, bis mir auffällt, dass wir ja neue Fünf-Euro-Scheine haben (Ich finde sie nach eingehender Betrachtung sogar schöner als die alten, aber ein bisschen was von Spielgeld haben sie tatsächlich!). Wir suchen uns einen Platz im recht leeren Hörsaal und warten darauf, dass es los geht. Geht es aber zunächst nicht wirklich. „Wir haben bisher leider nur drei Teilnehmer, wer von Ihnen würde sich denn noch bereit erklären, spontan teilzunehmen? Sie bekommen auch Ihren Eintritt zurück und zwei Freigetränke.“ So eine Begrüßung wünscht man sich doch... Kollektives Auf-den-Boden-Starren, um nicht einzeln herausgepickt zu werden. Ich fühle mich ein bisschen an die Schulzeit erinnert und bin erleichtert, dass sich zeitnah zwei Mädels finden, die sich gegen zwei Gläser Weißwein auf der Bühne präsentieren wollen.

... und ab da wurde nur noch gelacht. Mein Deutsch-Dozent hielt uns einen Vortrag darüber, wie unsicher doch der Lehrerberuf sei und dass wir lieber in das Berufsfeld des Schlachters übergehen sollten – Blutmassaker hätten wir ja schon zu Genüge mit unseren Textmarkern geprobt – und pries auch die Karriere des Steuerhinterziehers als Option an; ein anderer Dozent erklärte uns, wie Chip-Implantate intravenös upgedatet werden können und warnte vor gefährlichen Hacker-Eingriffen am Oberarm; eine Kommilitonin klärte uns über Sexualstörungen und Spermatorrhoe auf, ohne überhaupt eine Ahnung davon zu haben, wie man das Wort ausspricht; der Sieger des Wettbewerbs hielt eine Präsentation über inszenierte Fotografie, erklärte uns den Eiffelturm als ein zur Sonne strebendes Phallus-Symbol und zeigte uns immer wieder Einblicke in sein Familienleben („Ups, da ist ja ein Foto von meinem Sohn, ein Schnappschuss beim Hausbrand!“).

Vermutlich ist mehr als die Hälfte davon Situationskomik und nacherzählt nicht mal halb so witzig, aber ich hatte einen schönen Abend und werde in Zukunft sicher häufiger das Kulturprogramm im Literatur-Café meiner Hochschule checken.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  May 13, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
May 13, 2013