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Studentenleben live

Zu verschenken

Es ist Frühling und alle misten aus. An jeder zweiten Straßenecke stehen nun kleine Kisten, Bananenkartons und andere Behälter mit einem Schild „zu verschenken“: Von Kleidern und Büchern über Bretter, Computermäuse und Buntstifte bis hin zu Großpackungen Watteröllchen vom Zahnarzt, Lautsprechern und Malerstativen ist alles zu finden und zu haben. Ich nenne es die Ökonomie des Teilens. Man muss die Dinge nicht wegschmeißen. Vielleicht kann ein anderer damit ja noch was anfangen. Ich selbst habe meist im Rahmen eines Umzugs eine Kiste mit Sachen vor die Tür gestellt, andere machen es beim Frühjahrsputz. Wenn jeder ab und an so eine Kiste packt, dann kann sich jeder mal über einen Schatz freuen, für den er kein Geld ausgeben musste. Am Ende kann er es vielleicht doch nicht (mehr) gebrauchen und tut es dann wieder in so eine Kiste.

Mit den Sachen, die wir kaufen, ist es doch nicht viel anders. Da gibt es auch nicht wenige Dinge, von denen wir denken, wir bräuchten sie, aber das tun wir gar nicht. Da ist es doch besser, wenn man sich nicht ärgern muss, dafür Geld ausgegeben zu haben und sich stattdessen freuen kann, etwas kostenlos bekommen zu haben. Gerade bei Kleidern ist es doch so – was dem einen nicht mehr gefällt, findet der andere vielleicht gerade schön. Oder Bücher – wir haben sie gelesen und werden sie wahrscheinlich nicht noch einmal lesen, können sie also weitergeben. Oder CDs – meist hören wir die Musik doch eh nur noch vom MP3-Spieler. Also Leute, packt auch ihr eure „zu verschenken“-Kiste und stellt sie an einem sonnigen Tag vor die Tür. Ich bin mir sicher, auch ihr habt viel Zeug, dass ihr nicht mehr braucht, und es wäre doch schade, wenn es im Müll landen würde. Ich habe mir gestern ein kleines tragbares Malerstativ und eine Rolle Nähgarn aus einer Kiste mitgenommen und in eine andere ein paar Musik-CDs und Zeitschriften gelegt. Heute habe ich gesehen, dass schon ein paar davon mitgenommen wurden.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jun 4, 2013
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Rubrik: studium
Jun 4, 2013

Studentenleben live

Last but not leas

Zugegeben, ich habe es ein wenig herausgezögert. Aber in diesem Semester, meinem sechsten, mache ich´s dann endlich doch: einen Englisch-Kurs. Ein Blick in die Studienordnung verrät, dass ebenjener für den Master verpflichtend ist, was meine gefühlte Entscheidungsfreiheit, ob ich noch einen mache oder nicht, relativ gegenstandslos werden ließ. Mittlerweile muss ich aber auch sagen: Es ist nicht nur eine lästige Pflichtaufgabe – die zwei Doppelstunden in der Woche machen sogar Spaß!

Es ist ja ohnehin so, dass Englischkenntnisse vor allem in der Politikwissenschaft (aber auch in anderen Disziplinen) unverzichtbar geworden sind. Alle wichtigen politikwissenschaftlichen Köpfe publizieren inzwischen auf Englisch und zwar schlicht und ergreifend deshalb, einen europäischen beziehungsweise globalen Diskurs ihrer Thesen zu erreichen. Manche Studierende scheinen das allerdings nicht soooo toll zu finden, weil sie die englischen Texte angeblich schwer verstehen. Das wiederum erschließt sich mir nicht so ganz. Englisch ist nun mal die Wissenschaftssprache Nr. 1, und ganz ehrlich: so ziemlich alle englischen Texte sind weitaus einfacher und strukturierter geschrieben als manch deutsches Pendant.

Insofern freue ich mich, dass ich den Kurs dieses Semester gewählt habe und ärgere mich gleichzeitig: Hätte ich eher gewusst, wie viel Spaß das macht, hätte ich schon in einem früheren Semester angefangen und könnte jetzt eine noch höhere Sprachfähigkeitsstufe erreichen.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jun 2, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jun 2, 2013

Studentenleben live

Mit einem Tag Verspätung

Es war erstaunlich ruhig geblieben dieses Jahr. Kaum bis gar keine Krawalle am Rande der Demonstrationen anlässlich des 1. Mais in Berlin. Stattdessen ein wunderbar buntes und fröhliches „Myfest“ in Kreuzberg mit Zigtausenden gut gelaunten Berlinern. Für alle Potsdamer Studenten mit Wohnsitz in der Hauptstadt sollte der große Schrecken aber noch kommen...

Dabei fing auch der 2. Mai ganz ruhig an. Zumindest für mich. Ich hatte mich am Vortag noch auf ein Referat im Geschichtsseminar zur Französischen Revolution vorbereitet und startete, wie es sich für einen Studenten gehört, ganz gemächlich in den Tag. Wie jeden Morgen stellte ich das Radio an und schlürfte am frisch gebrühten Kaffee. Beim Aufschneiden meines Brötchens kam dann die Meldung, die dem Tag eine unvorhersehbare Kehrtwende verlieh. „Erhebliche Probleme bei der S-Bahn! Nach einem Kabelbrand fahren auf der Strecke zwischen Berlin und Potsdam momentan keine Züge. Auch die Regionalbahnlinie nach Potsdam ist nicht in Betrieb. Vermutet wird ein Anschlag linksgerichteter Gruppierungen!“ „Naaaa suuuuper“, dachte ich mir.

Das Ganze wäre ja ein nicht allzu großes Drama gewesen, wenn ich nicht ausgerechnet an diesem Tag ein Referat hätte halten müssen. Ein Blick ins Internet verriet: keine Chance auf irgendeine Verbindung nach Potsdam. Per E-Mail informierte ich meinen Dozenten und schickte ihm das um einige Notizen ergänzte Hand-Out zu meinem Vortrag, in der Hoffnung, er könne dies als Vorlage für die Sitzung nutzen. Voller Verständnis, was blieb ihm auch anderes übrig, beantwortete er die Mail und bedankte sich für die Ausarbeitungen.

Nach dem Seminar kam dann sogar eine weitere Mail, in der er sich herzlichst für das sehr gelungene Hand-Out bedankte. So endetet dieser „1.-Mai-Schock mit einem Tag Verspätung“ doch noch gut – der modernen Kommunikation sei Dank!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  May 31, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
May 31, 2013