interaktiv

Studentenleben live

Der Trend geht zum Gender Star

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

13.06.2013

Tatsächlich, es ist so weit: Die Heidelberger Studierendenzeitung „ruprecht“ heißt nicht mehr Heidelberger Studierendenzeitung. Aus den Studierenden beider Geschlechter sind Studenten eines Geschlechts geworden, nun erscheint also einmal im Monat eine Studentenzeitung. Völlig egal, könnte man meinen, denn Layout, Inhalt, Stil, Redaktion – alles ist dasselbe geblieben. Aber nein: Boykottaufrufe, Empörung. Gleichzeitig aber auch eine große Mehrheit, der die Problematik ziemlich egal ist.
Jugendgruppen, Vereine, gar Universitäten schreiben ihre Satzungen um. Großes Beispiel vorweg: die Uni Leipzig, die konsequent für alle Geschlechter die weibliche Form eingeführt hat. „Entschuldigen Sie die Verspätung, Herr Professorin.“ Es wirkt grotesk, scheint aber ernst gemeint zu sein. Nicht minder ernst als unzählige emotional geführte Debatten um Gender Gap (Lehrer_innen) oder Gender Star (Schüler*innen). Das Binnen-I (StudentInnen) ist nahezu ausgestorben. Es gilt als altmodisch und verpönt, schließlich beinhaltet es nicht jene Gruppe, die sich keinem (sozialen) Geschlecht zugehörig fühlt. Der Gender Gap wertet die „Geschlechtslosen“ durch seine Position am Boden der Zeile ab, während der Gender Star als Aufwertung angesehen werden könnte. Wie also vorgehen, liebe Leserinnen und Leser?

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