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Studentenleben live

Warum ich ganz dringend eine Sekretärin bräuchte

Vielleicht ist es jemandem aufgefallen: In letzter Zeit herrschte Funkstille. Stress im Studium lautet die allgemeine Erklärung des normalsterblichen, regelstudienzeitgeplagten Bachelor-Studenten; ich würde eher sagen, es ist der Stress NEBEN dem Studium. Locker könnte ich eine Vollzeitkraft einstellen, die BAföG-Unterlagen, Anmeldungen für Sprachkurse, Bewerbungen für Auslandsaufenthalte, Gutachten von Profs, Motivationsschreiben, Fahrtkostenrückerstattungen für ehrenamtlich verbrachte Wochenenden und dergleichen für mich bearbeitet, Telefonate führt und dem Studentenwerk zwecks Wohnzeitverlängerung dreimal am Tag die Tür einrennt. Sie würde meinen Urlaub buchen, meinen Dozenten hinterherlaufen und Scheine einsammeln, all das, wozu der Student an sich keine Zeit und noch viel weniger Lust hat, im Nu erledigen.
Da aber der klassische, chronisch von Finanznot geplagte, noch vor Eintritt in das Arbeitsleben Burnout-gefährdete Bachelor-Student keine Sekretärin hat, quält er sich am Montagmorgen aus dem Bett, trinkt sich mit zwei Litern Kaffee Mut an, um der geballten Unfreundlichkeit des BAföG-Amts entgegentreten zu können, schwingt sich aufs Rad, klopft an die Tür der Sachbearbeiterin – und beschließt, lieber doch noch einen Kaffee zu trinken. So geht das zwei Wochen lang, bis eben jener leidgeplagte Student noch leidender feststellt, dass die Antragsfrist vor zwei Wochen abgelaufen ist.

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jun 24, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jun 24, 2013

Studentenleben live

Rhein in Flammen

An den drei Tagen des Koblenzer Sommerfestes mit dem Event „Rhein in Flammen“ wurden wir alle von morgens bis nachts eingesetzt, um die Künstler und Gastronomen zu betreuen und als Ansprechpartner für die Gäste zur Verfügung zu stehen. Ich war zusammen mit einer Azubine Ansprechpartnerin im Bereich des Moselufers bis zur Seilbahn. Ein ziemlich großer Bereich. Hier gab es Fahrgeschäfte, es wurde musiziert, es gab einen französischen Künstler, dem wir beim Auf- und Abbau halfen und dann noch Marching Bands, die rechtzeitig instruiert werden mussten, was sie wo zu tun hatten. Und natürlich die Besucher, für die man immer versuchte da zu sein.

So waren wir ständig am hin und her laufen, lösten kleinere und größere Probleme und wurden zwischendurch immer wieder von der Leitzentrale am Rheinufer angefunkt. Dann fuhren wir mit unseren Fahrrädern so schnell es ging dorthin. Es war ein anstrengendes Wochenende, denn natürlich kann man sich während einer Großveranstaltung nicht an die normalen Bürozeiten halten, aber es war auch eine tolle Erfahrung, bei allem dabei gewesen zu sein. Trotzdem freue ich mich schon darauf, das Fest dieses Jahr als Besucher zu genießen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jun 24, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jun 24, 2013

Studentenleben live

Lieber das Hirn ausschalten

Letzte Woche berichtete mir meine Mitbewohnerin von einer Infoveranstaltung für zukünftige Juristinnen. Es gibt verschiedenste Aktionen, um Frauen eine Karriere schmackhaft zu machen. Denn noch immer ist es so, dass zum Beispiel in Jura circa 50 Prozent der Studierenden Frauen sind, je weiter man aber nach oben schaut (Doktorandinnen, Habilitandinnen, Professorinnen), um so weniger werden es.

Daher waren zwei Frauen aus einer Spitzenkanzlei bei der Veranstaltung zu Gast. Es ging viel um den Arbeitsalltag, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie viel Freizeit man hat und so weiter. Eine wichtige Frage allerdings schien noch unausgesprochen im Raum zu schweben. Wie es sich in einer Spitzenkanzlei aushalten lässt, deren Kunden nicht auf Ökobauernhöfen ihr großes Geld machen, sondern, sagen wir mal, in der Rüstungsindustrie oder mit Atomstrom. Da sich anscheinend niemand diese Frage stellte, oder sich vielleicht nicht traute, die Juristinnen auf Moral und Gewissen anzusprechen, fasste sich meine Mitbewohnerin ein Herz.

Kommt es vor, dass Sie Anfragen von Kunden kriegen, die Sie nicht vertretbar finden? Gegenfrage der Juristin: juristisch oder ethisch?
Ethisch gesehen, natürlich. Darauf die trockene, vielleicht auch resignierte, für mich aber alarmierende Antwort: Wenn man über solche Fragen in diesem Beruf nachdenken würde, könnte man ihn nicht ausüben.

Aha. Wer also in einer Spitzenkanzlei arbeiten will, muss sein Gehirn im gegebenen Fall ausschalten und stur juristisch bearbeiten, was auf seinen oder ihren Schreibtisch kommt? Und wie kann es sein, dass Menschen mit einem top Uniabschluss nie über ihr Tun reflektieren?

Ich bin mir sicher, dass sich ihr Hirn und Gewissen schon manchmal melden und sagen: Mensch, Mädel, was machst du da? Aber man kann solche Überlegungen natürlich auch unterdrücken und sich sagen: Ich mache ja wie alle anderen nur meinen Job. Schade.

 

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jun 21, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jun 21, 2013