interaktiv

Studentenleben live

Fernsehen als Boulevard-Medium

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

01.07.2013

Erst hieß es Hochwasser. Dann hieß es Jahrhunderthochwasser. Und plötzlich war es das Jahrtausendhochwasser. Ich verfolgte die Sache nur am Rande, der Neckar hatte die Neckarwiesen überspült, die Promenade war übergelaufen, ansonsten sah ich in Heidelberg nicht viel von eben jenem Jahrtausendhochwasser. Ich dümpelte also in der vagen Ahnung herum, dass ein Wässerchen nach Norden zog, und beschloss, mich mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Schon bald bereute ich das, und vor allem bereute ich die Anschaffung der Tagesschau-App. Den Tagesthemen zufolge war das Hochwasser bis Sachsen-Anhalt gelangt, in die Landeshauptstadt Magdeburg. So viel erfuhr ich, der Rest war „dramatisch“, die Stadt „hielt den Atem an“, man könne nur noch „hoffen und beten“. Weinende Menschen wurden eingeblendet, der arme zurückgebliebene Wellensittich bejammert. Der Brennpunkt titelte: „Flut, Zerstörung und kein Ende“, der Informationsgehalt der Sendung war gering, die Perspektive einseitig.

Fazit: Ich lag auf meinem Bett und machte mir wahnsinnige Sorgen um meine Schwester – völlig überflüssigerweise! Der Werder, die Insel in der Elbe, war überflutet. Sie besteht aber größtenteils aus Wald. Im Stadtteil Rothensee in Magdeburgs Norden stand das Wasser kniehoch, sicherheitshalber hatte man dort Wohnräume evakuiert. Ich will nichts verharmlosen, aber die Panikmache renommierter Medien, nur weil eine relative politische Nachrichtenflaute herrscht, hat mit nüchterner Berichterstattung nur noch wenig zu tun. Ich rief also mein Schwesterherz an – und was die mir schilderte erzähle ich euch im nächsten Blog!

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