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Studentenleben live

Vorsingen ohne Gesang

Letzte Woche fand in unserem Institut das „Vorsingen“ für die Latinistikprofessur statt. Man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass unser Gräzistikprofessor am Klavier saß und die Bewerber eine Tonleiter singen ließ.

Stattdessen ist „Vorsingen“ ein unitypischer Begriff für die Probevorträge, die diejenigen halten müssen, die eine Professur bekommen möchten. Wie alle Jobs im akademischen Milieu, sind die Professuren sehr umkämpft, erst recht, wenn sie nicht befristet sind, sondern eine sichere Stelle bis zum 65 Lebensjahr verheißen (mit Verlängerungsoption bis 68). Demzufolge ist es natürlich für ein Seminar sehr wichtig, wer diese Professur bekommt. So schnell wird man die oder den nämlich nicht wieder los.

Für das ganze Prozedere wird eine Kommission eingesetzt (vor allem andere Profs, ein paar Dozenten ohne Professur und sogar zwei Studis), die sich die Bewerbungen durchsieht, die geeigneten Leute einlädt und die Bewerbungsgespräche führt.

Bei uns waren es acht Interessenten, das heißt achtmal dreißig Minuten Vortrag plus Fragerunde. Darüber hinaus hat die Fachschaft mit jeder und jedem noch ein direktes Gespräch ohne andere Professoren organisiert.

Zu unserer großen Freude waren alle Vorträge auch von studentischer Seite her gut besucht. Man hat ja auch nicht alle Tage die Situation, dass man sich seinen zukünftigen Professor mit aussuchen darf. Trotzdem ist es immer schwierig, solche Dinge in der Klausurenphase zu organisieren.

Es war interessant, wie groß das Spektrum der Bewerber war. Nicht nur, dass sie sich aus der ganzen Republik und der Schweiz beworben hatten (von Hamburg bis Zürich), auch von der Qualität und ihren Bemühungen, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Die Studis haben ihr Votum per Feedbackzettel und Nachbesprechung abgegeben, nun ist es an der Kommission, von diesen acht drei oder vier auszusuchen und deren Publikationen zu prüfen. Wenn das geschehen ist, wird ein Ranking erstellt und die erste Person angeschrieben. Diese kann natürlich zu- oder absagen (ist ja logisch). Meist geht dem aber eine Verhandlung mit dem Rektor voraus. Dabei geht es – wie man sich vorstellen kann – ums Geld. Und um die Ausstattung und die Stellen, die der neue Prof zur Seite gestellt bekommt. So wird sich diese zweite Phase wohl noch etwas hinziehen und vermutlich werden wir erst im April wissen, wer der oder die Auserwählte ist. Es bleibt also spannend.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jul 19, 2013

Studentenleben live

"Harvard-eske" Seminarverhältnisse

Die deutschen Universitäten, so auch die Uni Potsdam, sehen sich ja – im Vergleich zu ausländischen Hochschulen – häufig großer Kritik ausgesetzt: schlechte technische Ausstattung, altes Mobilar und überfüllte Seminare. In Bezug auf den letzten Vorwurf erlebe ich dieses Semester allerdings eine wahrlich luxuriöse Situation.

Zwei Vertiefungsseminare, Nummer eins zur „US-Außenpolitik“, Nummer zwei zur „EU in Internationalen Beziehungen“ wartet mit „Harvard-esken“ Verhältnissen auf. In beiden Kursen sind wir nämlich nicht mehr als zehn Studierende, in dem EU-Seminar sitzen wir sogar nur zu fünft! Ein Traum im Vergleich zu Grundkursen in Geschichte mit 50 Studierenden, die dann bestenfalls noch zu einer Vorlesung mutieren, jedoch keine angenehme Seminar-Diskussions-Atmosphäre bieten. In den beiden geschilderten Kursen hingegen ist eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik zu 100 Prozent gegeben.

Das wirkt sich natürlich auch auf den Wissenszuwachs aus. Je intensiver man mitdiskutieren kann und vom Dozenten informiert wird, desto mehr bleibt letztendlich hängen. Einen (vermeintlichen) Nachteil hat das Ganze natürlich: unvorbereitet in die Sitzung zu gehen, ist nicht mehr so einfach möglich, das merkt man dann relativ schnell. Aber: Wenn das Seminar so gut ist, bereitet man sich gerne jede Woche auf die Sitzungen vor. Schade nur, dass die Wahrscheinlichkeit, solche Kursgrößen (wie sie an Elite-Unis wie Harvard ja gang und gäbe sind) in Potsdam häufiger anzutreffen, verschwindend gering ist.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jul 19, 2013

Studentenleben live

Freiheit durch Smartphones?

Das Smartphone ist unser erweiterter Arm und unser erweitertes Gedächtnis. Solange der Akku hält, können wir damit ständig und überall E-Mails und SMS schreiben, chatten, skypen oder sonstwie kommunizieren. Wir können alles, was uns einfällt, augenblicklich jemandem mitteilen. Umgekehrt können andere uns auch ständig erreichen und fragen, wo wir sind, was mir machen, warum wir jetzt gerade dort sind und warum wir das gerade jetzt machen müssen oder wollen.

All das, was wir gerne machen, ohne dass es sofort alle wissen, müssen wir verheimlichen. Wenn wir auf eine Nachricht oder einen Anruf nicht gleich reagieren wollen, müssen wir uns Ausreden einfallen lassen, wie: „Der Akku war leer“, „Ich hatte keinen Empfang mehr“, „Mein Guthaben war aufgebraucht“ usw. So werden wir zu Lügnern.

Und: Das Wissen, dass der andere rein theoretisch gleich antworten könnte, erzeugt doch eine gewisse Ungeduld. Wenn er nicht sofort antwortet, vermuten wir vielleicht, dass er uns nicht mehr mag, uns geringschätzt, uns etwas verheimlichen will oder sonst irgendeine Unstimmigkeit. Was uns eigentlich frei machen soll, nimmt uns auf einmal gefangen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 17, 2013
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Rubrik: studium
Jul 17, 2013