interaktiv

Studentenleben live

Vorsingen ohne Gesang

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

19.07.2013

Letzte Woche fand in unserem Institut das „Vorsingen“ für die Latinistikprofessur statt. Man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass unser Gräzistikprofessor am Klavier saß und die Bewerber eine Tonleiter singen ließ.

Stattdessen ist „Vorsingen“ ein unitypischer Begriff für die Probevorträge, die diejenigen halten müssen, die eine Professur bekommen möchten. Wie alle Jobs im akademischen Milieu, sind die Professuren sehr umkämpft, erst recht, wenn sie nicht befristet sind, sondern eine sichere Stelle bis zum 65 Lebensjahr verheißen (mit Verlängerungsoption bis 68). Demzufolge ist es natürlich für ein Seminar sehr wichtig, wer diese Professur bekommt. So schnell wird man die oder den nämlich nicht wieder los.

Für das ganze Prozedere wird eine Kommission eingesetzt (vor allem andere Profs, ein paar Dozenten ohne Professur und sogar zwei Studis), die sich die Bewerbungen durchsieht, die geeigneten Leute einlädt und die Bewerbungsgespräche führt.

Bei uns waren es acht Interessenten, das heißt achtmal dreißig Minuten Vortrag plus Fragerunde. Darüber hinaus hat die Fachschaft mit jeder und jedem noch ein direktes Gespräch ohne andere Professoren organisiert.

Zu unserer großen Freude waren alle Vorträge auch von studentischer Seite her gut besucht. Man hat ja auch nicht alle Tage die Situation, dass man sich seinen zukünftigen Professor mit aussuchen darf. Trotzdem ist es immer schwierig, solche Dinge in der Klausurenphase zu organisieren.

Es war interessant, wie groß das Spektrum der Bewerber war. Nicht nur, dass sie sich aus der ganzen Republik und der Schweiz beworben hatten (von Hamburg bis Zürich), auch von der Qualität und ihren Bemühungen, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Die Studis haben ihr Votum per Feedbackzettel und Nachbesprechung abgegeben, nun ist es an der Kommission, von diesen acht drei oder vier auszusuchen und deren Publikationen zu prüfen. Wenn das geschehen ist, wird ein Ranking erstellt und die erste Person angeschrieben. Diese kann natürlich zu- oder absagen (ist ja logisch). Meist geht dem aber eine Verhandlung mit dem Rektor voraus. Dabei geht es – wie man sich vorstellen kann – ums Geld. Und um die Ausstattung und die Stellen, die der neue Prof zur Seite gestellt bekommt. So wird sich diese zweite Phase wohl noch etwas hinziehen und vermutlich werden wir erst im April wissen, wer der oder die Auserwählte ist. Es bleibt also spannend.

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