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Studentenleben live

Auf der Suche nach "X" und "Y"

Meine Bachelor-Zeit nähert sich so langsam ihrem Ende. Bevor ich aber meine Abschlussarbeit schreiben kann, ist ein extra Kurs vorgesehen, der alle Absolventen auf die Arbeit vorbereiten soll: das sogenannte Bachelor-Kolloquium. Meins ist dabei in zwei Blockveranstaltungen aufgeteilt. An diesen Tagen präsentieren dabei alle Teilnehmer die Themen ihrer Arbeiten und stellen sich anschließend der Kritik des Kurses und des Dozenten.

Dass so eine Bachelor-Thesis nicht irgendeine Hausarbeit ist, war mir schon vorher klar. Der erste Kolloquiums-Tag hielt trotzdem ein paar kryptische Äußerungen parat. So diskutierten wir beispielsweise bei jeder Arbeit, ob die Fragstellung nun x- oder y-zentriert sei – alles klar?! Gemeint ist damit Folgendes: Ein Untersuchungsgegenstand (y) (z.B. das Bundestagswahlergebnis) kann von unterschiedlichen Faktoren (x) beeinflusst werden (z.B. Ereignissen wie der Fukushima-Katastrophe). Jetzt muss man sich als Schreiber also entscheiden, ob, und wenn ja, welchen der Gründe man untersuchen möchte, bzw. welcher Teil der Fragestellung denn nun das „Y“ ist und welches das „X“. Kling kompliziert, ich weiß. Es ist aber relativ entscheidend für den Verlauf einer Arbeit.

Bei der nächsten Sitzung soll ich dann mein Thema vorstellen (noch geheim!). Bis dahin muss ich mich allerdings nochmal auf die Suche machen, was in meiner Fragestellung eigentlich das X“ bzw. „Y“ ist. Ich halte euch auf dem Laufenden, ob die Suche erfolgreich war!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jul 30, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jul 30, 2013

Studentenleben live

Von manischen Zählfreaks

In diesem Semester ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, woher die Pädagogische Hochschule ihr Bastel-Uni-Image hat. Bisher hatte ich immer relativ anspruchsvolle Vorlesungen – Psychologie, Pädagogik, Philosophie, Sprachwissenschaft, etc. In diesem Semester standen erstmals Didaktik-Veranstaltungen auf dem Plan. Und da ging es dann los. Irgendwie merkte ich zunehmend, wie Dozenten diese typische Lehrermentalität aufwiesen und versuchten, uns Vorlesungsgegenstände schmackhaft zu machen. Allein, dass unser Mathebuch „Erlebnis Arithmetik“ heißt und wir regelmäßig „Erkundungsaufgaben“ erhalten, fand ich albern. Als eine Aufgabe im Thema Kombinatorik dann auch noch mit „Jana ist Eisfan und manischer Zählfreak“ begann, merkte ich wieder, wie lächerlich es ist zu versuchen, aus abstrakten Sachverhalten irgendwelche Anwendungsaufgaben abzuleiten. Und um studentischen Einwänden à la„Wer zählt denn bitte, wieviele Kombinationen von Eiskugeln es gibt? Man nimmt die, die man mag und fertig.“ gleich etwas entgegensetzen zu können, erfindet man dann „manische Zählfreaks“, alles klar.

In Deutschdidaktik schrieben wir währenddessen Steckbriefe über Braunbären und Maikäfer, um diese wertvolle Methode für den Unterricht in der Primarstufe noch einmal zu verinnerlichen. Highlight hier war der Kommentar unserer Dozentin: „Sie sehen hier dann, dass das Feld für den Beruf beim Braunbären nun nicht so relevant ist!“ - ich war sprachlos. Als wir irgendwann von ebendieser Dozentin eine Mail bekamen, in der wir aufgefordert wurden, zur nächsten Sitzung bitte Schere und Kleber mitzubringen, wunderte mich bereits nichts mehr.

Das Erschreckende an diesem Phänomen ist jedoch etwas ganz anderes: Ein paar meiner Kommilitonen scheinen eine solche Behandlung offensichtlich nötig zu haben. Wenn ich mitbekomme, dass manche ihre Online-Aufgaben wörtlich aus Wikipedia kopieren, obwohl es eine zur Verfügung gestellte Literaturquelle gibt, anhand derer es wirklich ein Leichtes ist, die Fragestellungen zu bearbeiten, oder wenn ich erfahre, dass es Personen gibt, die sich beschweren, wenn in einem Fach nicht exakt die Klausur vom Vorjahr, auf die sie sich vorbereitet haben, drankommt, dann kann ich einfach nur den Kopf schütteln.

Vielleicht kennen die Dozenten ihre Studierenden einfach gut genug, um zu wissen, dass ein großer Teil noch viel zu sehr Schüler ist und zu wenig Student. Ich frage mich nur immer, wie diejenigen, die schon mit der Selbstständigkeit im Studium Probleme haben, auf die Idee kommen, Lehrer werden zu wollen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jul 29, 2013

Studentenleben live

NSA, CIA und WIR

Alle Welt empört sich über die von Edward Snowden enthüllte Überwachung durch die US-amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA. Aber sollte uns das wundern? Warum sollen Regierungen nicht das im großen Stil machen, was WIR im kleinen Stil auch machen? Sind wir nicht ähnlich neugierig und googlen unsere Freunde, Bekannten, Lehrer und Professoren? Oder lesen wir nicht mit Neugierde ihre Profile auf Gesichtsbuch etc.? Nicht nur sind wir selber wie kleine Spione unter Freunden, wir liefern auch den großen Spionen mit unserer ganzen Neugierde und Kommunikationswut Futter.

Früher haben Leute, die befürchteten, über Wanzen abgehört zu werden, das Radio aufgedreht oder sind in laute Bars und Cafés geflüchtet. Wen der Gedanke stört, dass ein Computer in Fort Meade ein immer detaillierteres Bild von ihm aufzeichnet, der müsste ähnlich wie damals eine Art Lärm produzieren, der es dem Lauscher erschwert herauszuhören, was er sagt. Er müsste ein Programm im Hintergrund laufen lassen, das wahlweise diese oder jene Internetseite aufruft, verschiedene Google- oder Bing-Anfragen startet, usw. Auch müsste er an öffentliche Orte gehen, also etwa Internetcafés (solange es sie noch gibt!), wo man die IP nicht auf ihn zurückführen kann.

Nicht nur die Kommunikation geht mit dem Digitalen sehr schnell, auch ihre Überwachung. Um die ganzen Briefe der DDR zu überwachen, mit Wasserdampf zu öffnen und die Handschriften zu entschlüsseln, brauchte die Stasi viel mehr Mitarbeiter als die NSA. Und trotzdem können sie die gesamte digitale Kommunikation überwachen. Aber sind WIR nicht inzwischen alle unfreiwillige Informelle Mitarbeiter? Selbst die jüngsten James-Bond-Filme erscheinen im Licht dieser digitalen Überwachung geradezu antiquiert. Heute sitzen die neuen James Bonds in einem von Neonlicht erhellten Keller vor einem leistungsstarken Computer mit schnellem Internet. Wir aber werden in Zukunft vielleicht schon verhaftet, bevor wir überhaupt ein Delikt begangen haben. Big Data und die statistische Auswertung unsere Beziehungen, unserer E-Mails und Telefonate machen es möglich. Orwell und „Minority Report“ lassen grüßen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2013
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Rubrik: studium
Jul 25, 2013