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Studentenleben live

Was ist ein "Gecko"?

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

19.08.2013

Eine Besonderheit an der Hochschullandschaft ist die Vorliebe für Akronyme. Man begegnet ihnen vielleicht als erstes beim „BAföG“, dann beim „Tut“ und schließlich beim „StuPa“. Am eindrucksvollsten finde ich aber die Abkürzungen für einzelne Studiengänge. Da gibt es die E-Tecs und Masch-Bauer, die WiWis und SpÖkos und ich als Geoökologie-Studentin war lange eine „Göks“. Lustigerweise gibt es in der Namensgebung regionale Unterschiede und jetzt, da ich in Bayreuth studiere, bin ich ein „Gecko“. Ich denke, man kann‘s schlechter treffen.

Aber auch schöne Umschreibungen finden sich: Da wird dann aus der „Zoologischen Bestimmungsübung“ die „Tierchenstunde“ und hinter dem „Schotterkurs“ verbirgt sich die Übung „Erkennen und Bestimmen und Mineralen und Gesteinen“.

Nun aber zu der Frage was man als „Gecko“ denn so macht. Der Untertitel des Studiengangs lautet:
„Interdisziplinäre Umweltnaturwissenschaft“ und das trifft es eigentlich ganz gut. Praktisch hieß das für mich, dass ich in den ersten Semestern ständig von einer naturwissenschaftlichen Fakultät zur anderen gerannt bin, um das breite Spektrum an Pflichtveranstaltungen in den ersten Semestern abzudecken. Dazu gehören Mathematik und Physik, viel Chemie, aber auch viel Geologie, was man vielleicht als Außenstehender noch am ehesten mit Geoökologie verbindet.

Mittlerweile habe ich schon vier Semester hinter mir und darf euch berichten, dass es neben den naturwissenschaftlichen Theoriegrundlagen wirklich vor allem der Praxisbezug ist, der bei uns Geckos das Studium bestimmt.

Unvergesslich ist mir in diesem Zusammenhang mein Auswahlgespräch, das ich zusammen mit einer anderen Bewerberin bestritt. Ihre Antwort auf die Frage der Prüfer, wie wir denn zu dem vielen Mathe und der breiten naturwissenschaftlichen Theorie stehen, war in etwa folgende: „Na ja, das wird vielleicht hart werden, aber ich möchte Geoökologie studieren, weil ich auch im Matsch buddeln möchte, und darauf freue ich mich schon“. Damals habe ich sie ein bisschen belächelt. Heute darf ich berichten, dass sie nicht vergebens gehofft hat! In diesem Semester hatten wir zweimal wöchentlich Geländepraktikum. Bei einem Bodenkundetag, bei dem man allgemein viel im „Dreck“ herumpult, gab es den Moment, in dem wir eine kleine Vesperpause am Waldrand machten. Meine Hose war voller Erde und ich musste feststellen, dass das Stück Boden, auf dem ich saß, etwas feucht war. In dem Moment kam ein nüchterner Kommentar von meiner Kommilitonin: „Jetzt ist es auch schon egal. Matsch hin oder her, da kann man jetzt auch nichts mehr machen“. So sind wir Geckos: Oft etwas matschig, aber das mit viel Praxisnähe!

 

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