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Studentenleben live

Reggae vs. Arithmetik

Und irgendwann gibt es diesen Moment, in dem dein Kopf schweigend „Wer hat an der Uhr gedreht?“ summt, während alles in dir weiß: Ja, verdammt, es ist wirklich schon so spät! Plötzlich kollidieren alle Objekte deines Zeitplans miteinander, obwohl vorher doch alles so logisch und kalkuliert schien, und in Gedanken versuchst du einzelne Elemente aus dem System zu verbannen.

Bei mir ging es zunächst um die Matheklausur, einen Essaywettbewerb zum Thema Zivilcourage mit einem außerordentlich hohen Preisgeld und meine Karte für ein Reggae-Festival am Chiemsee. Der Wettbewerb ließe sich wohl am einfachsten aus dem Kalender streichen, aber ich habe dafür doch schon Bücher ausgeliehen, alles fein säuberlich recherchiert und mir fast mehr Mühe gegeben als bei meiner Hausarbeit – das darf ich doch jetzt nicht halbfertig hinwerfen, nur weil der Einsendeschluss neun Tage vor der Matheklausur liegt! Letztere könnte ich ebenso leicht auf das nächste Semester verschieben, aber dann hätte ich die Vorlesungen jetzt ganz dezent umsonst besucht und dürfte mich im nächsten Semester nochmal mit allem auseinandersetzen – außerdem hatte ich mich mental schon fast darauf vorbereitet. Beim Festival dagegen überlegte ich wirklich einmal länger. Wir wurden dort als Lotsen aufgenommen und somit war es nicht nur ein Wochenende, sondern es ging um sechs Tage, die ich dafür opfern sollte. Und das, obwohl Reggae gar nicht meine favorisierte Musikrichtung ist und ich einfach nur Lust auf Festival-Feeling hatte? Hm.

Letztendlich habe ich es getan. Und ich muss sagen: Das war es wert. Falls irgendjemand von euch mal kein Geld für ein Festivalticket haben sollte, bewerbt euch als Lotsen, wirklich! Es gibt einen extra Campingplatz, Duschen- und Toilettennutzung bei der Crew, Cateringservice zu bezahlbaren Preisen, insgesamt rund 24 Stunden Arbeit, die sogar Spaß macht und flexibel eingeteilt werden kann! Ich wurde im Verkehr, am Einlass und am Infopoint eingesetzt, war wirklich witzig und selten anstrengend – habe lange nicht mehr so oft „Wer bin ich?“ gespielt.

Ich fasse zusammen: Es war 'ne tolle Zeit. Tragischerweise eben Zeit, die ich eigentlich zum Lernen gebraucht hätte. Man darf also gespannt bleiben, ob mir die Tage bis zur Mathe-Klausur noch reichen werden, um auch bei der Ergebnisvergabe noch sagen zu können, dass ich die „richtigen“ Entscheidungen getroffen habe. Immerhin zählt die Mathe-Note erstmals sogar ins Staatsexamen... Wir werden sehen!

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Aug 29, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Aug 29, 2013

Studentenleben live

Berlin - eine studentenfreundliche Stadt

… wenn man die Mieten außen vor lässt. Leider ist es ein paar Jahre her, dass man über Berlin Dinge hörte wie „Hier bekommst du viel Wohnraum für dein Geld!“, und leider bin ich nicht vor ein paar Jahren, sondern letzten Herbst nach Berlin gezogen. Mein Freund und ich hatten aber dennoch unwahrscheinliches Glück und haben eine bezahlbare, gemütliche zwei-Zimmer-Wohnung mit Charme in einer Top-Lage gefunden. Uninah ist sie auch noch! Viele beneiden uns darum. Ich kann nur jedem, der nach Berlin ziehen will, dazu raten, rechtzeitig auf Wohnungssuche zu gehen. Sprich: VOR dem üblichen Studentenansturm zum Semesterwechsel. So hat es jedenfalls bei uns geklappt. Hat man erst einmal ein Dach über dem Kopf, dann kann man in vollen Zügen Berlins schöne Seiten genießen: Studentenrabatte, ein Semesterticket, mit dem man zu vielen tollen Sehenswürdigkeiten fahren kann, und Preise in der Gastronomie, bei denen ich mir öfter zwei- oder dreimal die Augen reibe. Dadurch, dass ich für einige Zeit in Hamburg gewohnt habe, falle ich fast jedes Mal aus allen Wolken, wenn ich mit meinem Freund essen gehe und die Speisekarte sehe. Auch die Cocktails sind hier um einiges günstiger als in der Hansestadt. Wenn ich meinen Freunden von damals davon erzähle, können sie es meistens nur schwer glauben. Ich muss sie erst persönlich davon überzeugen, wenn sie mich hier besuchen. Wenn du also für wenig Geld viel (sehr viel) unternehmen möchtest, dann ist Berlin eine super Adresse! Hier ist immer etwas los und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Am 1. Oktober feiern wir übrigens unser Einjähriges in Berlin – kaum zu glauben, aber wir fühlen uns oftmals immer noch wie Touristen. Diese Stadt ist einfach so riesig…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2013
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Aug 26, 2013

Studentenleben live

Semesterferien

Es herrscht vorlesungsfreie Zeit. Das heißt nicht, dass alle Studenten für zwei Monate am Strand liegen und nichts tun, auch wenn das vielen zustehen würde und manche es vielleicht tatsächlich machen. Nein, in den meisten Fällen sind die sogenannten Semesterferien Prüfungs- und Praktikumszeit. Ich habe mich dafür entschieden, drei Wochen in einer Firma am Band zu arbeiten, um etwas Geld zu verdienen. Die meisten meiner Kommilitonen nutzen diesen Sommer für Berufspraktika, aber ich habe in diesem Sommer noch Bedeutenderes vor.
Ich habe ja schon erwähnt, dass ich meinen Studienort im letzten Semester gewechselt habe. Für mich ist das eine Möglichkeit, einen kleinen „Neustart“ zu machen und neue Menschen, eine neue Stadt und eine andere Uni mit anderen Schwerpunkten kennenzulernen. So oder so ähnlich habe ich das auch damals in meiner Bewerbung formuliert. Aber um ehrlich zu sein, steckt hinter diesem Wechsel in erster Linie ein ganz bestimmter Mann. Ihr ahnt es schon, es geht hier um eine Liebesgeschichte.

Fernab der Uni sind da nämlich Dinge ins Rollen gekommen, die mich mehr beeinflussen und inspirieren als das beste Fach. Vor einem Jahr haben mein Freund und ich uns verlobt und im Zuge dessen sollte der Fernbeziehung ein Ende gesetzt werden. Kurzerhand hab ich mich nach allen Richtungen informiert und kam dann auf die Idee, meinen Studienort in seine Nähe zu verlegen. Schließlich muss doch dieser Bologna-Prozess für etwas gut gewesen sein und das Bachlor-Master-System wurde ja eingeführt, damit wir Studenten einfacher zwischen den Unis wechseln können.

In der Theorie stimmt das auch alles und mir haben sich prinzipiell auch keine Türen für diesen Wechsel verschlossen, aber so einfach, wie es wohl gedacht war, ist es leider überhaupt nicht. Mein „Wechselsemester“ war geprägt von unzähligen Besuchen bei Univerwaltungen und wurde oft gestört durch Verständigungs- und Koordinationsprobleme. Aber was macht man nicht alles für die Liebe? Jetzt, wo ich in der neuen Stadt angekommen bin, muss ich auch sagen, dass es sich für mich schon gelohnt hat. Bayreuth ist ein süßes Städtchen, in dem ich mich gleich wohl fühlte. Ich habe auch den Eindruck, dass die Studenten hier besser betreut werden und die Geoökologie einen höheren Stellenwert am Campus zu haben scheint.

Für meinen Ferienjob bin ich gerade wieder bei meinen Eltern. Nebenher muss ich mich um unsere anstehende Hochzeit und den Umzug kümmern. Zu allem Überfluss sollte auch noch für die Uni einiges gemacht werden, aber daran ist jetzt nicht zu denken. Vor allem jetzt, wo doch eigentlich Semesterferien sind und ich doch an irgendeinem See grillen sollte, um die lauen Augustabende zu genießen. Wenn das vor lauter Hochzeitsstress nichts mehr mit dem lauen Sommerabend am See wird, dann habe ich aber immer noch die Hoffnung, dass ich die Entspannung zusammen mit meinem Ehemann in den Flitterwochen in Griechenland finden werde.

 

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2013
Autor: Mia
Rubrik: studium
Aug 23, 2013