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Studentenleben live

Berufsmöglichkeiten für Kulturwissenschaftler

Die große Frage an uns Kulturwissenschaftler lautet ja immer: Was wollt ihr damit machen? Erst gestern sprach mich wieder jemand darauf an. Zuerst blockte ich ab, weil ich es einfach schon zu oft beantworten musste. Als der Typ aber nicht locker ließ, bombardierte ich ihn mit solch einer Flut an Berufsmöglichkeiten, dass er danach nichts mehr gesagt hat. Denn in der Tat: Kulturwissenschaftler können ziemlich viele Berufe ergreifen – und eignen sich doch für fast nichts ausschließlich (wobei ich bezweifeln möchte, dass Leute, die einen klassischen Beruf lernen, den dann auch eins zu eins so ausführen können).

Alles und zugleich nichts können ist definitiv Segen und Fluch zugleich. Wir sind vielseitig einsetzbar, weil wir im Studium eine große Allgemeinbildung erhalten und viele Zugangswege zur Problemlösung aufgezeigt bekommen, und doch haben wir eindeutige Defizite neben jemandem, der explizit einen Beruf erlernt hat. Aber ist das nicht auch toll, dass man sich während des Bachelorstudiums immer noch ausprobieren und sich dann durch den Master spezialisieren kann? Heutzutage arbeiten die meisten Geisteswissenschaftler eh nicht direkt in dem Bereich, den sie gelernt haben. So ist zum Beispiel die Gleichstellungsbeauftragte an meiner Uni eigentlich Historikerin.

Ja, mir macht es manchmal auch Angst, nicht eine Sache richtig gut zu können. Aber Vielseitigkeit ist doch heutzutage immer mehr gefragt und wer will schon einen Fachidioten, der sich nicht auf Neuerungen einstellen kann?

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Sep 13, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Sep 13, 2013

Studentenleben live

Attraktion Solarsiedlung

Ich wohne nun schon fast ein Jahr im Freiburger Stadtteil Vauban. Inzwischen habe ich sowohl ihn als auch die Umgebung erkundet und genieße die Natur auf dem Schlierberg und Schönberg, zu denen ich jeweils nur fünf bis zehn Minuten zu Fuß brauche. Bei einem meiner Spaziergänge fielen mir die vielen kleinen bunten Häuschen am Fuße des Schlierbergs auf. An einigen hingen Schilder mit einer durchgestrichenen Kamera und der Bitte, hier doch keine Fotos zu machen, weil das der private Lebensraum der Bewohner sei. Welche Massen verirren sich denn vom Münster hierher und nerven die Einwohner mit ihren Kameras? Wohne ich direkt neben einem touristischen Highlight?

Erst später ging mir auf, dass diese Siedlung wohl die berühmte Solarsiedlung ist, die zusammen mit dem Heliotrop in allen Freiburgreiseführern als grandiose Sehenswürdigkeit angepriesen wird. Die Häuser sind so konstruiert, dass sie nicht nur ohne Energiezufuhr auskommen, sondern dass sie sogar noch mehr Energie produzieren, als die Bewohner verbrauchen. Das Heliotrop ist rund mit großen Glasfronten und kann mit dem Stand der Sonne gedreht werden. Es hat sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel!

Freiburg gilt in Deutschland als Ökostadt und vermarktet sich auch gerne als solche. Wahrscheinlich kommt es daher, dass mich nun schon öfter Touristen angesprochen haben, wo denn das „runde Haus“ sei. Inzwischen kann ich es ihnen zeigen, obwohl ich immer noch verwundert bin, dass andere extra nach Vauban fahren. Gelegentlich gibt es Führungen, die auch über das Gelände des Wohnheims gehen. So schlimm, dass ich ein Schild „Fotografieren verboten“ aufhängen muss, ist es zwar noch nicht, aber es ist ein komisches Gefühl, wenn man in Jogginanzug den Müll wegbringt und eine Gruppe interessierter Touristen trifft, die sich das Studentendorf ansehen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Sep 12, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Sep 12, 2013

Studentenleben live

Back in Bohemia

Mit einem knallroten Zettel an der Pinnwand unseres Instituts fing alles an: „Letní škola slovanských studií“ – für die Sommerschule in Prag gab es noch freie Plätze! Auf dem Absatz machte ich kehrt und spurtete ins Akademische Auslandsamt. Ich holte mir Bewerbungsunterlagen, schrieb Motivationsschreiben und Lebenslauf, holte mir ein Gutachten und absolvierte ein Bewerbungsgespräch – und das alles in Rekordzeit, schließlich handelte es sich um eine Nachfrist. Der eigentliche Bewerbungszeitraum war schon lange abgelaufen. Und dann: Ein Einschreiben aus Prag! Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Vollstipendium für vier Wochen Sprachkurs in der „hlavní mìsto Praha“ (Hauptstadt Prag)! Juhu! Kurz musste ich meiner Freude Ausdruck verleihen und wild durch die Wohnung tanzen. Plötzlich ging das Sommersemester rasend schnell vorbei und jetzt sitze ich in Prag im Wohnheim und genieße den Spätsommer in Böhmen!
Morgens um halb neun bringt die Tram einen Haufen gut gelaunter Studenten aus aller Herren Länder zur Philosophischen Fakultät, wo Grammatikkurse auf sie warten. Zum Mittagessen geht es zurück ins Wohnheim (Palaèinky! Knedlíky!), der Nachmittag ist häufig frei. Aber Prag hat unglaublich viel zu bieten an Museen und Ausstellungen, die bei über 35 Grad Celsius als klimatisierte Orte arg begehrt sind.
Und abends darf natürlich das obligatorische Pivo, also Bier, nicht fehlen! Ein warmer Sommerabend im Biergarten am „stáromìstské námìstí“ (dem Altstädter Ring) oder auf dem Hügel Letná, der nördlich des Stadtzentrums liegt, mit strahlend blauem Himmel. Ich glaube, ich hab‘ mein Herz nicht an Heidelberg verloren …

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Sep 10, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Sep 10, 2013