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Studentenleben live

Hochzeit

Als ich gerade durch das Fernsehprogramm gezappt habe, bin ich auf diese unsägliche Show „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ gestoßen. Für mich ein brandaktuelles Thema, denn vor zwei Wochen habe auch ich standesamtlich geheiratet, vergangene Woche war die Hochzeit meiner besten Freundin und diese Woche sind wir schon wieder auf eine Hochzeit eingeladen. Ich weiß also so langsam, wovon ich spreche, wenn es um dieses Thema geht. Die Hochzeit meiner Freundin war ein wunderschönes Fest, das ich voll genießen konnte. Wie gut, das wir nicht wie diese Paare in der Fernsehshow total argwöhnisch sein müssen, sondern uns voll mit und für den andern freuen konnten. Was für eine schlimme Vorstellung, an der eigenen Hochzeit eine Art Jury dabei zu haben, die alles gnadenlos beurteilt. Allerdings war die Hochzeit meiner Freundin wirklich ein so außergewöhnliches und schönes Fest, dass sie ohnehin die Traumreise verdient hätte. Aber zum Glück geht es bei einer Hochzeit nicht darum, möglichst das größte und pompöseste Fest zu haben. Mein Mann und ich freuen uns sehr auf unseren kirchlichen Hochzeitstag, an dem wir vor vielen Anwesenden unser öffentliches „Ja“ für den anderen geben und um den Segen Gottes bitten wollen. Das ist doch Grund genug für ein rauschendes Fest!

Gestern sind wir an die Uni gefahren, weil wir in unserer gemeinsamen Wohnung noch kein Internet haben. Es hat mir richtig widerstrebt, dorthin zu gehen. Es gibt noch ein paar Aufgaben, die ich eigentlich fürs Studium erledigen sollte, aber durch den Hochzeitsmarathon gibt es dafür in meinem Kopf gerade keinen Platz. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass ich bei den ganzen offiziellen Gängen zur Studienkanzlei und anderen Ämtern wegen Namensänderung und Eheschließung nicht so ganz bei der Sache bin und permanent irgendwelche Formulare vergesse. Ich würde mich selbst gerade als ziemlich verwirrte Braut bezeichnen, die etwas überfordert ist. Hoffentlich verliere ich vor lauter Stress nicht aus den Augen, dass ja um einen großen Freudentag gehen soll!

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Sep 16, 2013
Autor: Mia
Rubrik: studium
Sep 16, 2013

Studentenleben live

Berufsmöglichkeiten für Kulturwissenschaftler

Die große Frage an uns Kulturwissenschaftler lautet ja immer: Was wollt ihr damit machen? Erst gestern sprach mich wieder jemand darauf an. Zuerst blockte ich ab, weil ich es einfach schon zu oft beantworten musste. Als der Typ aber nicht locker ließ, bombardierte ich ihn mit solch einer Flut an Berufsmöglichkeiten, dass er danach nichts mehr gesagt hat. Denn in der Tat: Kulturwissenschaftler können ziemlich viele Berufe ergreifen – und eignen sich doch für fast nichts ausschließlich (wobei ich bezweifeln möchte, dass Leute, die einen klassischen Beruf lernen, den dann auch eins zu eins so ausführen können).

Alles und zugleich nichts können ist definitiv Segen und Fluch zugleich. Wir sind vielseitig einsetzbar, weil wir im Studium eine große Allgemeinbildung erhalten und viele Zugangswege zur Problemlösung aufgezeigt bekommen, und doch haben wir eindeutige Defizite neben jemandem, der explizit einen Beruf erlernt hat. Aber ist das nicht auch toll, dass man sich während des Bachelorstudiums immer noch ausprobieren und sich dann durch den Master spezialisieren kann? Heutzutage arbeiten die meisten Geisteswissenschaftler eh nicht direkt in dem Bereich, den sie gelernt haben. So ist zum Beispiel die Gleichstellungsbeauftragte an meiner Uni eigentlich Historikerin.

Ja, mir macht es manchmal auch Angst, nicht eine Sache richtig gut zu können. Aber Vielseitigkeit ist doch heutzutage immer mehr gefragt und wer will schon einen Fachidioten, der sich nicht auf Neuerungen einstellen kann?

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Sep 13, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Sep 13, 2013

Studentenleben live

Attraktion Solarsiedlung

Ich wohne nun schon fast ein Jahr im Freiburger Stadtteil Vauban. Inzwischen habe ich sowohl ihn als auch die Umgebung erkundet und genieße die Natur auf dem Schlierberg und Schönberg, zu denen ich jeweils nur fünf bis zehn Minuten zu Fuß brauche. Bei einem meiner Spaziergänge fielen mir die vielen kleinen bunten Häuschen am Fuße des Schlierbergs auf. An einigen hingen Schilder mit einer durchgestrichenen Kamera und der Bitte, hier doch keine Fotos zu machen, weil das der private Lebensraum der Bewohner sei. Welche Massen verirren sich denn vom Münster hierher und nerven die Einwohner mit ihren Kameras? Wohne ich direkt neben einem touristischen Highlight?

Erst später ging mir auf, dass diese Siedlung wohl die berühmte Solarsiedlung ist, die zusammen mit dem Heliotrop in allen Freiburgreiseführern als grandiose Sehenswürdigkeit angepriesen wird. Die Häuser sind so konstruiert, dass sie nicht nur ohne Energiezufuhr auskommen, sondern dass sie sogar noch mehr Energie produzieren, als die Bewohner verbrauchen. Das Heliotrop ist rund mit großen Glasfronten und kann mit dem Stand der Sonne gedreht werden. Es hat sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel!

Freiburg gilt in Deutschland als Ökostadt und vermarktet sich auch gerne als solche. Wahrscheinlich kommt es daher, dass mich nun schon öfter Touristen angesprochen haben, wo denn das „runde Haus“ sei. Inzwischen kann ich es ihnen zeigen, obwohl ich immer noch verwundert bin, dass andere extra nach Vauban fahren. Gelegentlich gibt es Führungen, die auch über das Gelände des Wohnheims gehen. So schlimm, dass ich ein Schild „Fotografieren verboten“ aufhängen muss, ist es zwar noch nicht, aber es ist ein komisches Gefühl, wenn man in Jogginanzug den Müll wegbringt und eine Gruppe interessierter Touristen trifft, die sich das Studentendorf ansehen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Sep 12, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Sep 12, 2013