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Studentenleben live

Journalistische Recherche vor Ort

Bereits vor diesem Semester stand für mich fest, dass ich noch ein wenig Auslandsluft schnuppern wollte. Da die Organisation für ein Auslandssemester zu lang dauern würde, suchte ich nach anderen Möglichkeiten. Über Freunde und auch im Zuge eigener Recherchen war ich auf ein sehr interessantes Angebot der „Schwarzkopf Stiftung Junges Europa“ gestoßen. Diese bietet allen jungen Leuten bis 26 Jahre die Möglichkeit, zwischen drei und sechs Wochen auf Reisen zu gehen, indem sie das Vorhaben mit einer bestimmten Summe fördert. Bedingung: Man muss sich ein interessantes Thema mit EU-Bezug überlegen, welches man im Reiseland untersuchen möchte. Eine Jury entscheidet dann in einem Auswahlverfahren, welches Vorhaben gefördert wird. Ist man einer der Auserwählten, muss man die Erkenntnisse der Reise in Form eines Abschlussberichtes nach der Rückkehr an die Stiftung senden.

Nach dem Entschluss, mich für das Programm zu bewerben, startete ich mit einem ausgiebigen Brainstorming. An dessen Ende standen dann zunächst zwei Themen. Im Endeffekt entschied ich mich für eines in Portugal. Anlass war die immer noch anhaltende Finanzkrise der EU, die ja neben Griechenland vor allem auch mit Portugal in Verbindung gesetzt wird. Dieses Thema direkt vor Ort in Kombination mit einem bestimmten Bereich zu untersuchen, reizte mich sehr. Denn: In den Zeitungen hatte ich bereits viel über das Thema gelesen, doch wie sich die Krise im Land konkret äußert, kann durch das Lesen nur schwer vermittelt werden. Meine Fußballbegeisterung brachte mich dann auf die Idee. Warum nicht die Auswirkungen und Wechselverhältnisse der Finanzkrise auf den portugiesischen Fußball untersuchen? Zugegeben, es klingt zunächst ein wenig exotisch. Aber bei genauerem Hinsehen ergibt das durchaus Sinn. Wie genau, das erzähle ich euch im nächsten Blog.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Oct 22, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Oct 22, 2013

Studentenleben live

Home sweet Home

Ich bin nun schon seit etwa einem Jahr in Ludwigsburg zu Hause. Und ich frage mich oft, wie dieser Begriff eigentlich definiert wird, Zuhause. Ist das da, wo ich die meisten Menschen kenne? Dort, wo ich mich wohlfühle? Die Stadt, in der ich am längsten war? Mein Geburtsort?

Ich bezeichne beide Zugstrecken als Heimfahrt, ich schließe nicht aus, hier auch nach dem Studium zu wohnen. Ich bezweifle sogar, jemals ganz dorthin zurückzugehen, wo ich vorher gelebt habe. Ich stehe oft mit dem falschen Schlüssel in der Hand vor der Haustür in Niedersachsen. Aber ich stelle immer in den ersten fünf Minuten eines Smalltalk-Gesprächs mit einem Fremden klar, dass ich eigentlich daher stamme, „wo man gescheit Deutsch sprechen kann“. Ein „Ich komme aus Ludwigsburg“ kommt mir nie so einfach über die Lippen, obwohl es offiziell mit einem schicken Aufkleber auf meinem Personalausweis vermerkt ist. Ich kenne nicht einmal den Namen des örtlichen Bürgermeisters und bringe es immer noch fertig, mich auf den simpelsten Wegen zu verlaufen.

Ich bin in meiner „alten Heimat“ mittlerweile in ein kleineres Zimmer umgezogen und irgendwie merke ich auch sonst, dass zu Hause eben nicht mehr zu Hause ist und ich ein bisschen eine Gastrolle spiele. Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn meine Mutter auch die Stadt verlassen würde, nachdem mein Bruder ausgezogen sein wird. Im Gespräch ist das definitiv und ich weiß nicht, ob das irgendwie die Antwort auf meine Ausgangsfrage beeinflusst. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es vielleicht wirklich schade, dass wir keinen Dialekt sprechen, mit dem sich so eine automatische Zugehörigkeit ergibt und ein Heimatgefühl ausgelöst wird.

Ist Heimat also kein Ort, sondern ein Gefühl?

Unpräzise Definitionen klingen immer am schönsten. Und ich weiß nicht, ob ich dem so zustimmen kann. Wenn Regionen in Menschen ein Identitätsgefühl auslösen, dann bin ich meistens raus. Ich kann das nicht nachvollziehen. Es gibt viele Orte, an denen ich gern bin, an denen ich mich wohlfühle und nach denen ich mich sehnen kann, aber ich würde niemals von mir behaupten, mich mit einer Stadt identifizieren zu können.

Alles in allem glaube ich, ein Zuhause kann sich an mehreren Dingen orientieren. Ich habe im Norden eins für meine Erinnerung und hier eins, das Zukunft heißt.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 21, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 21, 2013

Studentenleben live

Das 21. Jahrhundert macht mobil

Die Welt steht den heutigen Studierenden offen. Es gibt diverse Angebote, um im Ausland (und dabei ist keinesfalls nur das europäische Ausland gemeint) zu studieren, Praktika zu machen oder sich sozial zu engagieren. Man hört immer, dass vergleichsweise wenig Studierende diese Angebote nutzen und viele Plätze über Jahre hinweg unbesetzt bleiben. Vielleicht, weil es doch ein gewisses Maß an Initiative und Organisation erfordert, damit im Ausland und nachher mit der Anrechnung alles klappt. Wenn aber (sagen wir mal) nur circa zehn Prozent aller Studierenden ein Auslandssemester machen, dann kenne ich genau diese zehn Prozent und bin auch noch mit der Hälfte von ihnen befreundet. Mir fällt kaum jemand ein, der nicht weg ist, war oder gehen will. Momentan habe ich Freunde in Ottawa, Toulouse, Montpellier, Lyon, Buenos Aires, Edinburgh, Santiago de Chile, Uppsala und bestimmt noch in irgendeiner Stadt, die ich gerade vergessen habe. Letztes Jahr waren Freunde von mir in Paris, Coimbra, Grenoble, Genf und Guangzhou. Und nächstes Semester gehen wieder andere nach Rom, Neapel und erneut nach Paris.

Klingt doch alles super! Ist es ja auch, und ich freue mich auch, dass ich so unternehmungslustige Freunde habe. Ich könnte jahrelang um die Welt fahren und Freunde besuchen! Aber ganz ehrlich, wie viele von denen habe ich denn tatsächlich besucht? Zwei. Und das war diesen Sommer, weil ich so ein schlechtes Gewissen hatte, dass ich im Jahr zuvor niemanden besucht hatte. Und nächstes Jahr? Mal sehen.

Manchmal denke ich mir, wie einfach es wäre, wenn alle Menschen, die mir wichtig sind, aus dem gleichen Dorf kämen (ein Dorf weiter zählt auch noch) und wir da unser ganzes Leben verbringen würden. Am besten auf einem Bauernhof. Dann gäbe es nicht andauernd Abschiedspartys und die Angst, dass man den Kontakt verliert.

So ernst war die Idee der Landidylle natürlich nicht gemeint. Denn wäre ich nicht von meinem „Heimatdorf“ Rosenthal über 800 Kilometer in den Südwesten gezogen, dann würde ich die Menschen, die jetzt über die ganze Welt verstreut sind, gar nicht kennen. Und die Decke wäre mir wahrscheinlich auch schon auf den Kopf gefallen.

Daher: Lang lebe die Mobilität im 21. Jahrhundert, auch wenn sie mich manchmal traurig macht.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Oct 21, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Oct 21, 2013