Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Nicht nur Englisch sprechen - Englisch DENKEN

Die ersten vier Wochen meines Studiums sind nun passé und es ist an der Zeit, ein erstes kleines Fazit auszusprechen. Zuallererst muss ich sagen, dass diese Wochen schon sehr intensiv waren: Ich habe bereits zwei Präsentationen hinter mir und muss jede Woche zusammen mit meiner Gruppe einen Artikel ausarbeiten. Das bedeutet: Im Internet oder in Journalen nach ansprechenden, interessanten Artikeln suchen und eine einseitige Zusammenfassung schreiben sowie drei bis vier Diskussionsfragen überlegen.

Außerdem erwartet mein Professor, dass wir jede Woche vier Kapitel unserer dicken „Marketingbibel“ lesen und auch hier wieder eine Zusammenfassung schreiben. Allerdings eine der kritischen Art. Eine reine Aufzählung der wichtigsten Punkte ist also nicht ausreichend. Stattdessen müssen wir zusätzliche Beispiele, Anmerkungen und Beschränkungen ergänzen oder gar Verbesserungsmöglichkeiten erwähnen. In seinen Vorlesungen müssen wir dann unser neu erlangtes Wissen unter Beweis stellen, und zwar in einer kleinen mündlichen Abfragerunde – wie damals in der Schule. Ich kann also doch mehr Parallelen zwischen Schule und Masterstudium nennen als ich dachte. Gerade im Vergleich zu meinem Bachelorstudium muss ich jetzt viel mehr Zeit in „Hausaufgaben“ und Co. investieren.

Ich versuche, mich selbst damit zu motivieren, mir die Vorteile vor Augen zu führen: Genau genommen ist es ja nichts anderes als Übung, Übung, Übung. Nicht nur aus fachlicher Perspektive, sondern auch aus sprachlicher Sicht. Da ich nun die meiste Zeit des Tages auf Englisch denke, fällt es mir privat manchmal schwer, die richtigen Worte auf Deutsch zu finden. Nicht, dass ich sie vergessen hätte, aber die englischen Begriffe kommen mir einfach zuerst in den Sinn. Schon witzig irgendwie. Ich meine, es sind erst vier Wochen vergangen – wie soll es bloß am Ende meines Studiums werden?!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2013
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Oct 30, 2013

Studentenleben live

Ausgesperrt (Teil 2)

Verzweifelt zog ich meinen Koffer über das Wohnheimsgelände, bis ich bei der Mitbewohnerin einer Kommilitonin Licht sah. Ich hatte nie ein Wort mit ihr gewechselt, wusste aber (glücklicherweise) noch ihren Namen. RRRing. Ich klingelte an der Haustür und sah aus wie ein begossener Pudel: tropfnass, bibbernd vor Kälte, mit einem riesigen Koffer im Schlepptau. Etwas verdutzt stammelte sie mir ein „Guten Abend“ entgegen, ich drückte ihr meine Sachen in die Hand und verschwand im Bad. Dann erklärte ich ihr die Situation: Schlüssel weg, Wohnung zu – und sie rettete mich. Genau eine halbe Stunde hatte sie Zeit, bis sie wieder weg musste, sie richtete ihr Bett für mich her, wünschte wohl zu ruhen und verschwand. Wahnsinn! Danke! Es dauerte einige Zeit, bis mir bewusst wurde, wo ich war und warum. Nach ein paar hastig zubereiteten Nudeln fiel ich wie tot ins Bett. Kurz hörte ich noch den tosenden Sturm vorm Fenster und freute mich über mein Glück im Unglück.

Nächster morgen, acht Uhr. „Nein, ich brauche keinen neuen Schlüssel.“ „Ist Ihr Schlüssel denn nun weg oder nicht?“ „Ja, aber…“ Nur mühsam konnte ich den Hausmeister davon überzeugen, dass ich weder einen Schlüsselverlust melden noch einen neuen Schlüssel haben wollte. Ich wollte doch nur, dass er mich in meine Wohnung ließ! Endlich hatte ich ihn so weit. Ich stürmte in den Flur und in die Küche. Und was sehe ich da? Fein säuberlich sortierte Post und meinen Schlüssel! Daneben eine Notiz: „Hallo Freunde der Sonne! War nochmal kurz da, hab die Post hochgebracht. Komme Dienstag wieder! Bis dann!“

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Oct 29, 2013

Studentenleben live

Ausgesperrt

Nach zwei Monaten Sommerschule, Ferien, Eltern-Besuch, Familienfeiern und was man eben so in den Semesterferien treibt, entschloss ich mich dann doch irgendwann die Hufe zu schwingen und mich gen Heidelberg aufzumachen. Die Stadt ist für mich ein Synonym für die Qual des rigiden Bachelors, aber auch für Sonne, Berge, Neckar und Studilaune geworden.

Mein Zug war brechend voll, aber er war nur geringfügig verspätet und ich fand ein nettes Bodenplätzchen. Knapp sieben Stunden später zog ich meinen schweren Koffer durch den Innenhof des Wohnheims. Der Himmel war schon dunkel und ein Sturm zog auf. Dicke, schwere Tropfen knallten auf den Asphalt.

Mein WG-Zimmer hatte ich während meiner Abwesenheit zwischenvermietet und hoffte nun, den Haustürschlüssel wie verabredet im Briefkasten vorzufinden. Es blieb bei einer Hoffnung. Gähnende Leere strahlte mir entgegen. Sogar die Grundschicht aus Werbung und Flyern war entfernt worden. Missmutig stapfte ich die Treppe zu meiner Wohnung hoch und klingelte, in der Hoffnung, einer meiner drei Mitbewohner sei da. Fehlanzeige.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich gerade ein Riesenproblem hatte. Feiertags nach 20 Uhr ist kein Hausmeister erreichbar, meine Kommilitonen waren alle noch oder schon wieder unterwegs. Vier Anrufe, vier Mal erfolglos. Ich fror erbärmlich im zugigen Treppenhaus, musste mal ganz nötig auf Toilette und glaubte vor Hunger sterben zu müssen. Irgendjemand musste doch da sein! Sollte ich hier bei Unwetter etwa im offenen Holzpavillon nächtigen? Oder mir ein schweineteures Hotelzimmer nehmen?!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Oct 28, 2013