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Studentenleben live

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Autor:
Inga

Rubrik:
studium

28.10.2013

Nach zwei Monaten Sommerschule, Ferien, Eltern-Besuch, Familienfeiern und was man eben so in den Semesterferien treibt, entschloss ich mich dann doch irgendwann die Hufe zu schwingen und mich gen Heidelberg aufzumachen. Die Stadt ist für mich ein Synonym für die Qual des rigiden Bachelors, aber auch für Sonne, Berge, Neckar und Studilaune geworden.

Mein Zug war brechend voll, aber er war nur geringfügig verspätet und ich fand ein nettes Bodenplätzchen. Knapp sieben Stunden später zog ich meinen schweren Koffer durch den Innenhof des Wohnheims. Der Himmel war schon dunkel und ein Sturm zog auf. Dicke, schwere Tropfen knallten auf den Asphalt.

Mein WG-Zimmer hatte ich während meiner Abwesenheit zwischenvermietet und hoffte nun, den Haustürschlüssel wie verabredet im Briefkasten vorzufinden. Es blieb bei einer Hoffnung. Gähnende Leere strahlte mir entgegen. Sogar die Grundschicht aus Werbung und Flyern war entfernt worden. Missmutig stapfte ich die Treppe zu meiner Wohnung hoch und klingelte, in der Hoffnung, einer meiner drei Mitbewohner sei da. Fehlanzeige.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich gerade ein Riesenproblem hatte. Feiertags nach 20 Uhr ist kein Hausmeister erreichbar, meine Kommilitonen waren alle noch oder schon wieder unterwegs. Vier Anrufe, vier Mal erfolglos. Ich fror erbärmlich im zugigen Treppenhaus, musste mal ganz nötig auf Toilette und glaubte vor Hunger sterben zu müssen. Irgendjemand musste doch da sein! Sollte ich hier bei Unwetter etwa im offenen Holzpavillon nächtigen? Oder mir ein schweineteures Hotelzimmer nehmen?!

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