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Studentenleben live

Ausgesperrt

Nach zwei Monaten Sommerschule, Ferien, Eltern-Besuch, Familienfeiern und was man eben so in den Semesterferien treibt, entschloss ich mich dann doch irgendwann die Hufe zu schwingen und mich gen Heidelberg aufzumachen. Die Stadt ist für mich ein Synonym für die Qual des rigiden Bachelors, aber auch für Sonne, Berge, Neckar und Studilaune geworden.

Mein Zug war brechend voll, aber er war nur geringfügig verspätet und ich fand ein nettes Bodenplätzchen. Knapp sieben Stunden später zog ich meinen schweren Koffer durch den Innenhof des Wohnheims. Der Himmel war schon dunkel und ein Sturm zog auf. Dicke, schwere Tropfen knallten auf den Asphalt.

Mein WG-Zimmer hatte ich während meiner Abwesenheit zwischenvermietet und hoffte nun, den Haustürschlüssel wie verabredet im Briefkasten vorzufinden. Es blieb bei einer Hoffnung. Gähnende Leere strahlte mir entgegen. Sogar die Grundschicht aus Werbung und Flyern war entfernt worden. Missmutig stapfte ich die Treppe zu meiner Wohnung hoch und klingelte, in der Hoffnung, einer meiner drei Mitbewohner sei da. Fehlanzeige.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich gerade ein Riesenproblem hatte. Feiertags nach 20 Uhr ist kein Hausmeister erreichbar, meine Kommilitonen waren alle noch oder schon wieder unterwegs. Vier Anrufe, vier Mal erfolglos. Ich fror erbärmlich im zugigen Treppenhaus, musste mal ganz nötig auf Toilette und glaubte vor Hunger sterben zu müssen. Irgendjemand musste doch da sein! Sollte ich hier bei Unwetter etwa im offenen Holzpavillon nächtigen? Oder mir ein schweineteures Hotelzimmer nehmen?!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Oct 28, 2013

Studentenleben live

Optimiere dich (nicht)

Wer heute studiert oder eine Ausbildung macht wird feststellen, dass man nie genug machen kann. Überall werden Optimierungsprogramme angeboten, wird einem vor Augen geführt, dass man eigentlich nicht gut genug ist, um in dieser Welt neben all den Konkurrenten zu bestehen. Am besten spricht man mehrere Sprachen fließend, beherrscht perfektes Schriftdeutsch, ist sowohl Teamplayer als auch Leader, verfügt über kaufmännische Kompetenzen, macht das zehnte Praktikum, war im Ausland, engagiert sich sozial, gibt alles für den Job, hat aber eine gute Work-Life-Balance, beherrscht die volle Bandbreite der Computerprogramme, schüttelt sich eine Powerpointpräsentation aus dem Ärmel, die man noch eben mit der aktuellsten Exceltabelle bestückt, bevor man sie in die Dropbox läd, damit alle sie sofort haben – denn der optimale Mensch arbeitet zeitsparend, da er ressourcenbewusst ist.

Das gilt nicht nur für Zeit, sondern auch für Materialien und die Beanspruchung von Hilfe. In seinem Fach ist er fehlerfrei und passt sich jederzeit flexibel Neuerungen an, denn auch alles andere beherrscht er mit links. Niemals würde es ihm einfallen, unter der Last der Arbeit zusammenzubrechen, pünktlich Feierabend zu machen oder zu widersprechen. Spreche ich hier noch von einem Menschen oder von einem Roboter? Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein! Ich finde es toll, dass wir heute so viele Möglichkeiten haben, uns zu verbessern und niemand sollte nur faul auf der Couch sitzen und darauf warten, dass das Leben ihm etwas schenkt – aber wir können doch nicht ständig nach Perfektion streben. Damit machen wir uns doch kaputt, weil wir sie nie erreichen können. Und unter all den Selbstzweifeln verschütten wir im schlimmsten Fall unser kreatives Selbstfindungspotenzial. Ich hoffe, dass Perfektion nicht alles ist und es auch auf die Persönlichkeit ankommt.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Oct 28, 2013

Studentenleben live

Semesterstart

Das neue Semester hat begonnen und überall summt und brummt, rauscht und raucht, klingelt und klappert es. Schnatternde Studenten soweit das Auge reicht.. Die Mensa platzt aus allen Nähten, die Bibliothekstür hört nicht auf zu rotieren. Fahrräder parken in der zweiten und dritten Reihe oder einfach mitten auf dem Weg. Überall stehen Kaffeetassen, leere, volle, halbvolle, mit und ohne Löffel. Es ist ein goldener Oktobertag – Altweibersommer, Sommer die Zweite. Auf der Sachsenbrücke (für manche der Inbegriff des Leipziger „Feelings“) tummeln sich wieder riesige Menschenmassen.

Für mich hat das zweite Semester im Master Kulturwissenschaften begonnen. Die erste Woche gleich mit einem Blockseminar – Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr zur Vorbereitung einer Ausstellung mit prächtigen alten Pflanzenbüchern aus dem Schatz der Universitätsbibliothek. Wir haben einige Katalogtexte geschrieben, Videointerviews geführt und Pläne zur Gestaltung des Ausstellungsraums gemacht. Das war eine Woche volle Konzentration. Im Gegensatz zum sonst ziemlich solitären Hausarbeiten-Schreiben eine ganz angenehme Arbeitsatmosphäre. Die verschiedenen Prüfungsleistungen müssen wir in der nächsten Woche erbringen, bevor die Ausstellung dann Mitte November eröffnet wird. Einer entwirft die Gestaltung der Vitrinen, einer kümmert sich um den Eingangsraum, eine Kommilitonin schreibt zu Werbezwecken einige Institutionen an und ich schneide die Videos zusammen. Endlich mal ein bisschen Praxis im Studium.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 25, 2013
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Rubrik: studium
Oct 25, 2013