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Studentenleben live

Optimiere dich (nicht)

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

28.10.2013

Wer heute studiert oder eine Ausbildung macht wird feststellen, dass man nie genug machen kann. Überall werden Optimierungsprogramme angeboten, wird einem vor Augen geführt, dass man eigentlich nicht gut genug ist, um in dieser Welt neben all den Konkurrenten zu bestehen. Am besten spricht man mehrere Sprachen fließend, beherrscht perfektes Schriftdeutsch, ist sowohl Teamplayer als auch Leader, verfügt über kaufmännische Kompetenzen, macht das zehnte Praktikum, war im Ausland, engagiert sich sozial, gibt alles für den Job, hat aber eine gute Work-Life-Balance, beherrscht die volle Bandbreite der Computerprogramme, schüttelt sich eine Powerpointpräsentation aus dem Ärmel, die man noch eben mit der aktuellsten Exceltabelle bestückt, bevor man sie in die Dropbox läd, damit alle sie sofort haben – denn der optimale Mensch arbeitet zeitsparend, da er ressourcenbewusst ist.

Das gilt nicht nur für Zeit, sondern auch für Materialien und die Beanspruchung von Hilfe. In seinem Fach ist er fehlerfrei und passt sich jederzeit flexibel Neuerungen an, denn auch alles andere beherrscht er mit links. Niemals würde es ihm einfallen, unter der Last der Arbeit zusammenzubrechen, pünktlich Feierabend zu machen oder zu widersprechen. Spreche ich hier noch von einem Menschen oder von einem Roboter? Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein! Ich finde es toll, dass wir heute so viele Möglichkeiten haben, uns zu verbessern und niemand sollte nur faul auf der Couch sitzen und darauf warten, dass das Leben ihm etwas schenkt – aber wir können doch nicht ständig nach Perfektion streben. Damit machen wir uns doch kaputt, weil wir sie nie erreichen können. Und unter all den Selbstzweifeln verschütten wir im schlimmsten Fall unser kreatives Selbstfindungspotenzial. Ich hoffe, dass Perfektion nicht alles ist und es auch auf die Persönlichkeit ankommt.

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