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Studentenleben live

Journalistische Recherche vor Ort (Teil 2)

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

25.10.2013

Wie bereits berichtet, wollte ich also die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Fußball in Portugals Liga und die Wechselwirkungen zur Gesellschaft untersuchen. Vor allem in Hinblick auf die absurde Situation, dass die Liga Transfersummen und Gehälter in Millionenhöhe zahlt, während der Staat kurz vor dem Bankrott steht. Weiter gefragt: Kann man bereits von einer Parallelwelt des Fußballs sprechen, die im Unterschied zum Staat ganz eigene Regeln und Werte entwickelt hat und nach diesen funktioniert? Wie bewerten die Fans diese paradoxe Situation? Gibt es Anhänger, die dagegen protestieren oder wird jener Zustand stillschweigend akzeptiert, während man zeitgleich gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Barrikaden geht? Gibt es viele unter ihnen, die seit der Finanzkrise kein Geld mehr für eine Eintrittskarte aufbringen können?

Nachdem ich meine Bewerbung fristgerecht eingereicht hatte, hieß es erstmal: abwarten. Als ich nach ein paar Wochen schon fast vergessen hatte, dass noch eine Antwort ausstand, kam die frohe Nachricht. Die Jury hatte sich für mein Thema ausgesprochen und ein Stipendium bewilligt. Es konnte nun also tatsächlich losgehen.

Da ich geplant hatte, mit Verantwortlichen von Vereinen, Journalisten und natürlich Fans Interviews zu führen und diese als Basis meiner Erkenntnisse zu nehmen, musste ich jetzt Adressen und Kontakte recherchieren. Auch die Reiseroute legte ich fest. Starten wollte ich meinen dreiwöchigen Aufenthalt in Lissabon, um dann über Coimbra, Porto und Braga wieder zurück nach Lissabon zu fahren. Die jeweilige Dauer ließ ich noch offen. Ich buchte lediglich den Hin- und Rückflug.

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