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Studentenleben live

Bruchlandung zu Semesterbeginn

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

01.11.2013

Wie zu erwarten war, holte mich der Semesteralltag an der Hochschule viel zu schnell wieder ein. Nachdem ich mich erst mal aus meiner Wohnung ausgesperrt hatte, musste ich mein Zimmer wieder einräumen, das ich für meinen Zwischenmieter nahezu steril hinterlassen hatte. Sicher ist sicher. Dann wartete ein riesiger Berg Post auf mich. Zwei Monate lang war ich in der Weltgeschichte unterwegs gewesen und hatte mir um nichts einen Kopf gemacht. Zunächst genoss ich die Sommerschule in Prag in vollen Zügen, dann reiste ich quer durch Deutschland und besuchte alle möglichen und unmöglichen Leute. Ich beendete meine Ferien mit einem rauschenden Familienfest und schwebte immer noch auf Wolke sieben, als ich mich daran machte, den Stapel Briefe zu erobern.
Und plötzlich war ich ganz unten: Das BAföG-Amt strich mir wegen Fristversäumung die Leistung, dafür wollte die GEZ über 50 Euro von mir haben und das Studentenwerk teilte mir mit, dass dies mein letztes Wohnsemester war. Meine rosa-goldene Wolke aus Ferien, Freizeit, Lust und Laune verpuffte im Nu. Meine Motivation für das neue Semester sank in unsägliche Tiefen. Plötzlich fiel mir ein, dass meine Hausarbeit auch noch nicht geschrieben war und es draußen regnete. Nullpunktstimmung.
Dann nahm ich mir vor, das Ganze von der positiven Seite zu betrachten: Immerhin war Wochenende und auf keinem Amt dieser Welt würde man jetzt jemanden erreichen. Ergo: Ich kochte mir einen Tee, buk einen Kuchen und wartete auf Montag.

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