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Studentenleben live

Kleine Flucht nach Italien

Endlich ist die Hausarbeit fertig. Ich gebe sie ab und stelle mich am nächsten Morgen an die Auffahrt zur Autobahn 38. Ich habe nur Schlafsack, ein paar Kleider, was zu essen, Landkarten und einen kleinen Sprachführer im Rucksack. Ich will nach Süditalien trampen – das sind insgesamt 1.700 Kilometer. Nach einer Viertelstunde hält ein Wagen an und nimmt mich Richtung Nürnberg mit. Kurz nach Mittag bin ich in der Nähe von München auf einer Raststätte. Mein Freund aus Marburg, mit dem ich mich hier verabredet habe, hatte nicht ganz so viel Glück und kommt zwei Stunden später an. Jetzt können wir zu zweit weiter, doch leider kommt eine erste Durststrecke. Wir fragen Hinz und Kunz, doch keiner hat Platz, fährt in die richtige Richtung, darf oder will uns mitnehmen. Dann nimmt uns endlich ein junges Paar – sie sind selber auf dem Weg nach Italien – mit und wir kommen bis Verona. Wir haben es geschafft, in einem Tag über die Alpen ins Land, wo die Zitronen wachsen, zu reisen. Eine ganz milde Luft weht hier. La Dolce Vita!

Zwischen zwei Weinreben neben einem Rosmarinstrauch und einer wuchernden Kiwipflanze breiten wir einen Poncho aus und lümmeln uns in unsere Schlafsäcke. Morgen wollen wir weiter Richtung Neapel. „Vedi Napoli e poi muori“ („Neapel sehen und sterben“) heißt das Sprichwort. Wir sind neugierig. Jetzt müssen wir Italienisch sprechen, ich kann nur ein paar Brocken. Mithilfe eines kleinen Büchleins basteln wir uns die passenden Sätze zusammen: „Miscusi signore, fahren Sie Richtung Bologna?“ „Wir machen Autostop und würden uns freuen, falls Sie uns mitnehmen.“ „Mille grazie!“ Es klappt. Ab und an treffen wir auch auf Italiener, die Französisch oder Englisch sprechen, so können wir uns gut durchschlagen und manchmal sogar unterhalten.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Nov 13, 2013
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Rubrik: studium
Nov 13, 2013

Studentenleben live

Wir gründen eine Konversationsgruppe

Meine Eltern wollten mir damals keinen Namen geben, den man nur in Deutschland kennt, sondern dachten sich, dass ich vielleicht später einmal viel mit Menschen aus anderen Ländern zu tun haben werde oder dass ich vielleicht eines Tages auch woanders leben würde. Und in der Tat: Mein Name ist und bleibt im Ausland sehr praktisch. Spätestens seit der Verfilmung der Titanic-Geschichte mit Kate Winslet kennt jeder Jack und … Rose (ich spreche mich allerdings ganz normal deutsch aus). Und wenn das nicht hilft, kann man meinen Namen ohne Probleme übersetzen. Auch dass Frauen nach Blumen heißen, ist in erstaunlich vielen Kulturen Tradition.

Anscheinend finden aber auch andere Deutsche meinen Namen international.

Kurz nachdem ich neu ins Wohnheim gezogen war, klingelte es an meiner Tür. Zwei Mädchen fragten mich, ob ich nicht Lust hätte als englische Muttersprachlerin Anglistikstudis in einer Konversationsgruppe zu unterstützen. Ich musste ihnen leider sagen, dass sie sich geirrt hatten und sie zogen irritiert wieder ab. Auf die Idee, dass ich Engländerin oder Amerikanerin sein könnte, war ich noch nie gekommen.

Aber es kommt noch besser: Gestern klingelte es an meiner Tür. Nichts ahnend öffnete ich und eine sympathische Frau begann mich auf Französisch anzusprechen. Leider konnte ich ihr nicht folgen, weil ich kaum Französisch verstehe. „Sind das jetzt die Zeugen Jehovas?“, dachte ich mir. Eine Freundin hatte mir erzählt, dass sie manchmal auch in die Studiwohnheime kommen. Anscheinend sind Studis oft anfällig für einen einfache, tröstende Religion. Die Frau schien meinen fragenden Blick zu verstehen und erklärte mir (diesmal auf Deutsch), dass sie Menschen für eine Französisch-Konversationsgruppe sucht und dachte, ich wäre vielleicht Französin. Ach, schon wieder ne Konversationsgruppe!

Liebe Menschen, die auch vorhaben so etwas zu gründen: Ich muss euch enttäuschen, ich kann weder Englisch noch Französisch auf Muttersprachenniveau. Also bitte klingelt nicht an meiner Tür!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Nov 12, 2013

Studentenleben live

Vier auf einen Streich

Die Diagnose stand eigentlich schon vor fast einem Jahr, aber im „unbequeme Tatsachen verdrängen“ bin ich Champion. Alle vier Weisheitszähne sollten mir gezogen werden und zwar möglichst schnell, schließlich begannen meine Schneidezähne sich merklich in alle Himmelsrichtungen zu verschieben. Erst als mir irgendwann klar wurde, dass mir eine feste (!) Zahnspange drohte, sollte ich den Termin für die Zahn-OP noch weiter hinauszögern, packte mich aus der Not heraus wilder Aktionismus. Ich rief meinen Zahnarzt an und vereinbarte den Termin gleich für die erste Semesterwoche. Es sollten zunächst nur zwei Weisheitszähne gezogen werden. Wie kann man sich wegen blöder Zähne so anstellen?! Das fragte ich mich auch permanent, aber ich fühle mich so schon in jeder Arztpraxis unwohl. Die Vorstellung eines grausamen Herausreißens meiner lieben Beißerchen versetzte mich in einen Angstzustand.
Am Donnerstag schwänzte ich die Uni und ging um acht Uhr morgens meinem Untergang entgegen. Ich zitterte vor Aufregung, verbiss mich aber darin, mit dem Zahnarzt auszuhandeln, gleich alle vier zu machen. Nach einem Blick auf das Röntgenbild erklärte er sich einverstanden und die Prozedur begann.

Ich habe noch nie etwas Unentspannteres und Destruktiveres erlebt. Natürlich habe ich kaum etwas gespürt, aber der Gewaltakt, mit dem sie mir vier Zähne entrissen, zersägten und herausbrachen, war ziemlich verstörend. Das war das Schlimmste an der Sache. Ich musste insgesamt bloß zwei Schmerztabletten nehmen, sah nur einen Tag lang aus wie ein Hamster und konnte auch bald wieder gut essen. Aber das Geräusch des herausbrechenden Zahns … gruselig!

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Nov 11, 2013