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Studentenleben live

Kleine Flucht nach Italien

Autor:

Rubrik:
studium

13.11.2013

Endlich ist die Hausarbeit fertig. Ich gebe sie ab und stelle mich am nächsten Morgen an die Auffahrt zur Autobahn 38. Ich habe nur Schlafsack, ein paar Kleider, was zu essen, Landkarten und einen kleinen Sprachführer im Rucksack. Ich will nach Süditalien trampen – das sind insgesamt 1.700 Kilometer. Nach einer Viertelstunde hält ein Wagen an und nimmt mich Richtung Nürnberg mit. Kurz nach Mittag bin ich in der Nähe von München auf einer Raststätte. Mein Freund aus Marburg, mit dem ich mich hier verabredet habe, hatte nicht ganz so viel Glück und kommt zwei Stunden später an. Jetzt können wir zu zweit weiter, doch leider kommt eine erste Durststrecke. Wir fragen Hinz und Kunz, doch keiner hat Platz, fährt in die richtige Richtung, darf oder will uns mitnehmen. Dann nimmt uns endlich ein junges Paar – sie sind selber auf dem Weg nach Italien – mit und wir kommen bis Verona. Wir haben es geschafft, in einem Tag über die Alpen ins Land, wo die Zitronen wachsen, zu reisen. Eine ganz milde Luft weht hier. La Dolce Vita!

Zwischen zwei Weinreben neben einem Rosmarinstrauch und einer wuchernden Kiwipflanze breiten wir einen Poncho aus und lümmeln uns in unsere Schlafsäcke. Morgen wollen wir weiter Richtung Neapel. „Vedi Napoli e poi muori“ („Neapel sehen und sterben“) heißt das Sprichwort. Wir sind neugierig. Jetzt müssen wir Italienisch sprechen, ich kann nur ein paar Brocken. Mithilfe eines kleinen Büchleins basteln wir uns die passenden Sätze zusammen: „Miscusi signore, fahren Sie Richtung Bologna?“ „Wir machen Autostop und würden uns freuen, falls Sie uns mitnehmen.“ „Mille grazie!“ Es klappt. Ab und an treffen wir auch auf Italiener, die Französisch oder Englisch sprechen, so können wir uns gut durchschlagen und manchmal sogar unterhalten.

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