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Studentenleben live

Kleine Flucht nach Italien - Teil 2

Porträtfoto Blogger "Max"

Autor:

Rubrik:
studium

21.11.2013

Eigentlich hatte ich gehofft, wir würden am zweiten Tag schon in den Bergen wandern, doch wir schaffen es bis zum Abend per Anhalter nur bis ein Stück südlich von Rom. Aber am nächsten Tag erreichen wir schon recht bald Neapel und kommen noch ein Stück weiter gen Süden. Von dort wandern wir in die Berge, entlang einer ziemlich steilen Küste. Hier wachsen noch mehr Zitronen- als Olivenbäume. Vereinzelt auch Khaki, Kiwi und Johannisbrot. Manche Orte sind schon sehr touristisch, andere Orte – wenige Kilometer entfernt – wurden davon verschont. In einem Laden kaufen wir uns Weißbrot, Tomaten und Käse. „Ingredienti: Latte die Pecora“ steht auf dem Pecorino – das bedeutet auf Italienisch einfach Schafmilchkäse. Und Wein natürlich. Während wir die nächsten Tage teils wandern, teils trampen und in Olivenhainen und Weinbergen übernachten, essen wir fast nichts anderes und kommen uns doch wie Könige vor – Könige der Straße.

„Unser Palast ist das luftige Zelt“ heißt es in einem Lied, das wir zusammen singen und auf der Gitarre begleiten. Als es in einer Nacht ein wenig regnet werden wir, weil wir ohne Zelt aufgebrochen sind, ein wenig nass. Doch am nächsten Tag kommen wir ans Meer. Die Sonne scheint, wir breiten die Schlafsäcke zum trocknen aus und gehen baden. Wir sind ganz alleine am Strand, die Touristen haben sich schon recht rar gemacht und den Italienern ist es wohl schon zu kalt. Wir aber genießen das Meer und die Sonne in vollen Zügen.

Mehr als eine Woche Uni wollen wir nicht schwänzen und so müssen wir schon bald wieder zurück. So wie auch die Hinreise etwas mehr als zwei Tage dauerte, ist es auch auf dem Rückweg. Sechs bis siebenhundert Kilometer kann man also selbst in Italien an einem Tag trampen, obwohl es dort noch unüblicher zu sein scheint, als in hier in Deutschland. Mit neun Euro am Tag haben wir auf unserer Reise nicht mehr, sondern eher weniger als zuhause ausgegeben. – Sich am Morgen an die Straße zu stellen und ohne Geld dafür ausgeben zu müssen am Abend in einem anderen Land zu sein, das nenne ich Freiheit. Freiheit, die man auch als Student haben kann, wenn man sich auf dieses kleine Abenteuer einlässt.

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