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Studentenleben live

Eine neue Identität

Vor kurzem habe ich geheiratet und mich entschieden, den Namen meines Mannes anzunehmen. Das wollte ich eigentlich immer schon und glücklicherweise hat der Nachname meines Mannes mich auch nicht davon abgebracht. Ich weiß nicht wie ich gehandelt hätte, hätte mein Liebster etwa einen Nachnamen wie Wurster, Teufel oder Notdurft gehabt. Ich kenne wirklich sehr liebe Menschen mit uneleganten Nachnamen. Das alleine ist ja nicht schlimm, schlimmer ist die Kombination: lieber Name, uneleganter Mensch.

Ich habe vielleicht sogar etwas gewonnen habe mit meinem neuen Nachnamen. Ich muss nämlich gestehen, dass mein Mädchenname viel Potential für Wortwitze hat. Etwas wehmütig bin ich, dass meine Schwiegermutter und deren Schwiegermutter sich damals nicht durchgesetzt haben. So bin ich eben nur fast „Klug“ geworden und mit dem „Engel“ werden hats leider auch nicht geklappt.

Dennoch ist so ein neuer Name eine einschneidende Sache. In gewisser Weise verliert man seine alte Identität. Als mir das klar wurde, keimte in mir der Gedanke, dass das vielleicht die perfekte Möglichkeit ist, aus meinem ungeliebten Handyvertrag zu entkommen. Aber leider wurde diese Hoffnung enttäuscht. Ich musste feststellen, dass ein anderer Nachname nun doch nicht so viele Neuerungen mit sich bringt. Der Handyvertrag bleibt mir leider auch noch weiterhin erhalten, nur muss ich jetzt auch noch zusätzlich meine Namensänderung bescheinigen. Unzähligen Behörden muss man seine Eheschließungsurkunde schicken und zusätzlich muss auch dafür gesorgt sein, dass Freunde und Bekannte den neuen Nachnamen registrieren. Ich hatte mich schon gewundert, dass eine alte Bekannte lange nicht auf eine E-Mail von mir antwortete, die ich unter neuem Namen schrieb. Sie hat den Absender schlicht nicht erkannt.

Wobei es auch etwas Bereinigendes hat, seinen Namen zu ändern. Es ist zu hoffen, dass niemand mehr Internetbeiträge aus alten Tage mit mir in Verbindung bringt. Was die Behörden angeht, so befürchte ich allerdings, dass die NSA schon vor dem BAFÖG-Amt wusste, dass ich geheiratet habe. Es ist jedenfalls viel Papierkram und im Endeffekt ist doch nicht viel passiert. Wobei es ja gerade die kleinen Dinge sind, weswegen ich mich dafür entschieden habe, meinen Namen zu ändern. Es freut mich doch immer noch sehr, dass nun ein einziger Name an der Hausklingel dafür steht, dass mein Mann und ich zusammen gehören.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2013
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 25, 2013

Studentenleben live

Journalistische Recherche vor Ort (Teil 5)

Im fußballverrückten Porto konnte ich glücklicherweise ebenfalls in einem WG-Zimmer unterkommen, in dem normalerweise eine Bekannte von mir lebt, die den Sommer aber in Deutschland verbrachte. Durch einen früheren Aufenthalt in Porto konnte ich mich zudem noch an Renato erinnern, der in einem Hostel in der Innenstadt arbeitete - passenderweise ein eingefleischter Fan des FC Porto. Als ich ihn aufsuchte und um ein Interview bat, willigte er sofort ein.

Er berichtete mir von seiner Leidenschaft für den Fußball, vom Meisterschaftstriumpf der letzten Saison, aber auch von den Problemen, die ihm die Krise gebracht hat. Nach seinem Uni-Abschluss bekam er keinen Job und seit zwei Jahren können er und seine Familie sich keine Dauerkarte mehr leisten. Trotzdem fand auch er die Gehälter der Stars nicht verwerflich. Sein Kumpel Pedro schlug in die gleiche Kerbe. Die Spieler seien die Besten, sie dürften so viel verdienen. Die Krise würde sich aus ihrer Sicht zwar schon bemerkbar machen, weniger Fans kommen zu den Spielen; der Verein allerdings kompensiere dies durch neue Marketingstrategien wie beispielsweise einen eigenen TV-Sender.

An den nächsten Tagen versuchte ich noch ein Interview mit einem Verantwortlichen des Vereins zu bekommen, erhielt aber leider nur eine Absage der PR-Abteilung. In Braga hingegen schaffte ich es, den Pressesprecher zu interviewen und zur aktuellen Situation und der Reaktion des Vereins auf die Finanzkrise zu befragen.

Wie das Treffen ablief und was er mir über die Auswirkungen der Krise erzählte, lest ihr im nächsten Blog.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Nov 21, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Nov 21, 2013

Studentenleben live

Kleine Flucht nach Italien - Teil 2

Porträtfoto Blogger "Max"Eigentlich hatte ich gehofft, wir würden am zweiten Tag schon in den Bergen wandern, doch wir schaffen es bis zum Abend per Anhalter nur bis ein Stück südlich von Rom. Aber am nächsten Tag erreichen wir schon recht bald Neapel und kommen noch ein Stück weiter gen Süden. Von dort wandern wir in die Berge, entlang einer ziemlich steilen Küste. Hier wachsen noch mehr Zitronen- als Olivenbäume. Vereinzelt auch Khaki, Kiwi und Johannisbrot. Manche Orte sind schon sehr touristisch, andere Orte – wenige Kilometer entfernt – wurden davon verschont. In einem Laden kaufen wir uns Weißbrot, Tomaten und Käse. „Ingredienti: Latte die Pecora“ steht auf dem Pecorino – das bedeutet auf Italienisch einfach Schafmilchkäse. Und Wein natürlich. Während wir die nächsten Tage teils wandern, teils trampen und in Olivenhainen und Weinbergen übernachten, essen wir fast nichts anderes und kommen uns doch wie Könige vor – Könige der Straße.

„Unser Palast ist das luftige Zelt“ heißt es in einem Lied, das wir zusammen singen und auf der Gitarre begleiten. Als es in einer Nacht ein wenig regnet werden wir, weil wir ohne Zelt aufgebrochen sind, ein wenig nass. Doch am nächsten Tag kommen wir ans Meer. Die Sonne scheint, wir breiten die Schlafsäcke zum trocknen aus und gehen baden. Wir sind ganz alleine am Strand, die Touristen haben sich schon recht rar gemacht und den Italienern ist es wohl schon zu kalt. Wir aber genießen das Meer und die Sonne in vollen Zügen.

Mehr als eine Woche Uni wollen wir nicht schwänzen und so müssen wir schon bald wieder zurück. So wie auch die Hinreise etwas mehr als zwei Tage dauerte, ist es auch auf dem Rückweg. Sechs bis siebenhundert Kilometer kann man also selbst in Italien an einem Tag trampen, obwohl es dort noch unüblicher zu sein scheint, als in hier in Deutschland. Mit neun Euro am Tag haben wir auf unserer Reise nicht mehr, sondern eher weniger als zuhause ausgegeben. – Sich am Morgen an die Straße zu stellen und ohne Geld dafür ausgeben zu müssen am Abend in einem anderen Land zu sein, das nenne ich Freiheit. Freiheit, die man auch als Student haben kann, wenn man sich auf dieses kleine Abenteuer einlässt.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Nov 21, 2013
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Rubrik: studium
Nov 21, 2013