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Studentenleben live

Eine neue Identität

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

25.11.2013

Vor kurzem habe ich geheiratet und mich entschieden, den Namen meines Mannes anzunehmen. Das wollte ich eigentlich immer schon und glücklicherweise hat der Nachname meines Mannes mich auch nicht davon abgebracht. Ich weiß nicht wie ich gehandelt hätte, hätte mein Liebster etwa einen Nachnamen wie Wurster, Teufel oder Notdurft gehabt. Ich kenne wirklich sehr liebe Menschen mit uneleganten Nachnamen. Das alleine ist ja nicht schlimm, schlimmer ist die Kombination: lieber Name, uneleganter Mensch.

Ich habe vielleicht sogar etwas gewonnen habe mit meinem neuen Nachnamen. Ich muss nämlich gestehen, dass mein Mädchenname viel Potential für Wortwitze hat. Etwas wehmütig bin ich, dass meine Schwiegermutter und deren Schwiegermutter sich damals nicht durchgesetzt haben. So bin ich eben nur fast „Klug“ geworden und mit dem „Engel“ werden hats leider auch nicht geklappt.

Dennoch ist so ein neuer Name eine einschneidende Sache. In gewisser Weise verliert man seine alte Identität. Als mir das klar wurde, keimte in mir der Gedanke, dass das vielleicht die perfekte Möglichkeit ist, aus meinem ungeliebten Handyvertrag zu entkommen. Aber leider wurde diese Hoffnung enttäuscht. Ich musste feststellen, dass ein anderer Nachname nun doch nicht so viele Neuerungen mit sich bringt. Der Handyvertrag bleibt mir leider auch noch weiterhin erhalten, nur muss ich jetzt auch noch zusätzlich meine Namensänderung bescheinigen. Unzähligen Behörden muss man seine Eheschließungsurkunde schicken und zusätzlich muss auch dafür gesorgt sein, dass Freunde und Bekannte den neuen Nachnamen registrieren. Ich hatte mich schon gewundert, dass eine alte Bekannte lange nicht auf eine E-Mail von mir antwortete, die ich unter neuem Namen schrieb. Sie hat den Absender schlicht nicht erkannt.

Wobei es auch etwas Bereinigendes hat, seinen Namen zu ändern. Es ist zu hoffen, dass niemand mehr Internetbeiträge aus alten Tage mit mir in Verbindung bringt. Was die Behörden angeht, so befürchte ich allerdings, dass die NSA schon vor dem BAFÖG-Amt wusste, dass ich geheiratet habe. Es ist jedenfalls viel Papierkram und im Endeffekt ist doch nicht viel passiert. Wobei es ja gerade die kleinen Dinge sind, weswegen ich mich dafür entschieden habe, meinen Namen zu ändern. Es freut mich doch immer noch sehr, dass nun ein einziger Name an der Hausklingel dafür steht, dass mein Mann und ich zusammen gehören.

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