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Studentenleben live

Anstrengendes Semester

Die Zeit vergeht im Moment wie im Flug. Woche für Woche düst an mir vorbei. Mein Geburtstag war Anfang November, aber es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen. Und das hat auch einen Grund: Die letzten Semester verliefen immer gleich. Während der Vorlesungszeit musste man nur mit dem Stoff mitkommen und hatte sonst viel Freizeit. Die lernintensiven Prüfungen lagen immer am Ende des Semesters. In diesem Halbjahr jedoch habe ich gleich zwei arbeitsintensive Fächer.

In Controlling muss ich mit einer Studienkollegin nächste Woche ein Referat halten, in Organisation, wo wir als Gruppe von 15 Personen die ganze Zeit zusammenarbeiten, ebenfalls nächste Woche die entscheidende Präsentation halten.

Allerdings macht mir gerade letzteres Fach auch großen Spaß, da es dabei um verschiedene Arbeitstypen und Präferenzrollen geht und wir nun zum Schluss unsere eigene Gruppe analysieren sollen. Obwohl ich auch etwas Angst habe vor den Konfrontationen, bin ich doch auch gespannt, ob mein Selbstbild Bestätigung finden wird oder nicht.

In der nächsten Woche entscheidet sich also ziemlich viel und das macht mich im Moment sehr unruhig.

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2013
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Nov 28, 2013

Studentenleben live

Vorweihnachtliche Gewissensbisse

Ich glaube, dieses Jahr bin ich einer von ihnen. Einer dieser Menschen, die viel zu früh an Weihnachten denken. Ich habe schon Stollen und Lebkuchen gegessen, Glühwein getrunken, ich war schon auf einem Wintermarkt (mit Eisbahn, Lichterketten, fragwürdiger Musik und gebrannten Mandeln), ich habe schon weihnachtliches Geschenkpapier und Schokoladennikoläuse gekauft.

Okay, letzteres immerhin für einen anderen Zweck: Wir haben nämlich an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ teilgenommen und werden damit hoffentlich einen kleinen Jungen in Osteuropa ein bisschen glücklicher machen.

Und wahrscheinlich ist das Ganze jetzt schon weniger wert, weil ich mich nun hier damit profiliere.

Aber genau das ist es, worauf ich hinaus will. Eine Frage, die ich mir schon seit Ewigkeiten stelle, ist die nach Egoismus und selbstlosem Handeln. Was ist selbstlos? Sind nicht selbst die Handlungen, die anderen uneigennützig erscheinen, bei genauerem Betrachten Dinge, die wir tun, um uns danach besser zu fühlen? Dinge also, die wir für uns tun und nicht für andere?

Nachdem ich den Karton zur Annahmestelle im örtlichen Blumenladen gebracht habe, saß ich wieder zu Hause und habe mich meinen Luxusproblemen gewidmet: schlecht gewordene Weintrauben weggeschmissen, die ich vermutlich nur deshalb nicht gegessen habe, weil ich aus Versehen nicht die kernlosen gekauft hatte; meine Haare verflucht, weil sie nicht das getan haben, was sie sollten; und eine mittelschwere innere Krise bekommen, weil ich mich immer noch nicht entscheiden kann, in welcher Gegend ich mich für ein Auslandssemester bewerben will.

Sind solche Spendenaktionen nicht irgendwie auch nur ein freigekauftes Gewissen? Ein Instrument, um anderen und ein bisschen auch sich selbst zu imponieren? Um sich danach seinem üblichen Trott zuzuwenden und sich in seinem Egoismus nicht mehr ganz so schuldig zu fühlen?

Aber wo ziehen wir die Grenze? Natürlich verhalten wir uns so, wie wir es in dem Moment am besten finden. Aber ist das zwangsläufig Egoismus? Oder gibt es tatsächlich uneigennützige Taten, die nicht mit unseren eigenen Neigungen einhergehen? Je länger ich darüber nachdenke, desto verwirrter bin ich.

Letztlich, glaube ich, bin ich gern einer von ihnen. Einer dieser Menschen, die viel zu früh an Weihnachten denken und zwischendurch trotzdem mal an andere. Denn am Ende ist es doch irgendwie die Spende, die zählt, und nicht die Intention. Vielleicht nicht in Bezug auf die moralische Bewertung meiner Handlung, aber sicherlich aus Sicht des Empfängers.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 26, 2013

Studentenleben live

Journalistische Recherche vor Ort (Teil 6)

Nach den interessanten Gesprächen in Porto fuhr ich mit dem Zug weiter nach Braga. Per E-Mail hatte ich mit dem Pressesprecher Joao ausgemacht, mich zu melden, wenn ich in der Stadt bin. Wir verabredeten uns schließlich für ein Interview am Rande des Saisoneröffnungsspiels gegen Norwich City.

Ich hatte Schwierigkeiten, in den Pressebereich zu gelangen, weil ich zwar eine reguläre Eintrittskarte, aber keinen Presseausweis hatte. Dank meiner Überredungskünste hat es aber dann doch geklappt. So konnte ich das unterhaltsame Spiel von hier aus beobachten. Der Assistent von Joao erklärte mir, dass sein Chef während des Spiels keine Zeit haben werde auf die Tribüne zu kommen, dass ich aber danach Gelegenheit haben würde, ihn zu interviewen. Also wartete ich den Schlusspfiff und das daran anschließende, pompös inszenierte Eröffnungsspektakel ab. Doch Joao erschien immer noch nicht. Ein anderer Journalist riet mir, mit dem Fahrstuhl runter zur Pressezone zu fahren und Joao da zu suchen. Noch immer ohne Presseausweis ausgestattet, machte ich mich auf den Weg.

Zum Glück traf ich unten wieder auf Joaos Assistenten und nach der kurzen Pressekonferenz kamen wir dann endlich zum Interview. Auch der SC Braga leide unter der Krise, berichtete er mir. Viele Zuschauer blieben weg, da sie sich kein Ticket mehr leisten können, und andere Sachen schlichtweg essentieller seien als Fußball. Doch auch sein Club initiiere, ähnlich wie Academica Coimbra, eine Lebensmittel-Spenden-Aktion für Bedürftige und versuche sozial schwache Familien und Kinder von klein auf zu fördern. Dazu, ob er es nicht paradox fände, dass der Staat nahezu bankrott sei, die Vereine aber weiter Millionen ausgeben, wollte er mir leider keine Antwort geben – das war aber zu erwarten gewesen. Trotzdem hatte sich das Ausharren gelohnt und das Interview weitere interessante Einblicke geliefert.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Nov 26, 2013