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Studentenleben live

Verhandlungssache — gewusst wie!

Autor:
Jacqueline

Rubrik:
studium

02.12.2013

Das dachte sich wohl auch mein Professor für Konsumenten- und Kaufverhalten, denn für Montagnachmittag war ein Verhandlungs-Workshop angedacht. Nach der Theorie kam jedoch nicht die Praxis, sondern erst eine Selbsteinschätzung zum Thema: „Wie verhalte ich mich bei Verhandlungen? Welchen Verhandlungsstil übe ich aus?“. Sofern man bei der Beantwortung nicht geschummelt hat, sondern sich selbst treu geblieben ist, konnte man sich am Ende der Auswertung wiederfinden. Schritt 1 war also erledigt: Jeder hatte nun seinen persönlichen Verhandlungsstil vor sich liegen.

Schritt 2 sah nun vor, sich in kleinen Dreiergruppen zusammenzusetzen. Meine Gruppe war bestens aufgestellt: Wir ergänzten uns in unseren Stilen einfach perfekt. Als nächstes teilte unser Professor unseren Kurs in zwei gegnerische Seiten: Sechs Gruppen repräsentierten eine Marketing-Agentur und die anderen sechs Gruppen ein Getränke-Unternehmen. Aufgabe war es, eine Vertragsverhandlung nachzuspielen und den für die eigene Seite besten Deal an Land zu ziehen. Also alles zum Thema Vertragsdauer, Anzahl der ausgeführten Kampagnen, Launch-Termine, Bezahlungskonditionen, Medienbeitrag und Kontrollinstanz. Meine Gruppe und ich waren die Marketing-Agentur. Um eine etwas lockere Atmosphäre zu schaffen, setzten wir uns mit der Getränke-Unternehmen-Gruppe in die Cafeteria. Es war wirklich keine leichte Sache, dieses Gespräch zu führen.

Anfangs waren unsere Gegner nicht dazu bereit, Kompromisse einzugehen. Dabei verfolgten meine Gruppenmitglieder und ich ganz klar eine Win-Win-Strategie. Dieser Vertrag sollte für beide Parteien lukrativ sein. Dies erfordert natürlich das Eingehen von Kompromissen. Wir diskutierten und diskutierten und diskutierten… Wir waren so in dieses Rollenspiel vertieft, dass wir am Ende sogar die Zeit vergaßen und eine ganze Viertelstunde zu spät zurück zur Vorlesung kamen. Unser Professor reagierte jedoch gelassen: „Taffe Verhandlung, was?“, fragte er uns mit einem Augenzwinkern. Oh ja, das war sie, obwohl wir es nur als improvisiertes Rollenspiel erlebt haben. Im echten Berufsleben dürfte es noch eine ganze Ecke härter sein. Schließlich spricht man nicht umsonst oftmals von Haifischbecken …

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