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Studentenleben live

Trampen

Trampen ist immer wieder eine wunderbare Gelegenheit, sich ein wenig überraschen zu lassen. Du sitzt nah bei einem Menschen, den Du gar nicht kennst, und je nach Strecke habt ihr ein paar Minuten oder ein paar Stunden Zeit, euch über irgendetwas zu unterhalten. Beim Trampen habe ich schon von so vielen verschiedenen Berufen gehört, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Auch verworrene Lebensgeschichten, Abstürze und Aufstiege kamen vor. Es ist eine ganz spezielle Situation, die einem immer wieder erlaubt, ganz offen und frei miteinander zu reden. Man wird sich danach wahrscheinlich nie wieder sehen, kann deshalb eigentlich ziemlich offen und ehrlich über Hoffnungen, Sorgen und Ängste reden, Niederlagen eingestehen, Ärger ablassen.

Es gibt viele gute Gründe, einen Tramper mitzunehmen. Die Skepsis ist häufig groß und viele schauen uns Tramper an, als ob wir Straßenclowns oder Außerirdische wären, auch die Polizei verdächtigt uns manchmal, Gestalten des Zwielichts zu sein, aber zumindest an Raststätten und Tankstellen klappt es noch recht gut. Dort kann ich die Leute ansprechen und sie haben einen Augenblick Zeit, sich einen Eindruck von mir zu machen. Es gibt so viele Leute, die beruflich ständig quer durch Deutschland und noch weiter fahren. Sie verbringen Stunde um Stunde allein in einer rollenden Kiste, da freuen sie sich manchmal über einen netten und gesprächigen Beifahrer.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 5, 2013
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Rubrik: studium
Dec 5, 2013

Studentenleben live

Erstaunliche Gestalten

Ich lerne in meinem Studium immer wieder faszinierende Dinge, die mir klar machen, dass ich es trotz mancher Hürden eigentlich echt toll finde. Diese Woche gab es so einen Moment in einer Vorlesung, die der Vortragende mit folgenden Worten einleitete: „So, dann machen wir jetzt mal weiter mit dem Aussterben“. Er hatte eigentlich nicht die Absicht, einen Witz zu machen, lachen mussten wir Zuhörer aber trotzdem.

Inhaltlich sollte es in der Vorlesung um Aussterbeereignisse gehen. Dass die Dinos mal auf unserer Erde wandelten und dann durch ein solches Aussterbeereignis von der Bildfläche verschwunden sind, das weiß vermutlich jeder. Aber auch unzählige andere skurrile Gestalten sind nicht mehr präsent auf unserem grünen Planeten.

Da wäre zum Beispiel der Dodo, ein fetter, zutraulicher Vogel ohne Talent zum Fliegen, dessen Naivität ihm zum Verhängnis wurde. Er lebte auf Inseln im Indischen Ozean und zeigte keine Scheu vor Menschen, die sich einen Spaß daraus machten, die trotteligen Vögel einen nach dem anderen zu erschlagen. Ähnlich bescheuert ist der Grund für das immer noch anhaltende Amphibiensterben vielerorts: ein afrikanischer Frosch, der früher auf irgendeine Weise als Schwangerschaftstester verwendet wurde, wurde aus diesem Grund von Menschen auf andere Kontinente gebracht. Blöd nur, dass mit dem Frosch ein Pilz einreiste, der seither zum Aussterben vieler Amphibienarten geführt hat. Sehr erschreckend finde ich auch das Schicksal der amerikanischen Wandertaube. Noch im vorletzten Jahrhundert gehörte sie zu einer der häufigsten Vogelarten der Welt. Das wussten auch die Siedler Nordamerikas und erlegten die Tiere scharenweise, denn es gab ja so viele davon. Der Mensch schaffte es doch tatsächlich, diese Vögel auszurotten. Viele faszinierende Tiere, wie das Nashorn, müssen indes auch um ihr Überleben bangen. Nicht zuletzt, weil in asiatischen Kulturkreisen die irrsinnige Vorstellung besteht, das Horn der Tiere steigere die Potenz. Es ist auffallend, dass die viele Beispiele vor allem menschgemachte Aussterbeereignisse sind. Es gibt leider noch unzählige weitere Beispiele dafür. Was mir in dieser Vorlesung klar wurde, ist, dass es auf unserer Welt unheimlich faszinierende Wesen gibt. Für mich ein klarer Beweis dafür, dass es einen kreativen Schöpfer gibt. Und dass es unsere Pflicht ist sorgsam mit diesen Geschöpfen umzugehen.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Dec 3, 2013
Autor: Mia
Rubrik: studium
Dec 3, 2013

Studentenleben live

Journalistische Recherche vor Ort (Teil 7)

Wieder zurück in der Hauptstadt Lissabon, versuchte ich als erstes einen Sportjournalisten zu interviewen. Eine Anfrage zum Sportmagazin „A Bola“ aus Deutschland war ohne Ergebnis verlaufen; also schaute ich persönlich beim Redaktionssitz des portugiesischen „Kicker“-Pendants im Stadtteil Bairro Alto vorbei. Mit Hilfe eines Mitarbeiters, den ich zufällig vor der Tür getroffen hatte, schaffte ich es, ein Interview mit José Morim, Portugal-Korrespondent des „Kickers“ zu organisieren. Nach kurzer Wartezeit in der Eingangshalle nahm Herr Morim mich schließlich in seinem Büro in Empfang.

Überraschenderweise sprach er perfekt Deutsch, da er, wie er mir berichtete, mehrere Jahre in Berlin gelebt hatte. Die Finanzkrise, so seine Einschätzung, habe massive Auswirkungen auf die Liga. Vor allem die kleinen Vereine hätten zu kämpfen. Insgesamt sei die Liga total gespalten. Oben stünden die reichen Vereine Porto, Benfica und mit Abstrichen auch Sporting und Braga. Die restlichen Clubs trennen Welten von dieser wirtschaftlichen und sportlichen Avantgarde. Ein großes Problem seien die einbrechenden Zuschauereinnahmen sowie die ungerechte Verteilung der TV-Gelder. Aber auch mehr Transparenz und soziales Engagement wünsche er sich von den Clubs, so Morim.

Dieses Interview hatte mir nochmal eine neue, fachlich fundierte Perspektive auf das Thema ermöglicht. Im Anschluss an das sehr nette Gespräch gab mir Morim noch ein paar Kontakte zu den Lissaboner Vereinen und ich recherchierte weiter.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Dec 3, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Dec 3, 2013