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Studentenleben live

Ein Tag in Wernigerode

Als meine Eltern mich kurzerhand einluden, sie auf einen Ausflug in den Harz zu begleiten, der ja quasi vor der Haustür von Magdeburg liegt, konnte ich nicht nein sagen. Erwartungsvoll setzte ich mich früh am Morgen in den Zug, um bei strömendem Regen in Wernigerode wieder auszusteigen. Der Regen war enorm und machte dem Ruf der Region alle Ehre. So änderten wir dann auch unseren Plan und statt mit der Brockenbahn auf den Gipfel zu fahren, gingen wir in die Baumanns-Tropfsteinhöhle und besuchten die Rappbodetalsperre.

Die Baumannshöhle ist eine der ältesten Schauhöhlen der Welt. Sie ist nämlich bereits seit 1646 für die Öffentlichkeit zugänglich. Darin ist ein Höhlenbär ausgestellt, ein Tier, das nach seinem Skelett zu urteilen größer war als eine Kuh, und sich zum Schutz gerne in den dunklen Höhlen zurückzog und dort überwinterte. Unglaublich fand ich es, dass der Bär ein Vegetarier gewesen sein soll, wo er eher so aussieht, als ob er zwei Menschen mit einem Bissen verspeisen könnte.

Auch die Rappbodetalsperre war einen Besuch wert, denn wir hatten das Glück, dass sich für einen Moment der Nebel lichtete und wir den Staudamm und -see überblicken konnten. Ein netter Mensch erklärte uns auch gleich dessen Funktion und ratterte zahlreiche technische Daten herunter. Interessant fand ich, dass der Damm nicht nur Trinkwasser und Energie zur Verfügung stellt, sondern auch dem Hochwasserschutz dient.

Natürlich gibt es keinen Ausflug mit meinen Eltern ohne Zwischenstopp im Café zur süßen Stärkung. So kamen wir dann auch noch ins Zentrum von Wernigerode, das sich aus schönen Fachwerkhäusern und historischen Gebäuden zusammensetzt. Trotz Regen ist es also noch ein wunderbarer Ausflug geworden – das verschlafene Wernigerode ist wirklich ein Geheimtipp.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Dec 10, 2013
Autor: Anni
Rubrik: studium
Dec 10, 2013

Studentenleben live

Ode an das Pflaumenmus

Es ist und bleibt für mich die beste Marmelade. Süs, aber eben nicht zu süs, eher würzig, gut für das Frühstücksbrot, aber auch sonst zur Vollendung vieler Süsspeisen hervorragend geeignet.

Seien es Linzertorten, Kekse oder Pfannkuchen.

Doch zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass das gute alte Pflaumenmus out ist. Einfach nicht mehr im Trend. Keiner meiner Freunde hat es regelmäsig im Kühlschrank und auch in meiner WG ist das Mus nicht gerade der Renner. Ich kenne auch niemanden, der Pflaumenmus selbst kocht. Denn die größte Rivalin des Pflaumenmus‘ ist die Marmelade. Ob Erdbeere, Aprikose oder Marille, Heidelbeere, Johannisbeere oder Himbeere, sogar Orange – überall wird sie geliebt, gekocht und verzehrt.

Obwohl ich natürlich auch gerne Marmelade esse, macht es mich besonders betroffen, dass es beim Bäcker keine Pfannkuchen mit Pflaumenmus gefüllt mehr gibt. Hä, Pfannkuchen beim Bäcker? Ja, hier in Berlin heißt das Pfannkuchen und nicht Krapfen oder Berliner. Die flachen Crêpes heißen dafür Eierkuchen. Auch wenn einen in der gesamten Republik und auch in Österreich und der Schweiz niemand versteht, wenn man diese Wörter benutzt, möchte ich ihnen treu bleiben. Denn es ist doch logisch, dass die Berliner sich nicht selbst verspeisen würden! Und Krapfen klingt wie Karpfen.

Aber zurück zum Pflaumenmus: in meiner Kindheit wurde man beim Bäcker immer gefragt, ob man die Pfannkuchen denn mit Marmelade oder mit Pflaumenmus haben wolle. Die mit Marmelade hatten Zuckerguss oben drauf und die mit Pflaumenmus Zucker. Und nun? Nichts da. Nun wollten meine Schwester und ich aber unbedingt Pflaumenmus-Pfannkuchen essen und meine Eltern haben uns den Gefallen getan und extra in der Bäckerei ihres Vertrauens welche bestellt.

„Das kommt nur dreimal im Jahr vor, dass Leute die noch bestellen, die kauft hier keiner mehr“, wurde uns in der Bäckerei erklärt. Warum? Man weiß es nicht. Vielleicht, weil Pflaumenmus nicht so süs ist wie Marmelade? Oder nicht so hip?

Liebe Berliner hippe, innovative Szene, produziert statt einer neuen Trendlimo doch bitte Pflaumenmus nach Omis Rezeptur und macht es wieder populär. Damit ich in Zukunft beim Bäcker wieder gefragt werde, mit welcher Füllung ich die Pfannkuchen gern hätte.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Dec 9, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Dec 9, 2013

Studentenleben live

Trampen

Trampen ist immer wieder eine wunderbare Gelegenheit, sich ein wenig überraschen zu lassen. Du sitzt nah bei einem Menschen, den Du gar nicht kennst, und je nach Strecke habt ihr ein paar Minuten oder ein paar Stunden Zeit, euch über irgendetwas zu unterhalten. Beim Trampen habe ich schon von so vielen verschiedenen Berufen gehört, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Auch verworrene Lebensgeschichten, Abstürze und Aufstiege kamen vor. Es ist eine ganz spezielle Situation, die einem immer wieder erlaubt, ganz offen und frei miteinander zu reden. Man wird sich danach wahrscheinlich nie wieder sehen, kann deshalb eigentlich ziemlich offen und ehrlich über Hoffnungen, Sorgen und Ängste reden, Niederlagen eingestehen, Ärger ablassen.

Es gibt viele gute Gründe, einen Tramper mitzunehmen. Die Skepsis ist häufig groß und viele schauen uns Tramper an, als ob wir Straßenclowns oder Außerirdische wären, auch die Polizei verdächtigt uns manchmal, Gestalten des Zwielichts zu sein, aber zumindest an Raststätten und Tankstellen klappt es noch recht gut. Dort kann ich die Leute ansprechen und sie haben einen Augenblick Zeit, sich einen Eindruck von mir zu machen. Es gibt so viele Leute, die beruflich ständig quer durch Deutschland und noch weiter fahren. Sie verbringen Stunde um Stunde allein in einer rollenden Kiste, da freuen sie sich manchmal über einen netten und gesprächigen Beifahrer.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 5, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Dec 5, 2013