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Studentenleben live

Karriere in Europa?

Die Europäische Union ist für Dolmetscher, was der Olymp für den Gott Zeus, der Mount Everest für Reinhold Messner, die Bibel für den Papst ist. Außerdem ist sie die Illusion einer steilen Karriere. Europa – das ist der Markt für Übersetzer; ohne Übersetzer und Dolmetscher würde in der Europäischen Union nichts funktionieren. Das erklärte Ziel für jeden Masterabsolventen muss die deutsche Kabine in Straßburg sein. Schon im ersten Semester wird der kleine Ersti darauf gedrillt. Vor fast drei Jahren hatte ich das erste Mal, wenn auch nur kurz, mit dem Sprachendienst der Europäischen Union zu tun. Auf einer Sprachenmesse in Berlin stellten sie sich vor, hatten eine Dolmetschkabine bereitgestellt. Otto Normalverbraucher konnte sich darin im Simultandolmetschen versuchen. Natürlich war ich Feuer und Flamme. Mich packte das Dolmetschfieber und ich begann zu träumen: Kabine, Europa, Dolmetschen. Das war meins.
Drei Jahre später hängt mir die EU zum Hals heraus, ohne dass ich jemals in Straßburg war. Dolmetschen für Europa wird propagiert. Es wird viel mehr Werbung gemacht als für die wenigen Stellen überhaupt notwendig wäre. Schon im Bachelor wird angefangen, sich gegenseitig zu zerfleischen, sich auszustechen, besser zu sein als der andere. Die Inhalte des Studiums treten in der Hintergrund, die Karriere in den Vordergrund. Im Seminar geht es nicht um Übersetzungsstrategien, es wird nicht diskutiert, sprachlich herumgefeilt, um noch einen Hauch Perfektion in die Übersetzung zu bringen. Es geht nur um die Note, nicht um das Ergebnis eines Übersetzungsprozesses, sondern um das Ergebnis eines Notenkampfs. Und das im Bachelor! Ich sollte mich besser von der EU, die für mich ein Symbol für karriereverrückte, über Leichen gehende Studenten ist, verabschieden.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Dec 11, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Dec 11, 2013

Studentenleben live

Ein Tag in Wernigerode

Als meine Eltern mich kurzerhand einluden, sie auf einen Ausflug in den Harz zu begleiten, der ja quasi vor der Haustür von Magdeburg liegt, konnte ich nicht nein sagen. Erwartungsvoll setzte ich mich früh am Morgen in den Zug, um bei strömendem Regen in Wernigerode wieder auszusteigen. Der Regen war enorm und machte dem Ruf der Region alle Ehre. So änderten wir dann auch unseren Plan und statt mit der Brockenbahn auf den Gipfel zu fahren, gingen wir in die Baumanns-Tropfsteinhöhle und besuchten die Rappbodetalsperre.

Die Baumannshöhle ist eine der ältesten Schauhöhlen der Welt. Sie ist nämlich bereits seit 1646 für die Öffentlichkeit zugänglich. Darin ist ein Höhlenbär ausgestellt, ein Tier, das nach seinem Skelett zu urteilen größer war als eine Kuh, und sich zum Schutz gerne in den dunklen Höhlen zurückzog und dort überwinterte. Unglaublich fand ich es, dass der Bär ein Vegetarier gewesen sein soll, wo er eher so aussieht, als ob er zwei Menschen mit einem Bissen verspeisen könnte.

Auch die Rappbodetalsperre war einen Besuch wert, denn wir hatten das Glück, dass sich für einen Moment der Nebel lichtete und wir den Staudamm und -see überblicken konnten. Ein netter Mensch erklärte uns auch gleich dessen Funktion und ratterte zahlreiche technische Daten herunter. Interessant fand ich, dass der Damm nicht nur Trinkwasser und Energie zur Verfügung stellt, sondern auch dem Hochwasserschutz dient.

Natürlich gibt es keinen Ausflug mit meinen Eltern ohne Zwischenstopp im Café zur süßen Stärkung. So kamen wir dann auch noch ins Zentrum von Wernigerode, das sich aus schönen Fachwerkhäusern und historischen Gebäuden zusammensetzt. Trotz Regen ist es also noch ein wunderbarer Ausflug geworden – das verschlafene Wernigerode ist wirklich ein Geheimtipp.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Dec 10, 2013
Autor: Anni
Rubrik: studium
Dec 10, 2013

Studentenleben live

Ode an das Pflaumenmus

Es ist und bleibt für mich die beste Marmelade. Süs, aber eben nicht zu süs, eher würzig, gut für das Frühstücksbrot, aber auch sonst zur Vollendung vieler Süsspeisen hervorragend geeignet.

Seien es Linzertorten, Kekse oder Pfannkuchen.

Doch zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass das gute alte Pflaumenmus out ist. Einfach nicht mehr im Trend. Keiner meiner Freunde hat es regelmäsig im Kühlschrank und auch in meiner WG ist das Mus nicht gerade der Renner. Ich kenne auch niemanden, der Pflaumenmus selbst kocht. Denn die größte Rivalin des Pflaumenmus‘ ist die Marmelade. Ob Erdbeere, Aprikose oder Marille, Heidelbeere, Johannisbeere oder Himbeere, sogar Orange – überall wird sie geliebt, gekocht und verzehrt.

Obwohl ich natürlich auch gerne Marmelade esse, macht es mich besonders betroffen, dass es beim Bäcker keine Pfannkuchen mit Pflaumenmus gefüllt mehr gibt. Hä, Pfannkuchen beim Bäcker? Ja, hier in Berlin heißt das Pfannkuchen und nicht Krapfen oder Berliner. Die flachen Crêpes heißen dafür Eierkuchen. Auch wenn einen in der gesamten Republik und auch in Österreich und der Schweiz niemand versteht, wenn man diese Wörter benutzt, möchte ich ihnen treu bleiben. Denn es ist doch logisch, dass die Berliner sich nicht selbst verspeisen würden! Und Krapfen klingt wie Karpfen.

Aber zurück zum Pflaumenmus: in meiner Kindheit wurde man beim Bäcker immer gefragt, ob man die Pfannkuchen denn mit Marmelade oder mit Pflaumenmus haben wolle. Die mit Marmelade hatten Zuckerguss oben drauf und die mit Pflaumenmus Zucker. Und nun? Nichts da. Nun wollten meine Schwester und ich aber unbedingt Pflaumenmus-Pfannkuchen essen und meine Eltern haben uns den Gefallen getan und extra in der Bäckerei ihres Vertrauens welche bestellt.

„Das kommt nur dreimal im Jahr vor, dass Leute die noch bestellen, die kauft hier keiner mehr“, wurde uns in der Bäckerei erklärt. Warum? Man weiß es nicht. Vielleicht, weil Pflaumenmus nicht so süs ist wie Marmelade? Oder nicht so hip?

Liebe Berliner hippe, innovative Szene, produziert statt einer neuen Trendlimo doch bitte Pflaumenmus nach Omis Rezeptur und macht es wieder populär. Damit ich in Zukunft beim Bäcker wieder gefragt werde, mit welcher Füllung ich die Pfannkuchen gern hätte.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Dec 9, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Dec 9, 2013