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Studentenleben live

Bachelor- vs. Masterstudium

Unterscheidet sich das Masterstudium grundlegend vom Bachelorstudium? Allgemein würde ich sagen: nein. Zwar werden Vorkenntnisse vorausgesetzt, aber die wichtigsten Themen werden natürlich trotzdem umfassend wiederholt. Ich persönlich finde allerdings den Unterschied in Bezug auf den Workload sehr deutlich. Vielleicht liegt es an der Uni oder an dem Studiengang, aber ich habe nun schon mit mehreren Freunden gesprochen, die alle etwas Unterschiedliches studieren und auch andere Unis besuchen. Alle waren derselben Meinung: Im Bachelor war alles viel entspannter. Liegt es am Welpenschutz? Liegt es wirklich daran, dass sich die Professoren denken: Die kommen ja meist alle gerade frisch von der Schule oder aus der Ausbildung, da wollen wir mal nicht so hart sein? Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Bachelor meist sechs Semester umfasst und der Master drei bis vier? Wollen die Professoren im Master den bereits bekannten Stoff komprimiert auf höherem Level vermitteln? Auf Masterlevel sozusagen? Hört man die Professoren aus meinem Masterstudium sprechen, so wäre die Antwort: ja. Denn im Masterstudium erfolge schließlich alles auf einem Masterlevel. Man solle sich nicht mit dem Normalen zufrieden geben, sondern stattdessen nach der Extrameile streben. Nach dem Motto: Viel hilft viel. Manchmal trifft es ja zu, dieses „viel hilft viel“, aber im Moment ist mir dieses Viel einfach viel zu viel. Da bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Vorweihnachtszeit so richtig zu genießen. Aber die Weihnachtsferien sind ja schon zum Greifen nahe.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Dec 12, 2013
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Dec 12, 2013

Studentenleben live

Karriere in Europa?

Die Europäische Union ist für Dolmetscher, was der Olymp für den Gott Zeus, der Mount Everest für Reinhold Messner, die Bibel für den Papst ist. Außerdem ist sie die Illusion einer steilen Karriere. Europa – das ist der Markt für Übersetzer; ohne Übersetzer und Dolmetscher würde in der Europäischen Union nichts funktionieren. Das erklärte Ziel für jeden Masterabsolventen muss die deutsche Kabine in Straßburg sein. Schon im ersten Semester wird der kleine Ersti darauf gedrillt. Vor fast drei Jahren hatte ich das erste Mal, wenn auch nur kurz, mit dem Sprachendienst der Europäischen Union zu tun. Auf einer Sprachenmesse in Berlin stellten sie sich vor, hatten eine Dolmetschkabine bereitgestellt. Otto Normalverbraucher konnte sich darin im Simultandolmetschen versuchen. Natürlich war ich Feuer und Flamme. Mich packte das Dolmetschfieber und ich begann zu träumen: Kabine, Europa, Dolmetschen. Das war meins.
Drei Jahre später hängt mir die EU zum Hals heraus, ohne dass ich jemals in Straßburg war. Dolmetschen für Europa wird propagiert. Es wird viel mehr Werbung gemacht als für die wenigen Stellen überhaupt notwendig wäre. Schon im Bachelor wird angefangen, sich gegenseitig zu zerfleischen, sich auszustechen, besser zu sein als der andere. Die Inhalte des Studiums treten in der Hintergrund, die Karriere in den Vordergrund. Im Seminar geht es nicht um Übersetzungsstrategien, es wird nicht diskutiert, sprachlich herumgefeilt, um noch einen Hauch Perfektion in die Übersetzung zu bringen. Es geht nur um die Note, nicht um das Ergebnis eines Übersetzungsprozesses, sondern um das Ergebnis eines Notenkampfs. Und das im Bachelor! Ich sollte mich besser von der EU, die für mich ein Symbol für karriereverrückte, über Leichen gehende Studenten ist, verabschieden.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Dec 11, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Dec 11, 2013

Studentenleben live

Ein Tag in Wernigerode

Als meine Eltern mich kurzerhand einluden, sie auf einen Ausflug in den Harz zu begleiten, der ja quasi vor der Haustür von Magdeburg liegt, konnte ich nicht nein sagen. Erwartungsvoll setzte ich mich früh am Morgen in den Zug, um bei strömendem Regen in Wernigerode wieder auszusteigen. Der Regen war enorm und machte dem Ruf der Region alle Ehre. So änderten wir dann auch unseren Plan und statt mit der Brockenbahn auf den Gipfel zu fahren, gingen wir in die Baumanns-Tropfsteinhöhle und besuchten die Rappbodetalsperre.

Die Baumannshöhle ist eine der ältesten Schauhöhlen der Welt. Sie ist nämlich bereits seit 1646 für die Öffentlichkeit zugänglich. Darin ist ein Höhlenbär ausgestellt, ein Tier, das nach seinem Skelett zu urteilen größer war als eine Kuh, und sich zum Schutz gerne in den dunklen Höhlen zurückzog und dort überwinterte. Unglaublich fand ich es, dass der Bär ein Vegetarier gewesen sein soll, wo er eher so aussieht, als ob er zwei Menschen mit einem Bissen verspeisen könnte.

Auch die Rappbodetalsperre war einen Besuch wert, denn wir hatten das Glück, dass sich für einen Moment der Nebel lichtete und wir den Staudamm und -see überblicken konnten. Ein netter Mensch erklärte uns auch gleich dessen Funktion und ratterte zahlreiche technische Daten herunter. Interessant fand ich, dass der Damm nicht nur Trinkwasser und Energie zur Verfügung stellt, sondern auch dem Hochwasserschutz dient.

Natürlich gibt es keinen Ausflug mit meinen Eltern ohne Zwischenstopp im Café zur süßen Stärkung. So kamen wir dann auch noch ins Zentrum von Wernigerode, das sich aus schönen Fachwerkhäusern und historischen Gebäuden zusammensetzt. Trotz Regen ist es also noch ein wunderbarer Ausflug geworden – das verschlafene Wernigerode ist wirklich ein Geheimtipp.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Dec 10, 2013
Autor: Anni
Rubrik: studium
Dec 10, 2013