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Studentenleben live

Abschiede

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

12.12.2013

Zum Erwachsenwerden gehört es auch, immer mehr Abschiede jeglicher Form mitzumachen. Der Abschied von daheim, dem Bekannten, aber auch von Freunden und Verwandten. Von Hobbys, Vereinen, Sportarten. Beziehungen zerbrechen, Freundschaften gehen auseinander, Menschen sterben. Ich stelle mir das oft als Ast mit vielen Zweigen vor. Immer, wenn ein Abschied ansteht, ist das so als würde ein Zweig abbrechen. Früher dachte ich, dass dann an dieser Stelle etwas Neues wachsen kann (gemäß dem Motto „Jeder Abschied geht mit einem Neuanfang einher“). Heute weiß ich, dass dieser Neuanfang oft an einer ganz anderen Stelle, in einer ganz anderen Richtung zu suchen ist. Viele Zweige (Möglichkeiten, Beziehungen, Wege) bleiben abgebrochen und man schafft es nicht immer, an dieser Bruchstelle wieder glücklich zu werden. Man sollte es oft nicht einmal versuchen, da man so die Augen vor all den anderen Stellen verschließt, an denen man vielleicht sein Glück findet. Zum Erwachsenwerden gehört deshalb auch, einzusehen, dass man nicht alles erklären und wieder gut machen kann. Dass die weiße Weste, mit der wir gestartet sind, einen Fleck nach dem andern bekommt, das Holz, aus dem wir geschnitzt sind, Stück für Stück weitere Einkerbungen bekommt, um uns zu dem zu machen, was wir sind. Und wenn die Schläge zu schnell auf einmal kommen, dann geht nichts über Freunde, die zwar nicht die Antworten auf alles haben, aber immerhin gemeinsam mit einem weitergehen.

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