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Studentenleben live

Journalistische Recherche vor Ort (Teil 8)

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

30.12.2013

Nach dem Interview mit dem Sportjournalisten der „A Bola“ versuchte ich anhand der Kontakte, die er mir gegeben hatte, jemanden von Benfica oder Sporting zu erreichen. Leider vergeblich. Zwar sprach ich mit einer PR-Mitarbeiterin von Benfica, die die Anfrage an ihren Chef weiterleiten wollte, doch bis zum Ende der Reise hatte sie noch immer keine Antwort erhalten und musste mir deshalb absagen.

Bei den Fans hatte ich mehr Glück. Ein weiteres Treffen, diesmal mit Mitgliedern der Ultra-Gruppierung „Brigada Sporting“, brachte mir am vorletzten Tag der Reise nochmal die Meinung von den Rängen näher. Wir trafen uns in ihrer Zentrale in den Katakomben des Stadions, wo sie sich im Gespräch zunächst über die horrenden Gehälter der Stars beklagten, aber auch unterstrichen, dass ihr Verein, Sporting Lissabon, alles versuche, um Kosten einzusparen. Zum Beispiel durch den Verkauf von Spielern mit hohen Salären. Des Weiteren schilderten auch sie mir Fälle von Fans, die sich kein Ticket mehr leisten könnten, weil sie durch die Krise arbeitslos geworden seien.

Die beiden abschließenden Interviews in Lissabon hatten mir noch einmal sehr interessante Einblicke geliefert und so trat ich mit ordentlich Material für meinen Abschlussbericht die Rückreise nach Deutschland an. Im Gepäck: viele tolle Geschichten und eine klare Empfehlung an euch da draußen: Falls ihr Zeit und Lust habt, euch mal ausführlich und vor allem vor Ort mit einem Thema der Europäischen Union auseinanderzusetzen, bewerbt euch bei der „Schwarzkopf Stiftung Junges Europa“ für ein Reisestipendium. Es ist eine tolle Möglichkeit aus dem oftmals theoretischen Uni-Alltag auszubrechen und Zusammenhänge direkt in einem oder mehreren Ländern eurer Wahl zu recherchieren. Für mich war das eine interessante, abwechslungsreiche Erfahrung, die ich nur jedem ans Herz legen kann!

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