interaktiv

Studentenleben live

Die Sache mit dem Sport

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

17.01.2014

Wie wohl ungefähr jede Frau, die sich unter Zeugen pünktlich zu Silvester ein besseres Jahr in einer besseren Welt mit einer besseren Figur versprochen hat, war ich letzte Woche tatsächlich in einem Fitnessstudio. Für mich stand das zwar nicht auf meiner persönlichen To-do-Liste für 2014, aber es gibt da hin und wieder solche Menschen, die es irgendwie schaffen, einen Pakt mit meinem Gewissen zu schließen und mich dann zu komischen Dingen überreden. Dieser Mensch trat dieses Mal in Gestalt einer Kommilitonin, Nachbarin und Freundin auf, und das komische Ding manifestierte sich in der Filiale einer Fitness-Kette.

Nachdem ich mir mehrfach glaubhaft versichern lassen hatte, dass dort auch wirklich stark übergewichtige Frauen, wie man sie aus Scripted-Reality-Formaten und Abnehm-Sendungen kennt, vertreten sind, und ich nicht die einzige jenseits jeglicher Kondition und Muskelkraft sein würde, kreuzten wir also zu meinem Probetraining auf und nahmen natürlich gleich den härtesten aller Kurse – es sollte ja auch was bringen. Irgendetwas in meinem Kopf hatte meine körperliche Verfassung ein bisschen runtergespielt und mir verklickert, dass es ja gar nicht so schlecht um mich stünde, ich hätte ja immerhin überhaupt mal Sport getrieben, ab und an wäre ich ja sogar eine Runde joggen gewesen, laut BMI-Tabelle wäre ich ja auch im Rahmen des Normalgewichts und überhaupt.

Leichtsinnig, wirklich leichtsinnig. Die Trainerin kam in den Raum und ihre ersten Worte waren: „Für die, die zum ersten Mal hier sind: Lasst euch nicht von den ersten Übungen irritieren, es wird schon noch härter!“ Die erste Übung kam, war mir eigentlich hart genug und ich hatte Angst. Die zweite, dritte, vierte Übung kam und meine Angst behielt ihre Existenzberechtigung. Am Ende der Stunde war ich beinahe tot und der festen Überzeugung, mich in diesem Fitnessstudio anzumelden oder eine andere Alternative zu finden. Einen Kampfsportverein vielleicht, denn so konnte es ja nicht weitergehen. Nun, was tat ich? Ich aß die Süßigkeiten, die wir von der Trainerin als Neujahrsgeschenk bekamen, verkündete allen stolz meine neuen verspäteten Vorsätze und entschuldigte mit meinem Muskelkater jegliches Ausbleiben körperlicher Aktivitäten für die nächste Woche.

Vielleicht ist es eben doch immer dasselbe, diese Sache mit dem Sport. Und vielleicht sind Vorsätze wirklich nicht dazu prädestiniert, dass ihnen auch etwas nachgesetzt wird. Im Moment habe ich jedenfalls tragischerweise noch genug Ausreden, das Ganze nach hinten zu verschieben. Um mein Ziel realistisch zu formulieren: Rein hypothetisch ist es mir unter Umständen ja irgendwie möglich, meinen vagen Plan in den Semesterferien weiter auszufeilen und dann eventuell einen Sport zu beginnen.

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