interaktiv

Studentenleben live

Abschied

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

30.01.2014

Das wars. Unsere gute alte Ersti-WG hat sich nun im fünften Semester komplett aufgelöst. Nur ich bin noch übrig geblieben. Bis vor Kurzem war Julia noch da, jetzt geht auch sie mit dem Erasmus-Programm ins Ausland und lässt mich mit den Nachmietern allein … Bei wem hocke ich mich nun bloß ins Zimmer und quatsche über Gott und die Welt? Bei Lisa in der Wohnung gegenüber? Fehlanzeige, auch sie geht im Januar für ein Semester nach Spanien. Bei ihrer Mitbewohnerin Marie? Nein, die ist auch nicht mehr lange da, weil sie – richtig – mit Erasmus nach Spanien geht! Wenn die alle wiederkommen, bin ich fertig mit meinem Bachelor und aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwo auf der Welt, aber nicht mehr in Heidelberg.
Irgendwie konnten wir das den ganzen Sommer über richtig gut verdrängen, dass die „Clique“ sich langsam auflöst. Im Winter drückte uns das allen aufs Gemüt, aber jedem auf seine Art und Weise. Ich zog es vor in meinem Zimmer zu sitzen und Tee zu trinken, wenn die düsteren Wolken aufkamen, Julia hingegen verbrachte jede freie Minute mit der Clique und stresste mich ziemlich mit ihrem Gejammer darüber, wie stressig ihr Sozialleben sei, weil sie sich mit allen gleichzeitig verabredete. Ich taufte das Phänomen „Sozialstress“ und trank weiter meinen Tee.
Kurz vor Weihnachten war es dann soweit: Ich fuhr nach Hause in die Ferien, sie wollte am Tag nach Neujahr in ihre neue Heimat aufbrechen. Aber es gab ein Abschluss, einen fulminanten Abschluss: Wir luden alle zu uns in die WG ein und veranstalteten ein grandioses Weihnachtsessen. Aus der WG gegenüber schleppten wir Tische und Stühle herein, in der Wohnung über uns ließen wir unseren zweiten Braten im Ofen schmoren. Mit den spontan eingeladenen Helferlein waren wir 15 und feierten einen runden Abschied. Ich verkniff es mir zwar sehr lange, aber als ich dann den meisten unter ihnen Lebwohl sagen musste, kullerten dann doch die Tränen

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