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Studentenleben live

Das Recht des Stärkeren: Zweirad gegen Vierrad

Das Leben stellt dich manchmal auf harte Proben. Und oft genug wird man von seinen Mitmenschen gereizt und in schwierige Situationen gebracht. All diese Schwierigkeiten bündeln sich meiner Meinung nach im Straßenverkehr, wo noch immer das Recht des Stärkeren gilt. Die Gleichberechtigung der Geschlechter hat in unserem Land zum Glück schon Hand und Fuß, aber wenn es um die Gleichstellung von Verkehrsteilnehmern mit zwei Rädern zu denen mit vier Rädern geht, stecken wir in vielen Teilen Deutschlands nach wie vor im Mittelalter.

Kurz gesagt: Man hat es nicht leicht als Fahrradfahrer im Bayreuther Straßenverkehr.
Ich muss zwar einräumen, dass es hier eine sehr schöne alte Bahnstrecke gibt, die nun ein Fahrradweg ist und als Ring fast um die ganze Stadt führt. Gemeinhin ist dieser idyllische Weg als „Uni-Highway“ bekannt, aber sobald dieser von einer Autostraße gekreuzt wird, hört die Idylle meist schon wieder auf. Morgens muss ich auf meinem Weg zur Uni an einer solchen Kreuzung oft lange auf die Gunst der Autofahrer warten, die mich nur selten passieren zu lassen.

Anders sieht es bei Ampeln aus, bei denen – oh, Wunder – den Fahrradfahrern sogar ein kleiner Streifen zugesprochen wird. Pech hat man dann nur, wenn dieser Fahrradstreifen sich schon auf der Kreuzung in Wohlgefallen auflöst. Dann kann man nur noch hoffen, hinter sich einen barmherzigen Autofahrer zu haben, der einen auch jenseits der Kreuzung als vollwertigen Verkehrsteilnehmer wahrnimmt.

Leider muss in Sachen Barmherzigkeit noch viel geschehen in den Köpfen der Bayreuther Autofahrer. Als ich vor kurzem beim Grünwerden der Ampel auf eine Straße abbiegen wollte, hupte mich doch tatsächlich so ein Vierrad von hinten an und überholte mich hupenderweise noch in der Kurve! Entschuldigt meine emotionsgeladene Formulierung, aber ich war wirklich stinksauer. Noch dazu, weil es sich diesmal um eine Kreuzung handelte, bei der ich von einer Straße ohne Fahrradstreifen in eine MIT Fahrradstreifen bog. Das heißt, ich war einen Meter nach seinem bescheuerten Überholmanöver sowieso nicht mehr im Herrschaftsgebiet der Vierräder!

Wenn mein Ärger verfolgen ist, überlege ich mir, was man machen könnte, um die Situation zu entschärfen.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 6, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 6, 2014

Studentenleben live

Studieren in Paris?

Mit Erasmus nach Paris zu gehen, das hatte ich mir vor kurzem überlegt. Wer in Frankreich was werden will, kommt an Paris kaum vorbei. Und wenn von irgendeiner großen Uni in Frankreich die Rede ist, dann ist das meist die Sorbonne in – genau: Paris.

Also bin ich für ein paar Tage dorthin gefahren und habe mir ein paar Unis angeschaut. Die Einrichtungen der Sorbonne sind über die ganze Stadt verteilt – es gibt die Sorbonne 4, Sorbonne 8 und so weiter. Die Nummern stehen dabei für die Stadtviertel, in denen das jeweilige Gebäude steht. Sorbonne 4 ist demnach im vierten Arrondissement, so werden die Stadtbezirke hier genannt. Die Erstsemester haben ihre Veranstaltungen in den eher außerhalb gelegenen Stadtvierteln in jüngeren Gebäuden. Da ich schon etwas länger studiere, bin ich zum alten Sorbonne-Gebäude im vierten Arrondissement gegangen.

Doch an jedem Eingang dieses alten Gebäudes aus dem 17. oder 18. Jahrhundert standen Wächter in blauer Uniform, denen man seinen Studentenausweis zeigen muss, um reingelassen zu werden. Ich habe es mit meinem Leipziger Studentenausweis probiert, aber der Wächter ließ mich nicht durch. Nur immatrikulierte Studenten hätten Zutritt. Ich bin also wieder gegangen – und habe einen jungen Kerl angesprochen, von dem ich dachte, er sei Student. Er meinte, ich solle es einfach noch mal bei einem anderen Wächter probieren und sagen, ich hätte meinen Ausweis vergessen, aber gleich eine Geschichtsvorlesung bei Professor XY. Das klang gut! Ich bedankte mich bei ihm und ging zu einem anderen Wächter. Dem gefiel meine Ausrede nicht so ganz, er zögerte, mich durchzulassen. Dann versuchte ich meine Geschichte ein bisschen auszuweiten und plötzlich sagte ich das Zauberwort – Erasmus. Je suis étudiant Erasmus... Ah! Erasmus! Fallait le dire tout de suite... Und was soll ich sagen: Es hat geklappt!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 6, 2014
Autor:
Rubrik: studium
Feb 6, 2014

Studentenleben live

Gruppenarbeit

Ich dachte immer, dass ich sehr friedfertig bin, ein Pazifist. Kein Gutmensch, der jegliche aggressive Neigung von sich weist, aber irgendwie locker. Ich dachte, ich sei jemand, der seine Emotionen selten herauskramt und der abgesehen von engsten Familienmitgliedern mit niemandem richtig streiten kann. Ich dachte auch immer, dass sich im Studium das Thema Gruppenarbeit entspannter gestalten würde, weil jeder dazu imstande wäre, eigenverantwortlich und teamfähig zu arbeiten.

… und dann kam ich in dieses Ethikseminar, in dem wir ein Wiki erstellen und anschließend unsere gewonnenen Erkenntnisse medial und kreativ umsetzen sollten. Zunächst lief alles ganz okay. Eine leichte Skepsis lag im Raum, weil ein Gruppenmitglied gerade im Praxissemester ist und es uns doch zunehmend wunderte, dass sie wirklich so ein aufwendiges Seminar mal eben so nebenbei belegen wollte. Ein anderes Gruppenmitglied entpuppte sich kurz darauf als chronisch krank und wenn sie mal gesund war, musste sie Hausarbeiten mit ihren Dozenten besprechen, Referate vorbereiten oder Babysitten gehen. Glaubwürdigkeit monoton fallend.

Unser Dozent hatte uns bereits gesagt, dass er dieses gemeinsame Arbeiten auch immer gehasst hatte wegen dieser Menschen, die die ganze Zeit über U-Boot-mäßig abtauchen, und dennoch dieselbe Bewertung erhalten wie die produktive Fraktion. Unter anderem daher hätte er diese Arbeitsform gewählt: Im Wiki ist immer direkt nachzuvollziehen, wer wann was schreibt und damit ließen sich also auch U-Boote schnell als solche identifizieren.

Lustig fand ich vor allem, dass genau diejenigen, die sich in den Besprechungen nie blicken ließen, am Ende ankamen und sich beschwerten, dass sie nicht auf dem Laufenden sind („Wie, wir wollen das jetzt als Film machen? Ich dachte, die Sequenz soll eine Live-Theater-Szene werden!“ - „Nein, schon seit zwei Monaten nicht mehr.“) oder sich über gefällte Urteile massiv beschweren („Das geht ja mal gar nicht, dass ihr eine Mitarbeiterin der Mensa fragen wollt, ob sie den Anfang der Geschichte erzählen kann! Für PH-Studenten ist eine dieser Angestellten eben echt Kult wegen ihres lustigen Dialekts.) Mein Highlight aber: Die chronisch Kranke meinte allen Ernstes eine Woche vor der Abgabe (und bevor sie überhaupt irgendetwas für dieses Projekt getan hatte), dass ihr das Ganze irgendwie zu aufwendig wäre. Ein seltsamer Zufall, dass einem das genau dann einfällt, wenn jeder andere seinen Part schon geleistet hat...

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf das Endergebnis, das auch schon in den nächsten Tagen präsentiert werden muss und habe zwei wichtige Dinge gelernt: Erstens – nie wieder Gruppenarbeit mit Menschen, deren Zuverlässigkeit und Arbeitsmoral ich nicht einschätzen kann. Zweitens – ich habe doch manchmal mehr Emotionen, als ich denke. ARGH!

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Feb 5, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Feb 5, 2014